Terry Melcher

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Terry Melcher (* 8. Februar 1942 in New York; † 19. November 2004[1] in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Musikproduzent und Songwriter.

Leben[Bearbeiten]

Melcher, Sohn von Doris Day aus ihrer ersten Ehe mit dem Posaunisten Al Jorden, wurde durch Doris Days dritten Ehemann Martin Melcher adoptiert. Melcher schrieb zahlreiche Hits. Bekannt wurde er Anfang der 1960er Jahre durch seine Zusammenarbeit mit Bruce Johnston. Sie veröffentlichten unter den Namen „Bruce&Terry“ und „The Rip Chords“ zahlreiche Singles, darunter auch Hey Little Cobra, die im Februar 1964 Platz 4 der Billboard Hot 100 erreichte.[2] Mitte der 1970er Jahre ließen Johnston und Melcher diese Zusammenarbeit abermals aufleben. 1974 und 1976 veröffentlichte Melcher, unter Mithilfe von Johnston, zwei Soloalben.

Melcher arbeitete als Musikproduzent, zunächst für Columbia Records, wo er ab 1962 für die Sparte „Jugendmusik“ zuständig war. Hier produzierte er Surfmusik unter Pseudonymen wie The Rip Chords, Bruce & Terry oder The Rogues, leitete aber auch jugendorientierte Aufnahmen von Doris Day, Frankie Laine und Eddie Hodges. Als sich Mitte der 1960er die Rockmusik entwickelte, war er prägend am Sound der Rising Sons, der ersten Gruppe von Ry Cooder, Paul Revere and The Raiders und der Byrds beteiligt. Bekanntester Song aus der Zusammenarbeit mit den Byrds ist der Bob-Dylan-Titel Mr. Tambourine Man.

1967 organisierte er das Monterey Pop Festival mit, das als Durchbruch der neuen Rockmusik gesehen werden kann. Gleichzeitig begann er als freier Produzent zu arbeiten und gründete eine eigene Produktionsgesellschaft und Plattenfirma Equinox Records. 1968 wurde Melcher durch Dennis Wilson, dem Schlagzeuger der Beach Boys mit Charles Manson bekannt gemacht. Nach mehreren Probeaufnahmen mit ihm lehnte er es aber ab, Manson zu produzieren. Manson war verärgert und besuchte Melcher des Öfteren in seinem Haus 10050 Cielo Drive. Nachdem Melcher aus dem Haus ausgezogen war, vermietete der Besitzer Rudi Altobelli es an Regisseur Roman Polański und dessen Ehefrau Sharon Tate. Tate sowie mehrere andere anwesende Personen wurden dort am 9. August 1969 von der so genannten Manson Family ermordet. Darauf hin zog sich Melcher schockiert fast völlig aus dem Musikgeschäft zurück.[3]

Mitte der 70er wurde Melcher zusammen mit Johnston, der die Beach Boys verlassen hatte, wieder aktiv und belebte Equinox Records und produzierte mit ihm unter anderem Barry Mann, Jack Jones, Bill House und die Legendary Masked Surfers. 1985 kam er durch die Vermittlung von Johnston zu den Beach Boys. Er schrieb für die Band die Titel Getcha Back und Rock ’n’ Roll to the Rescue. 1988 schrieb und produzierte er zum größten Teil das Beach-Boys-Album Still Cruisin’, das den Nummer-eins-Hit Kokomo beinhaltet. Melcher wurde 1988 mit Kokomo für den Golden Globe nominiert. Das Album Summer in Paradise, das Melcher 1992 für die Beach Boys schrieb und produzierte, stellte den Tiefpunkt in seiner Karriere dar, da das Album nach wenigen Wochen aus den Verkaufsregalen verschwunden war.

Zusammen mit seiner Mutter Doris Day führte Melcher nebenbei auch noch das Hotel „Cypress Inn“.[4] im kalifornischen Carmel. Für sie produzierte er ihre Fernsehshow „The Doris Day Show“ und managte die Wohltätigkeitsarbeit seiner Mutter. Einige seiner bisher unveröffentlichten Plattenaufnahmen mit ihr erschienen 2011 auf dem Doris-Day-Album My Heart.

Terry Melcher war zweimal verheiratet, zuerst mit Jacqueline, mit der er einen im Jahr 1983 geborenen Sohn hatte, dann von 1998 bis 2004 mit seiner zweiten Ehefrau Terese.[5][6] Er starb am 19. November 2004 an Hautkrebs.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Bruce Johnston, Surfin’ ’Round the World (1963)(CD auf Sundazed)
  • The Hot Doggers, Surfin’ USA (1963)(CD auf Sundazed)
  • The Rip Chords, Hey Little Cobra (1964) (CD auf Sundazed)
  • The Rip Chords, Three Window Coupe (1964) (CD auf Sundazed)
  • Paul Revere and the Raiders, Here They Come (1965)(CD auf Sundazed)
  • Paul Revere and the Raiders, Just Like Us (1965) (CD auf Sundazed)
  • Paul Revere and the Raiders, Midnight Ride (1965) (CD auf Sundazed)
  • The Rising Sons (1965) (CD auf Sony)
  • The Byrds, Mr. Tambourine Man (1965) (CD auf Sony)
  • The Byrds, Turn Turn Turn (1965) (CD auf Sony)
  • Paul Revere and the Raiders, Revolution (1966)(CD auf Sundazed)
  • Paul Revere and the Raiders, Their Spirit of ’67 (1966)(CD auf Sundazed)
  • Paul Revere and the Raiders, A Christmas Present and Past (1966)
  • The Gentle Soul, The Gentle Soul (1967)(CD auf Sundazed)
  • Grapefruit, Around Grapefruit (1968) (CD auf Repertoire)
  • Grapefruit, Deep Water (1969) (CD auf Repertoire)
  • The Byrds, The Ballad of Easy Rider (1969) (CD auf Sony)
  • The Byrds, Untitled (1970)(CD auf Sony)
  • The Byrds, Byrdmaniax (1971) (CD auf Sony)
  • Terry Melcher, Terry Melcher (1974) (CD auf Collector's Choice)
  • Bill House, Give Me a Break (1974)
  • Terry Melcher, Royal Flush (1976)
  • Oklahoma, Oklahoma (1977)
  • Rab Noakes, Restless (1978)
  • Freeway, Freeway (1979)
  • The Late Show, Snap! (1979)
  • Susan Lynch, Big Reward (1981)
  • The Beach Boys, Still Cruisin’ (1987)
  • The Beach Boys, Summer in Paradise (1992)
  • Doris Day, My Heart (2011)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der IMDb (Internet Movie Database).
  2. www.billboard.com: Hey Little Cobra. (Memento vom 18. Januar 2013 im Webarchiv Archive.today) Zugriff am 4. Juni 2012.
  3. Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg, 1995. S.211-298.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJuliane Lutz: Eine Nacht bei Doris. In: FAZ.net. 6. September 2006, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  5. Terry Melcher: Co-writer of ‘Move Over Darling’ Nachruf in The Independent vom 22. November 2004.
  6. Terry Melcher Nachruf in The Daily Telegraph vom 23. November 2004.

Weblinks[Bearbeiten]