Westdeutsche Zeitung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Westdeutsche Zeitung
WZ-Logo.svg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag W. Girardet GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1887
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2014, Mo–Sa)
88.458 Exemplare
Reichweite (MA  2009) 0,369 Mio. Leser
Chefredakteur Lothar Leuschen (komm.)
Weblink wz-newsline

Die Westdeutsche Zeitung (WZ) ist eine regionale Abonnenten-Zeitung. Sie wird seit 1887 herausgegeben. Ihr Leitsatz lautet „Westdeutsche Zeitung – unabhängig, kritisch, überparteilich“ Die Tageszeitung, herausgegeben vom Verlag W. Girardet GmbH & Co. KG, hat ihre Sitze in Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach und Wuppertal. Sie hat eine verkaufte Auflage von 88.458 Exemplaren[1], die sich auf 17 Lokalausgaben verteilt.

Der überregionale, redaktionelle Mantelteil wird auch an das Solinger Tageblatt und den Remscheider General-Anzeiger geliefert.

Das Verbreitungsgebiet der Zeitung reicht von der niederländischen Grenze über die Kreise Viersen und Heinsberg, Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf bis Wuppertal, dort leben rund vier Millionen Menschen. Die WZ besitzt in Wuppertal eine Alleinstellungsposition. In Krefeld ist sie laut IVW II. Quartal 2008 mit 63,7 % Marktanteil (IVW II. Quartal 2007: 66,1%) die größte Abonnement-Zeitung, in Düsseldorf und Mönchengladbach die zweitgrößte Abozeitung.

Gemeinsam mit anderen regionalen Zeitungsverlagen ist der Verlag W. Girardet GmbH & Co. KG (bis 2011 W. Girardet KG) seit März 2006 an dem regionalen Online-Anzeigenportal kalaydo.de beteiligt, in das die Westdeutsche Zeitung ihr Online-Anzeigengeschäft übertragen hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Verlagsgebäude in Wuppertal
Werbung für die Westdeutsche Zeitung auf der Wuppertaler Schwebebahn

Von 1934 an erschienen in Krefeld der General Anzeiger, der erstmals 1876 von Edmund Busch-du Fallois herausgegeben wurde, und die Crefelder Zeitung (mindestens seit 1855) unter dem gemeinsamen Titel Westdeutsche Zeitung.

Im Jahr 1937 gehörten unter dem Untertitel Vereinigte Tageszeitungen am Niederrhein auch der General-Anzeiger für den Niederrhein, die Zeitung Niederrheinisches Echo, die Viersener Zeitung, die Linksrheinische Rundschau und Die Wacht am Rhein zu diesem Verbund.

Die Zeitung erschien in dieser Zeit sieben Mal wöchentlich und kostete mit der illustrierten Sonntagszeitung Volksschatz halbmonatlich 1,20 Mk (inkl. Botenlohn).

Zu diesem Zeitpunkt befand sich diese Zeitung noch nicht im Besitz der Familie Girardet. Deren Aktivitäten auf dem Zeitungsmarkt reichen bis 1887 zurück. In jenem Jahr gab Kommerzienrat Wilhelm Girardet die erste Ausgabe des General-Anzeigers für Elberfeld-Barmen heraus. Ab 1936 ging die Zeitung auf seinen Sohn Hellmut Girardet über. 1903 übernahm er mit seinem Sohn Paul den seit 1876 erscheinenden Düsseldorfer General Anzeiger, den sie ab 1917 unter dem neuen Titel Düsseldorfer Nachrichten fortführten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 stellten die Düsseldorfer Nachrichten – wie alle deutschen Zeitungen – ihr Erscheinen ein.

1949 erschien die Westdeutsche Zeitung erstmals nach Kriegsende 1945 wieder. Westdeutsche Zeitung und Düsseldorfer Nachrichten schlossen sich zusammen; die Westdeutsche Zeitung übernahm politische Mantelseiten aus Düsseldorf; Lokal- und Anzeigenseiten wurden in Krefeld erstellt; der Druck der Zeitung erfolgt in Krefeld. 1970 wurde der Verlag C. Busch-du Fallois Söhne vom Verlag W. Girardet und damit als neuen Herausgeber Michael Girardet übernommen, wodurch auch die Westdeutsche Zeitung aus Krefeld an den Verlag fiel. Seit 1973 erscheinen alle drei Zeitungen des Verlages unter dem gemeinsamen Obertitel Westdeutsche Zeitung.

