Düssel

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Dieser Artikel erläutert den Fluss Düssel; zu anderen Bedeutungen siehe Düssel (Begriffsklärung).
Düssel
Das Binnendelta der Düssel innerhalb Düsseldorfs

Das Binnendelta der Düssel innerhalb Düsseldorfs

Daten
Gewässerkennzahl DE: 27392
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle In Wülfrath-Blomrath
51° 17′ 49″ N, 7° 4′ 37″ O51.2968972222227.0769722222222240
Quellhöhe ca. 240 m ü. NN[1]
Mündung In Düsseldorf in den Rhein51.1811277777786.795802777777832Koordinaten: 51° 10′ 52″ N, 6° 47′ 45″ O
51° 10′ 52″ N, 6° 47′ 45″ O51.1811277777786.795802777777832
Mündungshöhe 32 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 208 m
Länge 39,9 km(Mündungsarm Brückerbach)[2]
Einzugsgebiet 162,88 km²[2]
Linke Nebenflüsse Kleine Düssel, Eselsbach
Rechte Nebenflüsse Holzer Bach, Mettmanner Bach, Pillebach, Hubbelrather Bach, Rotthäuser Bach
Großstädte Wuppertal, Düsseldorf
Mittelstädte Wülfrath, Mettmann, Haan, Erkrath
Die Düssel an der Fundstelle des Neandertalers

Die Düssel an der Fundstelle des Neandertalers

Die Düssel ist ein rund 40 Kilometer langer rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen. Sie entspringt in Wülfrath-Blomrath an der Stadtgrenze zu Velbert-Neviges im Kreis Mettmann. Nach einem Verlauf durch die Städte Wülfrath, Wuppertal, Mettmann, Haan und Erkrath mündet sie im Stadtgebiet von Düsseldorf vierarmig in den Rhein. Die Düssel ist die Namensgeberin für den Wülfrather Ortsteil Düssel und das dortige Haus Düssel, die Stadt Düsseldorf und deren Ortsteil Düsseltal.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Düssel geht wahrscheinlich auf das germanische thusila zurück und bedeutet „brausen, rauschen, tosen“, althochdeutsch doson. Um 1065 wird der Bach als Tussale (die Brausende, Rauschende, Tosende) bezeichnet.[3]

Der Lauf der Düssel[Bearbeiten]

Naturräumliche Gliederung des Verlaufs[Bearbeiten]

Die Düssel durchquert laut dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands in ihrem Lauf mehrere Naturräumliche Einheiten. Der Quellbereich liegt in dem Düsselhügelland (3371.18), der Oberlauf berührt kurz das Dornaper Kalkgebiet (3371.16) und der Mittellauf mit dem Neandertal durchquert die Mettmanner Lößterrassen (3371.00). Es schließt sich bei Alt-Erkrath ein kurzer Abschnitt durch den Naturraum Düsseltalmündung (550.13) an. Das Mündungsdelta befindet sich in der Düsseldorf-Duisburger Rheinebene (575.30).[4]

Verlauf bis Düsseldorf[Bearbeiten]

Die Düsselschlucht im Neandertal 1835
Die Düssel mit Zu- und Nebenläufen auf einer Karte von 1645. Die Hauptdüssel beginnt rechts oben bei Tennes Heyde (W.Blaeu / J.BlaeuAtlas Maior: Iuliacensis et Montensis Ducatus – Ausschnitt)
Quelle der Düssel bei Velbert-Neviges
Zusammenfluss von Mettmanner Bach und Düssel am Kunstwerk Woher-Wohin
Die Düssel im Neandertal
Die Düssel im Neandertal bei Hochwasser
Die Düssel in Erkrath im Normalzustand
Die Düssel in Erkrath bei Hochwasser
Die Nördliche Düssel in Düsseldorf-Gerresheim
Der Stadtgraben auf der Düsseldorfer Königsallee wird mit Düsselwasser gespeist
An der Kühlwetterstraße hinter dem Eisstadion an der Brehmstraße
Staustufe des Kittelbachs in der Heinrichstraße

Die Düssel bildet sich aus vier bis acht Quellgewässern. Die höchstgelegene der Quellen, die der eigentlichen Düssel, befindet sich in Wülfrath bei Gut Blomtrath[5] an der Stadtgrenze zu Neviges. Von hier durchfließt die Düssel die Wülfrather Ortsteile Schlupkothen, Aprath und Düssel, am ehemaligen Schloss Aprath und der Aprather Mühle vorbei, bevor sie in Hahnenfurth und Schöller Wuppertaler Gebiet passiert und ihren Lauf auf dem Gebiet der Stadt Haan fortsetzt. Hier vereint sie sich im Ortskern von Gruiten-Dorf mit der Kleinen Düssel, einem Zufluss, der 4,3 km lang ist und östlich in der Gemarkung Bolthausen im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel entspringt.

