Willibrord Benzler

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Wappen von Bischof Willibrord Benzler
Willibrord Benzler als Benediktinerabt, um 1900
Bischof Willibrord Benzler, Photo aus der Festschrift zum letzten Deutschen Katholikentag vor dem Ersten Weltkrieg, 17. bis 21. August 1913, in Metz.

Willibrord Benzler OSB, (* 16. Oktober 1853 in Niederhemer als Karl Benzler; † 16. April 1921 in Baden-Baden) war Bischof des Bistums Metz von 1901 bis 1919.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Gastwirtes besuchte zunächst das Gymnasium in Attendorn und von 1867 bis 1871 das in Münster. Er begann ein Architekturstudium in Köln, wechselte aber im Dezember 1871 zum Studium der Philosophie und katholischen Theologie an die Universität Innsbruck. Hier wurde er aktives Mitglied der Katholischen Studentenverbindung Akademia (jetzt KStV Rhenania) im KV/ÖKV, der er bis zu seinem Tod treu blieb. 1872 kam Benzler an das von Jesuiten geführte Collegium Canisianum. Ein Aufnahmeantrag wurde 1874 jedoch abgelehnt. Stattdessen wurde er in die Benediktiner-Erzabtei Beuron aufgenommen. Dort nahm er den Ordensnamen Willibrord an. Am 28. August 1877 wurde Benzler zum Priester geweiht.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Kloster Emmaus in Prag und der Abtei Seckau in der Steiermark wurde er am 15. Oktober 1893 der erste Abt des wieder gegründeten Klosters Maria Laach. Obwohl Willibrord Benzler für den Bischofsstuhl in Köln oder Fulda im Gespräch war, kam die Berufung zum Bischof von Metz am 21. September 1901 überraschend. In das Amt eingeführt wurde er am 28. Oktober 1901. Das Bistum Metz war für die gesamte Region Lothringen zuständig, soweit diese als Reichsland Elsaß-Lothringen seit 1871 zum Deutschen Reich gehörte. In vielen Gegenden dieses Bistums wurde überwiegend französisch gesprochen. In Metz selbst sprachen weniger als die Hälfte der Einwohner deutsch. Er organisierte maßgeblich den letzten Deutschen Katholikentag vor dem Ersten Weltkrieg, der vom 17. bis 21. August 1913 in seiner Bischofsstadt stattfand. Als Bischof von Metz war Willibrord Benzler qua Verfassung ab 1911 automatisch Mitglied der ersten Kammer des Landtags des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Er war Ritter des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem[1]

Als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Metz wieder französisch wurde, wurde ein Deutscher als Bischof problematisch. Willibrord Benzler trat im Januar 1919 zurück. Offiziell angenommen wurde dies am 10. Juli 1919. Am 31. Juli 1919 wurde Benzler zum Titularerzbischof von Attalea in Pamphylia berufen. Er kehrte in die Abtei von Maria Laach und später nach Beuron zurück. Eine Herzkrankheit zwang ihn zum Wechsel in die Zisterzienserinnenabtei Baden-Baden Lichtenthal, wo eine bessere medizinische Versorgung möglich war. 1921 starb Benzler in Baden-Baden Lichtenthal. Er wurde in Beuron begraben.

Der Seligsprechungsprozess von Bischof Benzler wurde - mit Unterstützung seines ehemaligen Bistums Metz - eingeleitet.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Jürgen Brandt: Jerusalem hat Freunde. München und der Ritterorden vom Heiligen Grab, EOS 2010, Seite 61

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Willibrord Benzler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Willibrord Benzler – Quellen und Volltexte


Vorgänger Amt Nachfolger
François Fleck Bischof von Metz
19011919
Jean-Baptiste Pelt
Thomas II. Kupp Abt von (Maria) Laach
18931901
Fidelis von Stotzingen