Wilhelm Girardet

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Wilhelm Girardet (* 14. Juni 1838 in Lennep; † 4. Mai 1918 in Honnef) war ein deutscher Buchbinder, Buchdrucker, Verleger und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Ehrengrab auf dem Südwestfriedhof Essen

Wilhelm Girardet stammte aus einer hugenottischen Familie, die aus Mizoën im Kanton Le Bourg-d’Oisans nach Burg bei Magdeburg eingewandert war. Sein Großvater Daniel Girardet war Schuhmachermeister in Stettin. Sein Vater Wilhelm Girardet (1804–1882) war Buchbindermeister in Lennep; seine Mutter war Anna Catharina Girardet (1808–1881).

Nach einer Buchbinderlehre im väterlichen Betrieb arbeitete Wilhelm Girardet fünf Jahre als Geselle in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz. 1865 gründete er eine Druckerei in Essen, aus der sich ein Verlags- und Druckereiunternehmen die „W. Girardet KG“ entwickelte, in dessen Zentrum u. a. die „Westdeutsche Zeitung“ entstand (seit 2011 Verlag W. Girardet GmbH & Co. KG).

Ab 1886 gründete er mehrere Zeitungen vom Typus des General-Anzeigers, z. B. in Leipzig („Leipziger Generalanzeiger“), Elberfeld, Hamburg („General-Anzeiger für Hamburg-Altona“ 1888, „Neue Hamburger Zeitung“ 1895 [1]), Chemnitz, Düsseldorf („Düsseldorfer Nachrichten“) und Duisburg.

1893 gründete Girardet in Zürich zusammen mit dem früheren NZZ-Redakteur Fritz Walz den „Tages-Anzeiger für Stadt und Kanton Zürich“. 1902 baute er am Ufer der Sihl eine Druckerei. Damit wurde der Grundstein zum späteren Hauptsitz der Tamedia AG gelegt.

Der Unternehmer Wilhelm Girardet gilt auch als einer der Vorreiter auf dem Gebiet der betrieblichen Sozialleistungen, so schuf er für die Beschäftigten seines Unternehmens eine der ersten deutschen Betriebskrankenkassen – noch vor Otto von Bismarcks 1883 begonnener Sozialgesetzgebung.

Vom 1. Januar 1897 bis zum 5. November 1906 gehörte er der Essener Stadtverordnetenversammlung an.

1906 verlieh Kaiser Wilhelm II. Wilhelm Girardet den TitelKommerzienrat“. Er trug den preußischen Roten Adlerorden IV. Klasse und die Ehrenbürgerwürde der Stadt Honnef (heute Bad Honnef), wo er seit August 1906 seinen Wohnsitz im Feuerschlößchen hatte.

Er war in erster Ehe seit 1866 mit Elise Girardet, geborene Mönnigfeld (1843–1888) verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte. Die Söhne waren Wilhelm Girardet (Junior) (1874-1953) und Paul Girardet (1878-1970). Seine Tochter Berta aus dieser Ehe war mit Otto Coninx verheiratet.[2] Die Tochter Hedwig (* 1882) heiratete 1911 den niederländischen Anatom Herman Maximilien de Burlet, der 1943 in Katyn als Mitglied der internationalen Gutachtergruppe bei der Obduktion der Opfer des Massakers von Katyn tätig war. 1894 heiratete er Gertrud Hetzer (* 1867). Aus dieser Ehe hatte er drei Kinder. Die Söhne waren Kurt Girardet (1900–1986) und Hellmut Girardet (1902–1973).

Nach Wilhelm Girardet wurde die Girardetstraße in Essen-Rüttenscheid benannt, an der der Essener Girardet-Stammbetrieb lag (heutiges „Girardet-Haus“, vgl. Weblinks), und die zuvor den Namen Gerswidastraße trug. Ebenso wurde in Bad Honnef die Girardetallee nach ihm benannt. Auch in Hamburg gibt es ein „Girardet-Haus“, es liegt am Gänsemarkt (siehe Liste der Kontorhäuser in Hamburg). An der Königsallee (Düsseldorf) liegt die Girardet-Brücke und das Girardet-Haus.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.hamburg.de: Hamburg vor 80 Jahren
  2. Otto Coninx im Historischen Lexikon der Schweiz