Westlich von Gruiten fließt sie durch das Naturschutzgebiet Neandertal und markiert dort die Stadtgrenze zwischen Erkrath und Mettmann. Dort hat sich der Fluss tief in den Untergrund aus devonischen Tonschiefern und Riffkalksteinen eingeschnitten und bildet so ein teilweise enges Tal, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Gruiten und Braken nur durch die Trassen einer werkseigenen Kleinbahn für den Kalksteinabbau erschlossen war (heute Wegetrassen). Die schluchtartige Enge der Flasche ist mit dem Kalksteinabbau verschwunden. Die zweite Enge am 1672 erwähnten und 1986 restaurierten und zwischen den Höfen Thunis und Bracken befindlichen Kalkofen Huppertsbracken ist noch erhalten. Zahlreiche Mühlengebäude, wie die Winkelsmühle liegen in diesem Talabschnitt. Teilweise sind Anlagen zur Wiesenbewässerung erhalten (Flössgräben).

Als größter Nebenbach fließt der Düssel, aus einem weiträumigeren Tal kommend, der Mettmanner Bach zu. An dieser Stelle, einer kleinen Talweitung, querte die mittelalterliche Kölnische Straße (Strata coloniensis) das Tal. Danach verengte es sich abrupt zu einer für den nordwestdeutschen Raum außergewöhnlichen Schlucht, Gesteins oder Hundsklipp genannt.

Diese Schlucht wurde ab etwa 1800 nach dem berühmten, in Düsseldorf lebenden Pastor, Komponisten und Kirchenmusiker Joachim Neander Neandershöhle und ab etwa 1850 Neanderthal genannt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Tal ein beliebtes Ziel für die Maler der Düsseldorfer Schule, die hier ihre Studien an Felsformationen und Pflanzen betrieben. 1837 regte das Neanderthal den Maler Eduard Steinbrück zum allegorischen Bild Die Nymphe der Düssel an, das Prinz Carl von Preußen ihm abkaufte.[6] Durch den Kalksteinabbau ab 1849 ist die Enge des früheren Neanderthals, die die Maler zu romantischen Motiven angeregt hatte, verschwunden und ein weiträumiges Tal entstanden.

An der Einmündung des Mettmanner Baches befindet sich der Kunstweg MenschenSpuren und das neugebaute Neanderthal Museum. Etwas weiter dem Düssellauf folgend befindet sich an der pittoresken Felsnase Rabenstein die Fundstelle des berühmten Fossils Neandertal 1, das für den Neandertaler namensgebend war, einen Urzeitmenschen des Pleistozäns. Die Fundstelle konnte 1997 wiederentdeckt werden und wurde vor einigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Aus dem Neandertal kommend durchfließt die Düssel die Stadt Erkrath, wo sie unter anderem zwischen den 1950er und 1970er Jahren wegen der Ausbreitung der Wohngebiete, dem Straßenbau und Neubauten wie der Stadthalle an einigen Stellen in ein neues Flussbett verlegt wurde. Hier münden der Hubbelrather Bach, in den kurz vorher der Stinderbach mündete, und der Rotthäuser Bach in die Düssel. Hinter dem Ortsausgang schlängelt sie sich an Haus Morp vorbei durch die überwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Erkrath und Düsseldorf-Gerresheim; dies ist der letzte noch naturbelassene Abschnitt des Flusses.

Binnendelta in Düsseldorf[Bearbeiten]

Für Düsseldorf ist die Düssel namensgebend. Ein Binnendelta mit vier Armen zum Rhein liegt komplett auf dem Stadtgebiet. Erstmals teilt sich der Fluss am Höherhof in Düsseldorf-Gerresheim in die Nördliche und die Südliche Düssel. Beide Bachläufe teilen sich später erneut. Von der Nördlichen Düssel zweigt der Kittelbach ab, von der Südlichen Düssel der Brückerbach. Zur Unterscheidung spricht man ab dort mit Sicht auf das gesamte Delta auch von der Inneren Nördlichen bzw. Südlichen Düssel. Die nur wenig voneinander entfernten unterirdischen Mündungen dieser beiden in der Düsseldorfer Altstadt verlaufenden Arme sind wegen des Rheinufertunnels verrohrt, während sich die Mündungen der beiden anderen Bäche naturbelassen in den Rhein erfließen. Durch Spaltwerke an den drei Scheiden kann der Abfluss geregelt werden. Bei Hochwasser des Rheins wird so der Zufluss zu den inneren Armen gedrosselt, so dass deren kritischere Mündungen in der Innenstadt entlastet werden.[7] Fast alle Wasserarchitekturen der Stadt mit Ausnahme der des Benrather Schlosses werden von Düsselwasser gespeist.

