William Davenant

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William Davenant, auch William D'Avenant (* Februar 1606 in Oxford; † 7. April 1668 in London) war ein englischer Schriftsteller und Theaterdirektor.

William Davenant

Leben[Bearbeiten]

Davenant war der Sohn des Bürgermeisters von Oxford John Davenant und dessen Ehefrau Jane Shepherd. Sein Patenonkel war William Shakespeare, dem Gerüchte aber öfters die Vaterschaft unterstellten. Der Schriftsteller Samuel Butler behauptete, anhand einiger Textproben von Davenant und Shakespeare eine Verwandtschaft nachweisen zu können.

Als 1637 der Schriftsteller Ben Jonson starb, berief man Davenant zu dessen Nachfolger als Poet Laureate. Als Parteigänger der Stuarts unterstützte Davenant im englischen Bürgerkrieg König Charles I., der ihn 1643 adelte und u.a. als inoffiziellen Botschafter nach Frankreich sandte. 1649 ernannte König Charles II. Davenant zum Schatzmeister der Kolonie Virginia.

1660 gründete Davenant das Ensemble der Duke Players, eines der Patent Theatres, in Lincoln's Inn Fields. Mit diesem Ensemble, dem auch der Schauspieler Thomas Betterton angehörte, versuchte Davenant hauptsächlich seine eigenen Stücke auf die Bühne zu bringen.

Im Alter von 62 Jahren starb Sir William Davenant am 7. April 1668 nach jahrelangem Leiden an der Syphilis in London. Seine letzte Ruhestätte fand er in der „Poet's Corner“ der Westminster Abbey; auf seinem Grabstein ist zu lesen: „O rare Sir William Davenant“.

Davenant schuf mit seinen Komödien und Dramen die ersten Theaterstücke der Restaurationszeit und ist dabei immer als der Nachfolger von Jonson zu sehen. Mit The siege of Rhodes schuf Davenant 1656 die erste englische Oper mit Musik u. a. von Henry Lawes und Matthew Locke. Die große englische Schauspielerin und Sopranistin Kitty Clive feierte noch 1735 einen Erfolg mit seiner Adaption von Macbeth und den darin enthaltenen Gesängen der Hexen.

Werke[Bearbeiten]

  • Albovine, King of the Lombards (1629)
  • The Wits (1636)
  • The Platonick Lovers (1643)
  • The Unfortunate Lovers (1643)
  • Love and Honour (1649)
  • Gondibert (1650)
  • The Siege of Rhodes (1656)

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Hönnighausen: Der Stilwandel im dramatischen Werk Sir William Davenants. Böhlau, Köln u. a. 1965 (Anglistische Studien 3, ISSN 0570-0930, zugleich: Bonn, Univ., Diss., 1963).
  • Mary Edmond: Rare Sir William Davenant. Poet Laureate, Playwright, Civil War General, Restoration Theatre Manager. Manchester University Press, Manchester u. a. 1987, ISBN 0-7190-2286-X (The Revels Plays Companion Library).