Washington Square (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Washington Square
Originaltitel Washington Square
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Agnieszka Holland
Drehbuch Carol Doyle
Produktion Julie Bergman Sender,
Roger Birnbaum
Musik Jan A.P. Kaczmarek
Kamera Jerzy Zieliński
Schnitt David Siegel
Besetzung

Washington Square (alternativ: Die Erbin vom Washington Square) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1997. Regie führte Agnieszka Holland, das Drehbuch schrieb Carol Doyle anhand eines Romans von Henry James.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in New York City vor dem Sezessionskrieg, und zeigt die Entwicklung einer jungen Frau der Oberschicht, Catherine Sloper. Catherine lebt alleine mit ihrem Vater, einem erfolgreichen Arzt, und seiner verwitweten Schwester, Lavinia Penniman, in dem titelgebenden Haus am Washington Square. Ihre Mutter starb kurz nach der Geburt im Wochenbett, ihr Bruder mit 3 Jahren. Beide Todesfälle berühren Catherines Vater sehr - Catherine ist in ihrer emotionalen und sozialen Naivität und intellektuellen Ungeschliffenheit in seinen Augen eine nicht hinreichende Ergänzung seiner nun reduzierten Familie und er begegnet Catherine mit Zurückhaltung, Kälte und Zynismus.

Catherine lernt den jungen, charmanten, intelligenten, aber finanziell unsoliden Morris Townsend kennen und verliebt sich in ihn, als er sie umwirbt. Catherines Vater sieht dies mit Missbilligung, vermutet, Townsend habe es auf das Vermögen seiner Tochter abgesehen und sieht sich durch seine diesbezüglichen Erkundigungen bestätigt. Morris und Catherine beschließen zu heiraten, doch der Vater verweigert seine Zustimmung - eine Heirat gegen den Willen des Vaters bedeutet, dass sie das beträchtliche Vermögen des Vaters nicht erben würde und von dem ihr vermachten Vermögen ihrer Mutter leben müsste.

Um Catherine dem Einfluss von Morris zu entziehen, begibt sich Mr. Sloper mit seiner Tochter auf eine Bildungsreise nach Europa, die er zunächst auf 6 Monate anlegt, dann aber, als Catherine weiterhin an ihren Heiratsplänen festhält, um ein weiteres halbes Jahr verlängert. In dieser Zeit versucht seine Schwester Lavinia, Morris zum Durchhalten bis zu einem, von ihr allerdings nur vermuteten, guten Ende zu bewegen.

Für Catherine wird diese Heirat zu einer Frage der Loyalität - zu dem Mann, den sie liebt und von dem sie sich wiedergeliebt glaubt oder zu ihrem Vater, dem sie ebenfalls stark emotional verbunden ist. Dieser Konflikt zieht sich bis kurz vor Ende der Handlung, denn Catherines Vater bleibt hart und unerbittlich. Catherine entwickelt sich über diesen Konflikt und die Auseinandersetzung mit den Reaktionen der beiden von ihr geliebten Männer von einer schüchtern-introvertierten zu einer mehr weltzugewandten, selbständigeren, reiferen Persönlichkeit. Es wird mehrfach die Frage gestellt, wen der Vater eigentlich zu schützen gedenkt: das Glück und den Ruf seiner Tochter oder sein eigenes. Catherine trifft die feste Haltung ihres Vaters sehr, zumal sie mit Kälte und uneinfühlsam vorgebracht wird, sie wird jedoch ebenso von Morris enttäuscht, der sich, als deutlich wird, dass sich Mr. Slopers negative Haltung einer Heirat der beiden betreffend nicht ändern wird, von ihr abwendet.

In den folgenden Jahren bleibt Catherine unverheiratet, trotz mehrerer Offerten. Ihr Vater erkrankt und stirbt. Da sie sich jedoch weigert, sich von ihm ihr weiteres Verhalten nach seinem Tode vorschreiben zu lassen, wird sie tatsächlich in seinem Testament nur mit dem Haus am Washington Square bedacht. Doch Catherine hat von der ihr jährlich zur Verfügung stehenden Summe aus dem Erbe ihrer Mutter nur weniges ausgegeben - so kann sie den Rest ihres Lebens in überschaubarem Wohlstand verbringen.

Es kommt noch einmal zu einer Begegnung von Catherine mit Morris Townsend, doch seine neuerliche Werbung wird von ihr nun selbstbewusst zurückgewiesen.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 10. Oktober 1997, die Regisseurin interessiere die Darstellung des sonst versteckten Familienlebens – wie im Film Der geheime Garten. Sie erzähle die Geschichte auf eine moderne Weise, obwohl nicht so humorvoll wie in der Romanvorlage („Henry James saw more humor in the story than Holland does“). Jennifer Jason Leigh spiele häufig kühne Charaktere; es sei bemerkenswert, dass sie auch einen zurückhaltenden Charakter so spielen könne, dass jede Aussage mutig wirke.[1]

Kenneth Turan schrieb in der Los Angeles Times vom 10. Oktober 1997, der Film sei kein Erfolg. Das Niveau der Darstellungen sei stark unterschiedlich, die Raffinesse fehle.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Maggie Smith wurde im Jahr 1998 für den Chlotrudis Award nominiert.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in Baltimore und in den kalifornischen Bergen – die Alpen darstellen – gedreht.[3] Er hatte seine Weltpremiere am 12. September 1997 auf dem Toronto International Film Festival.[4] Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 1,71 Millionen US-Dollar ein.[5]

Der Roman von Henry James wurde bereits 1949 unter dem Titel Die Erbin mit Olivia de Havilland und Montgomery Clift in den Hauptrollen verfilmt und mit vier Oscars ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik von Roger Ebert, abgerufen am 20. September 2007
  2. Filmkritik von Kenneth Turan, abgerufen am 20. September 2007
  3. Filming locations für Washington Square, abgerufen am 20. September 2007
  4. Premierendaten für Washington Square, abgerufen am 20. September 2007
  5. Box office / business für Washington Square, abgerufen am 20. September 2007