Wine
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Dies ist die letzte gesichtete Version,
(zeige alle), freigegeben am 10. Mai 2008.
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| Wine | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler: | Die Wine Autoren |
| Aktuelle Version: | 1.0-rc1 (9. Mai 2008) |
| Betriebssystem: | Linux, BSD, Mac OS X, Solaris, Windows |
| Kategorie: | Laufzeitumgebung, Virtualisierung |
| Lizenz: | LGPL |
| Deutschsprachig: | ja |
| Website: | winehq.org |
Wine, ein rekursives Akronym für „Wine Is Not an Emulator“ (zu deutsch „Wine ist kein Emulator“, der Name ist angelehnt an das englische Wort „wine“ für Wein), ist eine Windows-kompatible Laufzeitumgebung für POSIX-kompatible Betriebssysteme.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Details
Mit Wine ist es möglich, viele Programme, die für die Microsoft-Windows-Betriebssysteme kompiliert wurden, auch unter Unix mit dem X Window System laufen zu lassen.
Im Gegensatz zur proprietären Windows-API ist der Quelltext von Wine und die Dokumentation mit Beispielen öffentlich zugänglich und darf frei eingesetzt werden. Wine wurde mit Linux entwickelt und unter anderem auf Solaris und für die verschiedenen BSD-Varianten portiert.
Ursprünglich wurde Wine unter der MIT-Lizenz veröffentlicht, aber nach Streitigkeiten um Cedega, einen proprietären Fork von Wine, der seine Weiterentwicklungen nicht an Wine zurückgab, steht Wine seit März 2002 unter der GNU Lesser General Public License (LGPL). Deshalb basiert Cedega nur noch auf einer Version von Wine aus der Zeit vor dem Lizenzwechsel. Im Gegensatz dazu geben CrossOver und ReactOS ihre Verbesserungen an Wine zurück und basieren deshalb auch auf einer aktuellen Wine-Version.
Wine kann ohne Windows-Installation verwendet werden. Einige Programmbibliotheken sind noch nicht vollständig implementiert, aber Wine kann DLLs und die Registrierungsdatenbank einer vorhandenen Windows-Version verwenden, um die Kompatibilität zu Windows-Anwendungen zu verbessern.
Wine ist noch im Entwicklungsstadium, einige auch vielgenutzte Windows-Anwendungen werden nicht komplett unterstützt; besonders bei Multimedia und 3D-Grafik gibt es größere Inkompatibilitäten. Die OpenGL-Implementierung ist allerdings fortgeschritten, sodass auch einige bekanntere 3D-Spiele mit einem kleineren Leistungsunterschied laufen. Auch einige Probleme mit kopiergeschützten Programmen und Spielen sind behoben worden.
Auf der offiziellen Wine-Webseite gibt es eine Liste mit Anwendungen, die unter Wine laufen.
[Bearbeiten] Geschichte
Bob Amstadt (der ursprüngliche Koordinator des Wine-Projektes) und Eric Youngdale initiierten das Wine-Projekt 1993. Als besonderer Ansporn galt den Entwicklern damals die Erfolge von Sun Microsystems mit Wabi, welches bei der Ausführung von Windows-Programmen unter Solaris eine höhere Leistung aufwies als unter einer nativen Windows-3.x-Umgebung. Ursprünglich gab es das Ziel Windows 3.x (16 Bit) Software voll zu unterstützen. Zur Zeit liegt der Fokus der Entwicklung aber bei den mittlerweile dominierenden Win32-Anwendungen. Seit Juni 1994 leitet Alexandre Julliard das Projekt.
Mitte 2002 umfasste der in C geschriebene Quellcode mehr als 1 Million Zeilen (Ende 2007 bereits knapp 2 Millionen). An dem Projekt sind über 300 Hobby- und Profiprogrammierer beteiligt, die in der ganzen Welt verstreut sind. Bis jetzt werden etwa 70 Prozent der Systemaufrufe unterstützt, wobei die restlichen noch nicht implementierten Aufrufe fast immer Sonderfunktionen sind, die nur von sehr wenigen Programmen benötigt werden. Wine ist nach über einem Jahrzehnt immer noch im Entwicklungsstadium, etwa alle zwei Wochen steht eine neue Version zum Herunterladen bereit. Am 25. Oktober 2005 erschien die erste Beta-Version, welche die Versionsnummer 0.9 erhielt.[1] Mittlerweile gibt es einen Code-Freeze für die – für Juni 2008 angekündigte – Wine Version 1.0.
[Bearbeiten] Funktion
Wine ist kein Emulator im engeren Sinn, sondern stellt DOS- oder MS-Windows-Programmen lediglich die Funktionen der Windows-API unter Linux und Unix zur Verfügung, indem er ihre Aufrufe zu den entsprechenden Funktionen des Linux- bzw. Unix-Kernels sowie des X-Window-Systems umleitet. So ist es möglich, dass die über Wine ausgeführten Programme ähnlich schnell wie unter dem Originalbetriebssystem laufen.
Wine kann DOS (MS-DOS nur bis Version 6.22) inklusive den grafischen Benutzeroberflächen PC/GEOS, OpenGEM, SEAL, Windows 3.1, Windows 95, Windows 98, Windows Me und die Betriebssysteme Windows NT, Windows 2000, Windows XP und Windows Vista simulieren. Es variiert jedoch der Grad an API-Unterstützung für die unterschiedlichen Windows-Versionen: Windows 95/98 wird recht gut unterstützt, die Unterstützung von NT-Versionen ist zurzeit hingegen eher problematisch. DirectX 8 wird größtenteils unterstützt, seit September 2004 wird an der Implementierung von DirectX 9 und Direct3D gearbeitet, seit 2007 an DirectX 10.
Für Wine existieren fertige Pakete für die gängigen Linux-Distributionen, einige BSD-Derivate und Windows, die man von der Website des Wine-Projekts beziehen kann. Da der Wine-Quellcode frei verfügbar ist, kann das Programm auch auf Linux-/Unix-Systemen installiert werden, für die es keine fertigen Pakete gibt.
[Bearbeiten] Varianten
- CrossOver
- Cedega (früher WineX)
- Darwine Projekt für Mac OS X
- ReWind
- ReactOS verwendet einen Teil der Wine-Bibliotheken, um sich doppelte Entwicklungsarbeit zu sparen
[Bearbeiten] Weblinks
- Wine HQ (englisch) – die offizielle Webseite
- Projektübersicht zu Wine bei SourceForge
- AppDB, offizielle Wine-Programmdatenbank (englisch)
- WineTools (englisch)
- WineTools (englisch) – inoffizielle Version, die mit aktuellen Wine-Versionen funktioniert
- Wine-Doors – Ersatz für die veralteten WineTools
- Benchmarks: Wine gegenüber Windows
- Wine-Wiki (engl.)
- Wine Wiki
- Wabi 2.2 für Linux – iX-Artikel über Wabi
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Windows-API-Emulator Wine in Version 0.9 freigegeben – Artikel von heise online, vom 26. Oktober 2005

