Torbjörn Blomdahl

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Torbjörn Blomdahl
Billard Picto 2-white.svg
Torbjörn Blomdahl 01.JPG
Geburtstag 26. Oktober 1962
(51 Jahre)[1]
Geburtsort Göteborg
Nationalität SchwedenSchweden Schweden
Profi seit 1981
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester ED: 5,555
Bester GD: 2,739
2013, Weltcup, Korinth GriechenlandGriechenland[2]
Höchstserie (HS): 24
Best Game: 5,555 (50 Pkt. in 9 Aufn.)
Weltmeisterschaften:
16 ×
Kontinentale Meisterschaften:
8 ×
Andere Turniere:
23 × schwedischer Meister[3]
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz: 1
Aktueller WRL-Platz: 1 (Stand: Feb. 2013)[4]
Verein(e)
  • BK Borgen (SWE)
  • Van Wanrooij (NED)
  • Laxou (FRA)
  • BF Horster-Eck (bis Saison 2011/12)
  • Bergisch-Gladbacher BC 1926 (ab Saison 2012/13)

Torbjörn Blomdahl (* 26. Oktober 1962 in Göteborg, Schweden) ist ein schwedischer Carambolage-Billardspieler. Als mehrfacher Welt- und Europameister und vielfacher Weltcupsieger zählt er neben dem US-Amerikaner Willie Hoppe und dem Belgier Raymond Ceulemans zu den besten und bedeutendsten Dreiband-Spielern der Geschichte.

Privates[Bearbeiten]

[1][3] Torbjörn Blomdahl wurde als Sohn des Carambolagespielers und Weltmeisters Lennart Blomdahl in Göteborg geboren. Bis zum Alter von elf Jahren blieb dies seine Heimatstadt, dann zog die Familie nach Helsingborg. Sein Vater unterhielt einen Billardsalon, zuerst in Torbjörns Geburtsstadt, danach in Helsingborg. Er versuchte seinen Sohn jedoch nicht zu Höchstleistungen zu treiben, im Gegenteil: Er empfahl Torbjörn „doch erstmal seine Hausaufgaben zu machen“, als er den Buben wieder einmal beim Training am Tisch vorfand. Das Abitur schaffte er dann auch ohne große Anstrengungen. Neben seiner Muttersprache spricht er noch Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Als Person umgänglich ist der hagere Schwede mit dem leicht vernarbten Gesicht, das schon fast als Markenzeichen angesehen werden kann, mit Leib und Seele Sportler und lebt ziemlich asketisch. So ist der Tabakgenuss tabu und auch zu Alkohol hat er ein eher distanziertes Verhältnis, nur bei besonderen Anlässen gönnt er sich mal ein Glas Bier oder Wein. Zu seinem Beruf passt dann auch sein Hobby Schach sehr gut, da beide Sportarten ein taktisches und vorausdenkendes Wesen erfordern. Auch Squash und Badminton gehören zu seinen Ausgleichssportarten.

Typisch für sein Spiel sind besonders kreative oder verwegene Lösungen. Er bezeichnet sich aber selbst weder als exzellenten Theoretiker noch als Ästhet. Gefragt nach seinem Spielsystem antwortete er: „Meine Nase“. Der belgische Seriensieger Raymond Ceulemans war fasziniert von Blomdahl und sagte über ihn: „Blomdahl ist ein Talent, wie es alle 50 Jahre einmal vorkommt. Er wird über einen großen Zeitraum hinweg die Szene beherrschen.“ Deutschlands erfolgreichster Carambolagespieler Dieter Müller bemühte sogar Übersinnliches, um den Schweden zu beschreiben: „Natürlich ist Torbjörn zuallererst ein exzellenter Billardspieler. Aber da ist auch noch mehr, etwas rational nicht Faßbares, nicht Beschreibbares.“

Torbjörn Blomdahl ist auch ein hervorragender Poolbillard-Spieler. Einen Schaukampf gegen Efren Reyes in Japan gewann er mit 9:5 (9-Ball) und 30:20 (Dreiband, 20 Aufnahmen, GD 1,500). Im Juli 2007 gewann er in Korea ein im Fernsehen live übertragenes Show-Turnier (Dreiband (20:12), 8-Ball (2:0), 9-Ball (5:3)) gegen den koreanischen Spitzenspieler im Pool-Billard Young Hwae-jeong.[5]

Torbjörn Blomdahl lebt seit 1994 mit seiner Frau Beate und den Söhnen Yannick (* 1996) und Henrik (* 2001) im baden-württembergischen Backnang. Dort hat er nicht nur ideale Trainingsbedingungen gefunden, es erleichtert ihm auch die Anreise zu den internationalen Turnieren.

Karriere[Bearbeiten]

[1][3] Blohmdahl gehört seit Mitte der 80er Jahre zur Weltspitze in der Disziplin Dreiband. Er konnte viele Siege bei internationalen Turnieren erringen – nur Raymond Ceulemans kann eine längere Liste internationaler Titel aufweisen.

Blomdahl gewann 1981 19-jährig seine erste von insgesamt 23 schwedischen Meisterschaften.