Gegenwart[Bearbeiten]

Der Girardet-Verlag ist heute mit 6,7 % an der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, der Holding der Rheinischen Post, direkt beteiligt.[2] Obwohl beide Zeitungen im Bereich Düsseldorf Konkurrenten sind, kooperieren sie: Die Rheinische Post druckt die Westdeutsche Zeitung in der eigenen Rheinisch-Bergischen Druckerei,[3] außerdem organisiert die Rheinische Post die Verteilung und beide Zeitungen geben gemeinsame Anzeigenblätter heraus.[4]

Ende 2009 arbeiteten rund 300 Journalisten für die Westdeutsche Zeitung, Ende 2012 sollen es nur noch knapp 200 sein. Die damit verbundenen Kündigungen rechtfertigte der Geschäftsführer mit dem Medienwandel. Innerhalb von zehn Jahren sank die Auflage um über 36 Prozent.[4]

Ende März 2014 wurde bekannt, dass die Anzahl der Redakteure halbiert werden soll. Die bislang in Wuppertal erstellte Lokalausgabe für den Kreis Mettmann soll künftig von der Rheinischen Post kommen.

Auflage[Bearbeiten]

Die Westdeutsche Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 48 Prozent gesunken.[5] Sie beträgt gegenwärtig 88.458 Exemplare.[6] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 89,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]


Redaktion[Bearbeiten]

Verlagsgebäude an der Düsseldorfer Königsallee

Im August 2002 wurde der langjährige Chefredakteur Michael Hartmann abgelöst, nachdem es Ermittlungen gegen ihn im GWG-Skandal gab.[8] Zwei Jahre später wurde das Verfahren gegen Geldbuße eingestellt, laut Staatsanwaltschaft soll sich Hartmann in den 1990er Jahren bei der GWG für den Kauf des Bremme-Geländes eingesetzt und dafür von seinem Auftraggeber 23.000 Euro erhalten haben, außerdem soll er der GWG versprochen haben, den Kauf mit positiven Berichten in der Westdeutschen Zeitung zu begleiten. Hartmann selbst wies die Vorwürfe stets zurück.[9]

Von Februar 2003 bis Januar 2010 war Friedrich Roeingh Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung. Zuvor war der gebürtige Ostwestfale Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers und Leitender Redakteur beim Badischen Tagblatt in Baden-Baden. Sein Nachfolger war der bisherige stellvertretende Chefredakteur Martin Vogler.[10] Im Januar 2014 wurde bekannt, dass sich der Girardet-Verlag von Vogler getrennt hat. Kommissarisch übernahm sein bisheriger Stellvertreter Lothar Leuschen die Leitung der WZ.[11]

Medienprojekt Klasse![Bearbeiten]

Mit dem Medienprojekt „Klasse!“ spricht die Zeitung die Schüler im Verbreitungsgebiet an. Sie erhalten drei bis vier Wochen lang kostenlos die Zeitung und können mit Hilfe von Begleitmaterial lernen, wie eine Tageszeitung aufgebaut ist, welche journalistischen Genres es gibt und wie Medien an der Information und Meinungsbildung beteiligt sind. Das Teilprojekt „Klasse! Kids“ richtet sich an die Klassen 2 bis 4, das Teilprojekt „Klasse“ ist für die Klassen 8 bis 10 konzipiert. Die WZ will damit auch Leseförderung betreiben. Zusätzlich sollen die Schüler zum kritischen Umgang mit Medien aller Art angeleitet werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westdeutsche Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Beteiligungen der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH. KEK. Abgerufen am 22. August 2012.
  3. Über uns - Rheinisch-Bergische Druckerei. Rheinisch-Bergische Druckerei. Abgerufen am 22. August 2012.
  4. a b Bülend Ürük: Kahlschlag in Düsseldorf: "Westdeutsche Zeitung" entlässt knapp ein Fünftel aller Mitarbeiter. Newsroom.de. 22. August 2012. Abgerufen am 22. August 2012.
  5. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  6. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Michael Hartmann verlässt "Westdeutsche Zeitung". HORIZONT. 7. August 2002. Abgerufen am 22. August 2012.
  9. Verfahren gegen Ex-"WZ"-Chefredakteur eingestellt: Geldbuße für Michael Hartmann. Rheinische Post. 18. Oktober 2004. Abgerufen am 22. August 2012.
  10. Wechsel in der Chefredaktion, Westdeutsche Zeitung vom 11. Januar 2010, Seite 1
  11. „Westdeutsche Zeitung“ trennt sich von Chefredakteur Vogler. In: focus.de. 14. Januar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.

51.2552777777787.1072222222222Koordinaten: 51° 15′ 19″ N, 7° 6′ 26″ O