Im Jahre 2012 durchgeführte Ausgrabungen deuten darauf hin, dass das Viereck Rhein, Mündungsgebiet der Südlichen und Nördlichen Düssel sowie ein historisch diese beiden Arme künstlich verbindender Stadtgraben ehemals die Verteidigungslinie der Kernstadt Düsseldorf darstellten.[8][9]

Nördliche Düssel[Bearbeiten]

Die Düssel verläuft aus Erkrath kommend zuerst durch Gerresheim in Richtung Westen und teilt sich nach wenigen hundert Metern in die Nördliche Düssel und die Südliche Düssel. Die Nördliche Düssel fließt dann unter den Gleisanlagen am Gerresheimer Bahnhof und dem Gelände der ehemaligen Glashütte hindurch und dann oberirdisch schnurgerade kanalisiert an Kleingärten vorbei nach Nordwesten bis sie die Dreherstraße kreuzt. Hiernach fließt sie durch den Ostpark, quert die Grafenberger Allee und die Simrockstraße, dahinter auch die Graf-Recke-Straße und verläuft weiter in Richtung Norden. Am Spaltwerk Heinrichstraße, das sich an deren Beginn befindet, wird der Kittelbach abgezweigt, der weiter nach Norden verläuft, während die Innere Nördliche Düssel ihren Weg nach Westen in Richtung Zoopark im Stadtteil Düsseltal findet. Durch diesen Park, wo sich früher der Düsseldorfer Zoo befand, fließt sie hindurch und ist einer der wenigen Stellen im Düsseldorfer Stadtgebiet wo die Düssel relativ naturbelassen durch eine Grünanlage fließen darf. Hinter dem Zoopark durchquert sie das Gelände des Eisstadions an der Brehmstraße zwischen dem Hauptstadion und der neuerbauten Trainingshalle, unterfließt die Brehmstraße und verläuft dann oberirdisch an der Kühlwetterstraße entlang unter der Grunerstraße hindurch zur Buscher Mühle. Hiernach kreuzt sie die Nord-Süd Bahntrasse, an der Yorckstraße wurde die nördliche Düssel in einem kleinen Park renaturiert (hier ist eine Erweiterung im Zuge der Neuen Stadtquartiere Derendorf im Bau), um dann wieder für viele Kilometer unterirdisch verrohrt quer durch die Stadt zu verlaufen. Hierbei kreuzt sie die Bülowstraße und die Sommersstraße, knickt dann zur Jülicher Straße ab, um dann an der Annastraße wieder kurzzeitig zum Vorschein zu kommen. Danach fließt sie erneut als Tunnel in Richtung Süden an der Eulerstraße entlang, kommt wieder zum Vorschein und fließt an der Prinz-Georg-Straße zunächst als sehr schmaler, kanalisierter Bach zwischen den Straßen entlang, bevor sie abermals unterirdisch verläuft. Nachdem sie die Vagedesstraße gekreuzt hat und am Jacobihaus (Malkasten) vorbei geflossen ist, tritt sie wieder hervor. Sie fließt an der Goltsteinstraße in Richtung Hofgarten und durchfließt diesen. An der Querung zur Heinrich-Heine-Allee wird sie wieder zum Tunnel und fließt, für die Altstadtbesucher unsichtbar, an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, am Grabbeplatz und am Kom(m)ödchen unter der Mühlenstraße vorbei. An der Josef-Wimmer-Straße tritt sie dann letztmals wieder hervor und fließt im Bereich der Liefergasse in einem Kanal. Direkt zu Beginn des Burgplatzes fließt sie verrohrt quer und unsichtbar unter dem Platz hindurch, am Schlossturm vorbei, um dann von außen nicht erkennbar und nur wenige hundert Meter vom Einleitungsbereich der Südlichen Düssel entfernt an einer Anlegestelle in den Rhein abgeleitet zu werden. An dieser Stelle verlieh die Düssel schon im Mittelalter dem Dorf an seinem Ufer den Namen Düsseldorf. Dort werden mit dem Wasser der nördlichen Düssel auch der Neptunbrunnen und damit auch der Stadtgraben auf der Königsallee gespeist. Im Jahre 2012 wurde der historisch mit dieser Aufgabe betraute Kanal wieder gefunden.[9]

