Wellington Koo

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Wellington Koo im Mai 1912

Vi Kyuin Wellington Koo (chinesisch 顧維鈞 / 顾维钧Pinyin Gù Wéijūn, W.-G. Ku Wei-chün, auch: Koo Vi Kyuin; * 29. Januar 1887 in Shanghai; † 14. November 1985 in New York City) war ein an der Columbia University ausgebildeter chinesischer Diplomat.

Vi Kyuin Wellington Koo wurde in Shanghai geboren. 1904 ging er in die Vereinigten Staaten, um westliche Kultur an der Columbia University zu studieren, v.a. um China mit der Bewältigung der imperialistischen Bedrohung zu helfen. Er sprach perfekt Englisch und interessierte sich für Chinas Position in der Welt.

1912 promovierte Koo in internationalem Recht und Diplomatie an der Columbia. Er kehrte sofort nach China zurück, um den neuen Republik China als Englisch-Sekretär des Präsidenten zu dienen. 1915 wurde Koo zum chinesischen Gesandten in den Vereinigten Staaten ernannt.

1919 war er einer der chinesischen Delegierten auf der Pariser Friedenskonferenz, wofür er hohe Bekanntheit erlangte. Vor den Westmächten und Japan forderte er, dass Japan Shandong an China zurückgeben solle. Er begann auch die Westmächte zu bedrängen, alle imperialistischen Einrichtungen und Maßnahmen zu beenden, wie Extraterritorialität, Zollkontrollen, Botschaftswachen und Verpachtungen. Die Westmächte lehnten seine Forderungen ab, und in der Konsequenz war die chinesische Delegation die einzige bei der Pariser Friedenskonferenz, die sich weigerte, den Vertrag von Versailles während der Unterzeichnungszeremonie zu unterschreiben.

Koo war auch an der Gründung des Völkerbundes als erster Vertreter Chinas beteiligt. 1926–1927 war er Präsident Chinas, während einer Chaosperiode in Beijing. Er war unter Zhang Zuolin Außenminister und vertrat China beim Völkerbund, um gegen die japanische Invasion der Mandschurei zu vertreten. Bis Frankreich von Deutschland besetzt wurde, war er von 1936 bis 1940 chinesischer Botschafter in Frankreich. Anschließend wurde er bis 1946 chinesischer Botschafter im Vereinigten Königreich. 1945 war Koo Mitgründer der Vereinten Nationen. Später versuchte er als Botschafter in den Vereinigten Staaten, das Bündnis zwischen diesen und Nationalchina aufrechtzuerhalten, als die Guomindang allmählich die Kontrolle an die Kommunistische Partei Chinas verlor und sich nach Taiwan zurückziehen musste.

1956 verließ Koo den chinesischen diplomatischen Dienst nach 44 Jahren und zwei Weltkriegen. Er war Chinas erfahrenster und geachtetster Diplomat. 1956 wurde Koo Vizepräsident und Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und folgte in dieser Funktion seinem im Amt verstorbenen Landsmann Hsu Mo. 1967 trat er zurück und zog nach New York, wo er mit Familie und Freunden seine letzten Lebensjahre verbrachte und 1985 mit 98 Jahren starb.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

 Commons: Wellington Koo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stephen G. Craft: V.K. Wellington Koo and the Emergence of Modern China. University Press of Kentucky 2004.