1983 versetzte der damals erst 21-jährige Schwede der belgischen „Supermacht“ einen ersten Hieb, als er in Dünkirchen nur knapp gegen den „Mr. 100“ genannten Ceulemans im Finale der Europameisterschaft unterlag. Er machte damit aber klar, dass in Zukunft mit ihm zu rechnen sein werde. Zwei Jahre später (1985 in Amersfoort) beendete er Ceulemans Siegesserie – seit 1962 hatte dieser fast alle Welt- und Europameisterschaften gewonnen – und gewann den ersten seiner insgesamt acht Europameistertitel. Bis 1991 gewann er weitere vier Mal. 1989 gab Vater Lennart ein Intermezzo und gewann, Torbjörn wurde Dritter. Torbjörn konnte das aber leicht verschmerzen, weil sein Vater auch ein sehr guter Freund ist. Dies bewiesen die beiden, als sie zusammen 1987 und 1991 als schwedische Nationalmannschaft Weltmeister sowie 1985, 1987 und 1991 Europameister wurden. Mit Michael Nilsson wurde er weitere sieben Mal Weltmeister.

Bei den German Open 1988 in Backnang gewann er gegen Ceulemans und stand zum ersten Mal auf Platz 1 der Weltrangliste, den er für die nächsten zehn Jahre verteidigen konnte. Im Publikum saß auch seine zukünftige Frau Beate, die er damals noch nicht kannte, und drückte die Daumen … für Ceulemans.

In Kairo wurde er 1987 zum ersten Mal Weltmeister im Dreiband und dann später noch im Biathlon bei der WM im französischen Epinal.[6] In den folgenden Jahren war Blomdahl der dominierende Spieler im Dreiband-Weltcup, der bis einschließlich 1991 auch als WM gewertet wurde. 1988 gewann er vier der fünf Weltcupturniere und war als Gesamtsieger damit auch zum zweiten Mal Weltmeister. 1991 und 1997 holte er sich diesen UMB-Titel noch zwei weitere Male.

1994, 1995 und 1996 erzielte er drei Weltcup-Gesamtsiege in Folge, was keinem anderen Spieler jemals gelang. In den Jahren 1998, 2001, 2007 und 2010 schraubte er den Rekord auf insgesamt zehn Siege in der Gesamtwertung des Weltcups (wobei er 2007 erneut vier der fünf Weltcupturniere gewann und damit den ersten Weltranglistenplatz zurückeroberte). Er führt damit haushoch vor dem Südtiroler Marco Zanetti mit vier Gesamtsiegen.

Nach der Geburt seines zweiten Sohnes wurde es etwas ruhiger um Blomdahl, er konnte sich aber immer noch unter den vier besten Spielern der Welt halten. 2005, exakt 20 Jahre nach seinem ersten EM-Sieg konnte Blomdahl in Porto diesen Titel zum achten Mal erkämpfen.

Saison 2012/13[Bearbeiten]

Bei den Verhoefen Open im August 2012 in New York wurde er Zweiter. Nach seinem schlechten Abschneiden bei der WM in Porto, bei der er als Gruppenletzter nicht in die Finalrunde kam, zeigte Blomdahl eine Woche später im südkoreanischen Suwon beim zweiten Dreiband-Weltcup des Jahres eine wesentlich bessere Leistung und schlug im Finale Zanetti mit 3:1 Sätzen. Er holte sich damit abermals den ersten Platz in der Weltrangliste zurück. Außerdem feierte er damit seinen 40. Weltcup-Einzelsieg, in dieser Hinsicht folgen der Niederländer Dick Jaspers mit 19 und der Belgier Frédéric Caudron mit 11 Siegen in deutlichem Respektabstand.

Saison 2013/14[Bearbeiten]

Nachdem Blomdahl beim ersten Weltcup der Saison überraschend schon im Achtelfinale gegen den späteren Sieger Gang Dong-koong aus Korea ausschied, zeigte er sich zwei Wochen später im griechischen Korinth wieder in Topform. Zuerst gewann er gegen Roland Forthomme (40:24 /17 Aufnahmen), es folgten Heo Jung-han (40:9/10 – ED=4,000!), Tran Quyet Chien (40:40/18 – 3:2 nach Penalty), Ex-Weltmeister Filipos Kasidokostas (40:10/13) und schließlich Ruben Legazpi mit 40:19 in 15 Aufnahmen. Summa summarum hat er mit 200 Punkten in 83 Aufnahmen einen GD von 2,739 gespielt und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt.

Mit zwei Einzelsiegen (2013/1 in Antalya und 2013/3 in Korinth) und einem zweiten Platz beim Weltcup 2013/4 in Medellín wurde Blomdahl nach 2011 zum zweiten Mal in Folge Weltcup-Gesamtsieger.[7][8]

Erfolge[Bearbeiten]

[3][9]

Weisheiten[Bearbeiten]

  • „Die Banden sind etwas nervös.“
  • „Dieser Konter stand gestern schon in der Zeitung ….“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Torbjörn Blomdahl im Munzinger-Archiv, abgerufen am 27. Juni 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Blomdahl Sieg nach außerirdischen Leistungen. S. 1, archiviert vom Original am 23. September 2013, abgerufen am 23. September 2013 (html, deutsch).
  3. a b c d Torbjörn Blomdahl: Offizielle Biografie (englisch) Torbjörn Blomdahl. Archiviert vom Original am 26. August 2012. Abgerufen am 26. August 2012.
  4. Aktuelle Weltrangliste (PDF; 171 kB). Abgerufen am 26. Februar 2013.
  5. Torbjorn Blomdahl is King of Pool & Billiards in Korea (englisch) Pool.bz. 24. Juli 2007. Archiviert vom Original am 6. November 2012. Abgerufen am 6. November 2012.
  6. Titelträger im 5-Kegel-Billard auf FIBIS.it (Abschnitt: Albi d'Oro). Abgerufen am 6. November 2012.
  7. Eddy Merckx Star shines again at Hurghada. Auf: UMB.com. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  8. Abschlusstabelle Weltcup 2013 auf UMB.com. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  9. Erfolge auf Kozoom.com. Abgerufen am 27. August 2012.