Kittelbach[Bearbeiten]

Der Kittelbach ist ein Nebenarm der Nördlichen Düssel, der im Verlauf der Heinrichstraße in Richtung Norden abzweigt. Im Vergleich zur Nördlichen Düssel ist er weniger unterirdisch verrohrt. Er verläuft in Richtung Nordwesten zum Mörsenbroicher Ei, am ARAG-Tower vorbei und dann entlang der Grashofstraße. Hier ist der Bach teilweise vertunnelt und ändert seine Richtung nach Norden. Nachdem der Kittelbach die Nord-Süd Bahntrasse und ein großes Industriegebiet in Düsseldorf-Derendorf unterflossen hat, kommt er wieder zum Vorschein51.2632746.784265 und fließt durch den Stadtteil Unterrath. Er kreuzt die Straße An der Piwipp und verläuft weiter nahezu geradewegs nach Norden. In Unterrath verläuft der Bach Richtung Nordwesten und kreuzt die Unterrather Straße. Im weiteren Verlauf wurde das Flussbett im Landschaftspark Kittelbach51.275146.777589 renaturiert, kreuzt die Autobahn A44 und schlängelt sich dann durch einen Parkplatzbereich des Flughafens. Hiernach fließt der Kittelbach wieder unterirdisch verrohrt51.2832586.77394 quer durch das Gelände des Düsseldorfer Flughafens und seiner Start- und Landebahnen und kommt dahinter wieder zum Vorschein, um nun westlich in Richtung Düsseldorf-Kaiserswerth zu fließen. Dort kreuzt er die Alte Landstraße und die Niederrheinstraße und mündet südlich der Ruine der Kaiserpfalz Kaiserswerth in den Rhein.

Der Kittelbach war Namensgeber für die „Kittelbachpiraten“, einen 1925 gegründeten, „militant rechtsgerichteten Jugendverband“[10], dessen Mitglieder sich 1933 größtenteils der Hitlerjugend oder der SA anschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung von einer losen Gruppe widerständiger und verfolgter Jugendlicher übernommen, vergleichbar den Edelweißpiraten in Köln.

Südliche Düssel[Bearbeiten]

Nach der Teilung der Düssel fließt die Südliche Düssel oberirdisch in südlicher Richtung durch Düsseldorf-Vennhausen zunächst parallel zum Reichenbacher Weg. Hierbei kreuzt sie den Sandträgerweg. Anschließend verläuft sie ungefähr parallel zum Neusalzer Weg und Kamper Weg, bis sie die Güterbahnstrecke Duisburg–Köln nördlich des Bahnhofes Eller erreicht. Sie unterquert diese Bahnstrecke und weniger als 100 Meter weiter – inzwischen auf dem Gebiet von Düsseldorf-Eller – auch noch die Gleise der S-Bahn-Linie 1. Nun fließt sie parallel zur Vennhauser Allee, unterquert die Gumbertstraße, in einem sehr spitzen Winkel die Karlsruher Straße und schließlich die Heidelberger Straße. Anschließend verläuft sie zwischen Reiterhof und Schützenplatz zur Unterführung der Bahnstrecke Düsseldorf–Köln etwa 200 Meter südlich des S-Bahn-Haltepunktes Eller Süd. Hinter der Unterführung fließt die Südliche Düssel in südwestlicher Richtung in einem gewissen Abstand parallel zur Straße Am Straußenkreuz bis zu deren Ende. Anschließend am Rand des Friedhofes Eller verlaufend behält sie zunächst ihre Richtung bei. Auf diese Weise erreicht sie die Nähe der Autobahn A 46. Dort, wo auch der Eselsbach in die Südliche Düssel einmündet, macht sie eine Rechtskurve und fließt zunächst auf der nördlichen Seite rund 200 Meter parallel zur Autobahn und Friedhofsgrenze.

Vor seiner Einmündung fließt der Eselsbach, als Vereinigung von Sedentaler Bach (Quelle in Millrath), Mahnerter Bach und Hühnerbach (Quellen nördlich von Haan), in Erkrath-Sandheide am Unterbacher See vorbei, durch den Eller Forst sowie den Schlosspark Eller und vereinigt sich rund 700 Meter vor seiner Mündung mit dem Hoxbach, der in Haan entspringt, die Hildener Heide sowie Hilden-Nord durchfließt und den Menzelsee, den Hasseler Forst, den Stadtteil Hassels parallel zur A 59 und Ikea Reisholz tangiert. Der Bereich der südlichen Düssel ab Zulauf des Eselsbaches bis zum neuen Spaltwerk wurde ab Oktober 1919 reguliert. Zur gleichen Zeit wurden im Bereich des Spaltwerkes und in Höhe der Straße Werstener Feld zwei neue Betonbrücken über die Düssel errichtet.[11]

Seit dem Ausbau der A 46 in 1970er Jahren unterquert die Südliche Düssel in Höhe der Straße Werstener Feld die Autobahn und fließt anschließend oberirdisch auf der südlichen Seite parallel zur Autobahn weiter. Rund 250 Meter vor der Anschlussstelle Düsseldorf-Wersten, wo sich die Autobahn in einem Tunnel befindet, wird sie in einem Düker unter die Autobahn geführt. Hier zweigt am Spaltwerk Wersten der Brückerbach ab. Auf der nördlichen Seite fließt die Innere Südliche Düssel wieder offen zunächst entlang der Nixenstraße und dann hinter den östlichen Grundstücken der Kölner Landstraße. Anschließend unterquert sie die Kölner Landstraße an der Abzweigung Harffstraße, fließt durch das östliche Randgebiet des Südparks, an der Philipshalle vorbei nach Norden und weiter nach Westen entlang dem nördlichen Rand des Volksgartens in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnstrecke. Zur Bundesgartenschau 1987, deren Veranstaltungsgelände den Südpark und den Volksgarten umfasste, wurde die Düssel renaturiert und in Höhe der Philipshalle zu einer Teichlandschaft ausgeweitet. Nach der Querung der Straße Auf’m Hennekamp fließt sie zunächst parallel zur Feuerbachstraße und dann in Düsseldorf-Bilk zwischen den beiden Fahrtrichtungen der Karolingerstraße, wo sie unter anderem die Merowingerstraße und die Aachener Straße kreuzt und ihren Weg wieder in Richtung Norden fortsetzt. Den überwiegenden Teil des nun folgenden Flusslaufes verläuft sie verrohrt unterirdisch durch die Innenstadt. Hierbei quert sie die Bilker Allee und fließt unter der Konkordiastraße und dem Fürstenwall hindurch. Dann kommt sie auf dem Schulgelände der Konkordiaschule wieder zum Vorschein und durchfließt offen den Häuserblock zwischen Konkordiastraße und Kronprinzenstraße. Unterirdisch quert sie die Zufahrt der Rheinkniebrücke, um dann nördlich der Brückenrampe hinter der NRW-Bank wieder in einem renaturierten Abschnitt im Bereich Wasserstraße dem Schwanenspiegel zuzufließen. Diesen durchfließt sie und mündet anschließend nach Unterquerung der Kreuzung Haroldstraße / Kavalleriestraße / Poststraße den Spee’schen Graben. Unterirdisch fließt sie durch Düsseldorf-Carlstadt und dann unter der Schulstraße (wo auch Heinrich Heine zur Schule ging) entlang. Sie mündet zuerst in den kleinen Binnenhafen am Rathausufer, um dann schließlich verrohrt unter der Rheinuferpromenade geführt zu werden, wo sie, unweit und sehr ähnlich wie die Nördliche Düssel, in den Rhein abgeleitet wird.

Brückerbach[Bearbeiten]

Der Brückerbach ist ein Mündungsarm der Südlichen Düssel, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts weiter nördlich in Höhe der Harffstraße vom südlichen Düsselarm abzweigte und in Himmelgeist in den Rhein floss. Anfang des Jahrhunderts wurde die geplante Kiesgewinnung südwestlich von der historischen Scheidlings Mühle durch den alten Bachverlauf behindert. 1908 wurde deshalb im Bereich des aktuellen Werstener Kreuzes ein Spaltwerk errichtet und dadurch das Bachbett nach Süden verlegt.[11]

