William King (Geologe)

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William King

William King (* April 1809 in County Durham,[1] Nordost-England; † 24. Juni 1886 in Taylor's Hill, Glenoir bei Galway) war ein britischer Geologe. 1864 führte er die Bezeichnung Homo neanderthalensis für das Fossil Neandertal 1 ein, das Mitte August 1856 in einem als Neandertal bezeichneten Talabschnitt der Düssel im niederbergischen Land, 13 Kilometer östlich von Düsseldorf, entdeckt worden war.[2]

Leben[Bearbeiten]

King hatte im Anschluss an seine Schulausbildung kein akademisches Studium absolviert. Neben seinem Hauptberuf als Besitzer eines Buchladens brachte er sich im Selbststudium Anatomie bei und sammelte Mineralien und Fossilien. So gelang ihm der Zugang zu an Geologie interessierten wissenschaftlichen Kreisen. Von 1841 bis 1849 war er Kurator im heute Hancock Museum genannten Naturkundemuseum in Newcastle-upon-Tyne. Als Lecturer unterrichtete er in diesen Jahren Geologie an der örtlichen School of Medicine.

1849 wurde King nach Irland auf den Lehrstuhl für Mineralogie und Geologie im neu eingerichteten Queen’s College, Galway, berufen, der heutigen National University of Ireland, Galway. Dort befasste er sich bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1883 mit der Geologie Irlands, unter anderem mit dem Entstehen der Burren, und er erforschte vermeintliche Fossilien von frühen Lebewesen aus dem Perm (so genannten Eozoen). 1882/83 war King zusätzlich Professor für Naturgeschichte.

1852 richtete er aus dem Bestand seiner Privatsammlung ein geologisches Museum am Queen’s College ein, das heutige James Mitchell Geology Museum. Außerdem war er beratend tätig, als die Route für das Verlegen von Transatlantikkabeln festgelegt wurde.

1870 wurde ihm ein Ehrendoktorat verliehen, das erste, das von seiner Universität vergeben wurde.

William King wurde 1886 auf dem Neuen Friedhof in Galway beigesetzt.

Werke[Bearbeiten]

  • mit Thomas Henry Rowney: An Old Chapter of the Geological Record, with a New Interpretation: or, Rock-Metamorphism (especially the Methylosed Kind) and its Resultant Imitations of Organisms. John Van Voorst, London 1881 Volltext (PDF; 6,55 MB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Sidney Lee: Dictionary of National Biography. Smith, Elder & Co., London 1892, S. 170
  • Frederic Boase: Modern English Biography. Netherton & Worth, Truro 1892–1921

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laut Webseite der National University of Ireland, Galway, wurde King in Sunderland geboren; laut Sidney Lee, Dictionary of National Biography (1892) und Frederic Boase, Modern English Biography (1892–1921) – beide unter Verweis auf Nature, Band 34, Nr. 870 vom 1. Juli 1886, S. 200, doi:10.1038/034199b0 – sowie dem Katalog der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (Dump vom 14. Mai 2012) wurde er in Hartlepool geboren
  2. William King: The Reputed Fossil Man of the Neanderthal. In: Quarterly Journal of Science. Band 1, 1864, S. 88–97, Volltext (PDF; 348 kB)

Weblinks[Bearbeiten]