Trudi Schoop

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Trudi Schoop, auch Trudy Schoop (* 9. Oktober 1903 in Zürich; † 14. Juli 1999 in Van Nuys, Kalifornien) war eine Schweizer Tänzerin, Tanztherapeutin und Kabarettistin.

Leben[Bearbeiten]

Die aus einer wohlhabenden Zürcher Familie stammende Trudy Schoop brachte sich als Autodidaktin das Tanzen weitgehend selbst bei. Im Alter von 17 Jahren trat sie im Pfauentheater ihrer Heimatstadt das erste Mal in einer Solodarbietung auf. Erst später nahm sie auch professionellen Tanz- und Ballettunterricht. Bereits 1921 gründete sie ihre erste eigene Tanzschule.

In den Folgejahren führten sie Tourneen, auf denen sie auch von ihrer Schwester Hedy Schoop und der Tänzerin Suzanne Perrottet begleitet wurde, durch zahlreiche europäische Großstädte wie Berlin, Oslo, Amsterdam, Prag, Stockholm und Paris. Aufgrund ihrer starken physischen Komik wurde die Ausdruckstänzerin Schoop oft als weiblicher Charlie Chaplin gefeiert. 1932 erreichte sie mit ihrer Tanzkomödie Fridolin unterwegs beim renommierten Pariser Grand Concours Internationale de Choréographie den zweiten Platz.

Daneben arbeitete sie einige Male als Choreographin und Tänzerin beim Film.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges löste sie ihre Tanzgruppe auf. Sie selbst engagierte sich zwischen 1941 und 1945 im antifaschistischen Zürcher Cabaret Cornichon. Nach Kriegsende firmierte sie für kurze Zeit ihre Tanzgruppe neu und ging abermals auf Tournee – diesmal durch die Vereinigten Staaten von Amerika. 1948 löste sie die Tanzgruppe endgültig auf und beendete zugleich ihre Bühnenkarriere.

Wenige Jahre später siedelte sie nach Kalifornien über. Dort widmete sie sich ganz der Aufgabe, psychisch gestörte Menschen durch Tanz positiv zu beeinflussen. Diese Wirkung des Tanzes auf Psychosen hatte sie in ihrer Jugend selbst mehrfach erlebt.[1] Als Therapeutin entwickelte sie die Tanztherapie für chronisch psychotische Menschen entscheidend weiter und gilt neben Franziska Boas, Marina Chace und Liljan Espenak und Mary Whitehouse als eine der „Mütter der Tanztherapie“.

Zunächst noch ohne psychologische oder klinische Schulung arbeitete Trudy Schoop später auch eng mit medizinischen Einrichtungen wie dem Camarillo State Mental Hospital und der Vereinigung UCLA zusammen. Mit ihrer body-ego technique versuchte sie bis ins hohe Alter Menschen aus ihrer Isolation zu holen und ihnen dabei zu helfen, sich selbst zu akzeptieren und Kontakt mit anderen Menschen aufzubauen.

Einige Jahre vor Trudy Schoop drehte die Filmemacherin Claudia Willke zwei Dokumentationen mit und über die Tanztherapeutin: Das Portrait Die Eroberung der Leere (1992) sowie Komm, tanz mit mir (1991), der Trudy Schoop bei der Arbeit mit Patientinnen der Psychiatrie Münsterlingen zeigt.[2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1931: Feind im Blut (als Choreographin und Tänzerin)
  • 1953: Sie fanden eine Heimat (als Choreographin)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Jochen Schmidt, „Grammophonisch. Zum Tod der Tanztherapeutin Trudy Schoop, in FAZ vom 30. Juli 1999, S. 46.
  2. Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie