Wanganui

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Wanganui District Council
Karte
Wanganui DC.PNG
Basisdaten
Region: Manawatu-Wanganui
Einwohner: 43.600 (2004)
Fläche: 2372 km²
Bevölkerungsdichte: 18,4 Einwohner/km²
Hauptstadt: Wanganui-City
Adresse der
Stadtverwaltung:
101 Guyton St
PO Box 637
Wanganui
Internet: www.wanganui.govt.nz
Sonstiges
Einwohner
Wanganui-City:
39.400 (2005)

Wanganui oder Whanganui[1] ist eine Stadt in Neuseeland. Mit rund 39.400 Einwohnern (2005) ist sie eine für neuseeländische Verhältnisse mittelgroße Stadt. Sie liegt etwa 200 km nordnordöstlich von der Hauptstadt Wellington an der Mündung des Flusses Whanganui River in die Tasmansee und ist Hauptstadt des Wanganui-Distriktes.

Geographie[Bearbeiten]

Der Wanganui-Distrikt liegt an der South Taranaki Bight, einer Bucht, die vom South-Taranaki-Distrikt in der Region Taranaki bis hin zum Kapiti-Coast-Distrikt in der Region Wellington reicht.

Im Westen grenzt er an den South-Taranaki-Distrikt, im Nordwesten an den Stratford-Distrikt im Norden an den Ruapehu-Distrikt und im Osten an den Rangitikei-Distrikt.

Sein wichtigstes geographisches Merkmal ist zweifelsohne der Fluss Whanganui River, der den gesamten Distrikt von Norden nach Süden durchzieht. Zu beiden Seiten des Flusstals befindet sich Hügelland. Große Teile dieser Gegend gehören zum Whanganui-Nationalpark.

Von den etwa 44.000 Einwohnern des Wanganui-Distrikts leben nur 4500 außerhalb der Hauptstadt. Daher ist sie der mit Abstand wichtigste Ort. Der einzige weitere größere Ort ist Jerusalem flussaufwärts.

Geschichte[Bearbeiten]

Sicht auf die Stadt und dem Whanganui River vom Durie Hill aus

Das Gebiet um die Mündung des Flusses Whanganui wurde bereits vor Ankunft der Europäer von Māori besiedelt. Als die Stadt Wellington gegründet wurde, stieg es zu einem wichtigen Handelszentrum auf. Mit der wachsenden Anzahl britischer Siedler entstand Bedarf für eine neue Siedlung.

Gegründet wurde Wanganui gegen 1860 von der New Zealand Company, die nach neuem Land für ihre Siedler suchte. Bedeutung hatte Wanganui besonders als Hafen. Da der Whanganui River die längste Binnenwasserstraße in Neuseeland ist, wurde Wanganui auch als Ausgangspunkt für Expeditionen ins Landesinnere wichtig.

Die ersten Jahre der neuen Stadt waren problematisch. Das Land wurde von den einheimischen Stämmen willkürlich und unregelmäßig abgekauft. Auch waren viele Māori über den Zustrom der europäischen Siedler(Pakeha) in das Land, welches sie für sich beanspruchten, wütend. Obwohl etliche Vereinbarungen zwischen der britischen Kolonialmacht und den einheimischen Stämmen getroffen wurden, ging der Konflikt weiter.

Wanganui wuchs nach dieser Zeit sehr schnell, da Land zum Weiden freigegeben wurde. Während der Neuseelandkriege im Jahre 1860 fungierte die Stadt als eine große Militärbasis, obwohl einheimische Māori in Putiki friedlich mit den Siedlern der Stadt blieben.

Victoria Avenue in Wanganui auf der nördlichen Insel Neuseelands

Das Gebiet am Fluss Whanganui wird von den Māori als „tapu“ angesehen. Heutzutage wird die Region Wanganui immer noch als sozialer Brennpunkt gesehen, da Konflikte zwischen den Māori und der restlichen Bevölkerung um die Eigentumsrechte am Land auftreten. Im Jahre 1995 besetzte der Māori-Stamm von Whanganui wegen der Gebietsansprüche in einem hauptsächlich friedlichen Protest für 79 Tage die Moutoa Gärten (Moutoa Gardens) in Wanganui, die von den einheimischen Māori Pakaitore genannt werden.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die unterschiedliche Schreibung des Flusses und der Stadt ist auf historische Veränderungen zurückzuführen. Ursprünglich wurde das Gebiet von den Māori Whanganui (Bucht bzw. großer Hafen) genannt. Der erste Name der europäischen Siedlung war Petre. Die Siedlung wurde nach dem Grafen Petre, einem Offizier der New Zealand Company, benannt. Im Jahre 1852 wurde die Siedlung in Wanganui umbenannt.

Der Fluss wurde Wanganui River genannt. Im Jahre 1992 wurde der Fluss in Whanganui River umbenannt, um auf die Wünsche des einheimischen Iwi einzugehen. Ein anderer Grund war, dass man Verwechslungen mit dem Wanganui-Fluss auf der Südinsel meiden wollte. Die Stadt hat die gekürzte Schreibweise bisher beibehalten. 2006 wurde vorgeschlagen, auch die Stadt in Whanganui umzubenennen, und 2009 sprach sich auch das New Zealand Geographic Board für die Umbenennung aus. In mehreren Volksabstimmungen ergab sich aber keine Mehrheit für die Änderung.

Wanganui-City[Bearbeiten]

Opernhaus (1899)

Berühmte Gebäude der Stadt sind das königliche Wanganui Opernhaus und die Sarjeant Kunstgalerie. Das Opernhaus, dessen Grundsteinlegung im Jahr 1899 stattfand, wurde am 9. Februar 1900 vom Premierminister Richard Seddon feierlich eröffnet.

Ein Großteil der Stadt befindet sich am nordwestlichen Ufer des Flusses. Drei Brücken überqueren den Fluss Wanganui: die Cobham Bridge, die City Bridge und die Dublin Street Bridge. In der Nähe der City Bridge ist eine der ungewöhnlicheren Besonderheiten der Stadt. Ein Aufzug führt zu einem Denkmal auf dem Hügel Durie Hill.

Vororte der Stadt sind: Gonville, Castlecliff, Springvale, St. John's Hill, Aramoho, Wanganui East, Bastia Hill und Durie Hill. Alle Vororte außer Wanganui East, Bastia Hill und Durie Hill befinden sich nordwestlich des Flusses.

Der Raddampfer Waimarie, der mit viel Liebe von einer örtlichen Freiwilligengruppe geborgen und restauriert wurde und von Wanganui aus Ausflugsfahrten den Fluss hinauf unternimmt, stellt das offensichtlichste Überbleibsel aus der ehemaligen Kolonialzeit dar.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Umgebung von Wanganui sind die Böden sehr fruchtbar, so dass dort viel Landwirtschaft betrieben wird. Zur Wirtschaftskraft Wanganuis tragen vor allem Hafenanlagen und Baufirmen bei.

Vier Kilometer südlich von Wanganui befindet sich ein Flughafen (IATA-Code WAG), von hier werden tägliche Verbindungen nach Auckland und Wellington angeboten.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Whanganui – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

-39.933055555556175.05Koordinaten: 39° 56′ S, 175° 3′ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Whanganui or Wanganui - it's up to you. In: The New Zealand Herald, 18. Dezember 2009.