Widget
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Ein Widget ist eine Komponente eines grafischen Fenstersystems. Die englische Bezeichnung „widget“ ist ein Kofferwort, gebildet aus window (Fenster) und gadget für „Zubehörgerät“.
Das Widget besteht aus dem Fenster, einem sichtbaren Bereich der Maus- und/oder Tastaturereignisse empfängt, und dem nicht sichtbaren Objekt, welches den Zustand der Komponente speichert und über bestimmte Zeichenoperationen den sichtbaren Bereich verändern kann. Widgets sind immer in ein bestimmtes Fenstersystem eingebunden und nutzen dieses zur Interaktion mit dem Anwender oder anderen Widgets des Fenstersystems.
Applets sind zwar ebenfalls in eine Umgebung eingebunden werden, verwenden jedoch im Gegensatz zum Widget nicht zwingend die vom Fenstersystem bereitgestellten Dienste und Fenster. Applets werden meist über eine -im Vergleich zur Schnittstelle des Fenstersystems - relativ grobe Plugin-Schnittstelle in das Wirtssystem eingebunden und haben meist ihre eigene Fenster- und Ereignisverwaltung.
Widgets und zum Teil auch Applets können nicht als eigenständige Anwendungsprogramme im Rahmen eines Betriebssystems betrieben werden. Sie benötigen eine Umgebung, die über eine Programmierschnittstelle Grundfunktionen und Ressourcen bereitstellt und somit die Möglichkeiten beschränkt. Programme für den Betrieb von Widgets werden als Widget-Engines bezeichnet.
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[Bearbeiten] Ursprung und Entwicklung
Widgets stammen ursprünglich aus dem „MIT Athena Projekt“ und bezeichneten ein mit einem Fenster assoziiertes Objekt, daraus resultiert das Kunstwort aus Win(dow) und (Gad)get. Ein solches Windowobjekt konnte eigenständig auf Ereignisse der Tastatur und/oder Maus reagieren und sein Aussehen entsprechend anpassen.[1] Mit den ersten „worldwideweb-Browsern“ unter X11, einem Nachfolger von MIT Athena, gelangte dieser Begriff ins Internet und wird nunmehr für unterschiedliche Technologien verwendet.
Widgets werden mittlerweile von nahezu allen grafischen Benutzeroberflächen unterstützt und sogar benötigt, damit der vollen Funktionsumfang der Umgebung zugänglich ist. So sind „gOS“ oder das angekündigte Google Chrome OS darauf angewiesen. Unter Mac OS X und Windows sind Widgets seit 2005 verbreitet aber nahezu „funktionsirrelevant“. Mit SuperKaramba ist auch für KDE bereits seit 2003 ein Widget-Framework verfügbar. Der Begriff Widget erlangte 2003 durch das Programm Konfabulator eine weite Verbreitung.
Parallel zu den Widgets für einzelne Betriebssysteme entwickelten sich Widgets in Form von besonderen Webanwendungen. Viele solcher Anwendungen sind wenig komplex und fügen lediglich Informationen aus anderen Quellen ein, das wird Syndikation genannt. Inhalten von Portalen wie YouTube oder Sevenload werden mit Adobe Flash eingebunden oder Fotos eines Benutzers über die Anwendung Flickr. Diese Nutzung hat mit zur Verbreitung von User Generated Content und Web-2.0-Anwendungen beigetragen. Widgets zur Einbindung in Webseiten werden im Gegensatz zu anderen Widgets häufig nur als kleine Fragmente von HTML- und JavaScript-Code angeboten, die automatisch installiert werden können. Inzwischen verschwinden die Grenzen zwischen Widgets für den Desktop und Widgets im Web immer mehr, da mit entsprechenden Widget-Engines auch Web-Widgets auf dem Desktop eingesetzt werden können. Im Rahmen des W3C wird derzeit an einem Standard für Widgets gearbeitet.[2]
[Bearbeiten] Widget-Engines
Widget-Engines sind grundsätzlich Software-Module. Sie stellen die Voraussetzung für die Nutzung von Widgets dar und geben die Schnittstellen für deren Einbindung. Widgetumgebungen können heute sehr vielfältig sein.
- Widgets können in Windows Vista in der Windows Sidebar integriert werden. Sie werden dort Gadgets oder Minianwendungen genannt. Weitere Programme zur Einbindung von Widgets unter Windows sind Samurize, AveDesk, DesktopX, KlipFolio und Kapsules.
- Die Yahoo Widget Engine – früher Konfabulator – wurde ursprünglich für Mac OS X entwickelt und danach für Windows portiert.
- Mit dem Dashboard ist in Mac OS X eine eigene Widget-Engine integriert.
- Mit Google Desktop können Widgets (dort als Gadgets bezeichnet) unter Windows, Mac OS X und Linux auf den Desktop gebracht werden.
- Allgemeine Widget-Engines für Linux sind screenlets, gDesklets und universal applets. Speziell für KDE gibt es SuperKaramba. Mit KDE 4 kommt eine eigene Widget-Umgebung hinzu, bei der die Widgets Plasmoids heißen.
- Mittels DHTML, AJAX, Adobe Flash, Silverlight oder Java-Applets können derartige Anwendungen auch in Webseiten eingebunden werden. Verschiedene Anbieter bieten Plattformen zur Zusammenstellung von personalisierten Widgets an, etwa Netvibes, iGoogle, pageflakes, ContentSieve, allyve oder Facebook.
- Der Webbrowser Opera stellt seit der Version 9 nun eigene Widgets zur Verfügung.
[Bearbeiten] Weblinks
- Widgets: Kleine Helferlein auf dem Desktop
- Deutschsprachige Anleitung zum Erstellen eigener Widgets für die Windows Vista Sidebar