Der Brückerbach zweigt vor dem Düker im Bereich des Spaltwerkes ab, fließt durch einen eigenen rund 500 Meter langen Tunnel und kreuzt auf diese Weise sowohl die Kölner Landstraße wie auch die BA 46. Anschließend ist er bis zu seiner Mündung beidseitig eingedeicht, um die Wohngebiete vor Überflutung durch Rheinhochwasser zu schützen. Zwischen 2005 und 2008 wurden nicht nur die Deiche erneuert, sondern auch das Bachbett renaturiert, sein Gefälle reduziert und in diesem Zusammenhang drei Fischtreppen gebaut. Zunächst verläuft der Brückerbach parallel zur Straße Am Gansbruch erst in südlicher dann in westlicher Richtung. Danach wendet er sich wieder nach Süden und bildet die Grenze zwischen den Stadtteilen Wersten und Bilk. Auf der Bilker Seite liegt der Botanische Garten der Heinrich-Heine-Universität. Unmittelbar vor der Unterführung wendet sich der Brückerbach wieder nach Westen. Nachdem er auch die Himmelgeister Straße und die Zufahrt zum Wasserwerk Flehe (ehemals Himmelgeister Landstraße) unterquert hat, fließt er in das für Fußgänger gesperrte Wasserschutzgebiet Fleher Wäldchen, wo er am südlichen Ende unbemerkt in den Rhein mündet.

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Düssellauf ist abschnittsweise naturgeschützt. Auf Wuppertaler Stadtgebiet bei Hahnenfurth und Schöller ist eine Fläche von rund 32 Hektar des Fließgewässers mit seinen Ufern als NSG „Düsseltal“ ausgewiesen. Bei der Grube 7 vor Haan-Gruiten-Dorf berührt die Düssel nur am Rand das 60 Hektar große NSG „Grube 7 und ehemaliger Klärteich“ während hinter Gruiten-Dorf das komplette Düsseltal mit seinen umgebenden Höhen und Seitentälern im 223 Hektar großen NSG „Neandertal“ liegt. Es schließen sich ab dem Neanderthal Museum die Naturschutzgebiete NSG „Laubacher Steinbruch“ (6 Hektar) und NSG „Westliches Neandertal“ (32 Hektar) an. Hinter Erkrath fließt die Düssel durch das 146 Hektar große NSG „Düsselaue bei Gödinghoven“.[12]

Die Naturschutzflächen im Düsseltal und dem Neandertal zwischen Haan und Erkrath sind zugleich als Fauna-Flora-Habitat gemäß der Richtlinie 92/43/EWG innerhalb des Verbundnetzes Natura 2000 ausgewiesen.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Heinrich Bongard: Wanderungen zur Neandershöhle – Eine topographische Skizze der Gegend von Erkrath an der Düssel. 70 S., 1835, Arnz & Comp. Düsseldorf (Als Faksimile erhältlich unter ISBN 3-922055-19-2).
  • Karl Emerich Krämer: Durchs Düsseltal nach Düsseldorf. 1. Aufl., Mercator-Verlag Gert Wohlfarth, Duisburg/München 1968.
  • Verschiedene Autoren: „Die Düssel“, Naturfreunde erkunden eine Landschaft. Herausgeber Touristenverein „Die Naturfreunde“ Landesverband Rheinland – Ortsgruppe Düsseldorf ISBN 3-00-000265-0.
  • Michael Brockerhoff, Michael Moll: Die Düssel - Erlebniswanderungen von der Quelle bis zur Mündung. Droste Verlag, ISBN 978-3-7700-1434-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düssel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. a b http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gewaesserverzeichnis.pdf
  3. Klockenhoff: Rund um das Neandertal, Verlag Hermann Michael, 1967
  4. Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands: Blatt 108/109: Düsseldorf/Erkelenz (Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny) 1963; 55 S. und Digitalisat der zugehörigen Karte (PDF; 7,4 MB)
  5. http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-mettmann/wulfrath/mit-dem-rad-um-wuelfrath-nahe-liegende-entdeckungen-1.135414
  6. Die Nymphe der Düssel (1837), abgerufen am 11. September 2013 im Portal asgard.nu
  7. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/das-wasser-steigt-nur-langsam-1.3116125
  8. Germanen lebten an der Düssel
  9. a b Michael Brockerhoff: Düsseldorf: Alter Wasserkanal zur Kö freigelegt. In: RP Online. Abgerufen am 19. Januar 2013.
  10. Kittelbach-Piraten. NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, abgerufen am 13. September 2010.
  11. a b Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf, in: Besonderer Teil, 3. Wasserbau, 1919/22, S. [319]307. Onlinefassung
  12. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)