Hemer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hemer
Hemer
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hemer hervorgehoben
51.3833333333337.7666666666667169 - 545Koordinaten: 51° 23′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 169 - 545 m ü. NN
Fläche: 67,56 km²
Einwohner: 37 610 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 557 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58675
Vorwahl: 02372
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 016
Adresse der Stadtverwaltung: Hademareplatz 44
58675 Hemer
Webpräsenz:
Bürgermeister: Michael Esken (CDU)
Lage der Stadt Hemer im Märkischen Kreis
Märkischer Kreis Nordrhein-Westfalen Oberbergischer Kreis Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Dortmund Kreis Unna Kreis Soest Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Altena Meinerzhagen Neuenrade Kierspe Halver Herscheid Menden Nachrodt-Wiblingwerde Plettenberg Schalksmühle Hemer Lüdenscheid Iserlohn Balve WerdohlKarte
Über dieses Bild

Hemer ist eine mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie liegt im Norden des Sauerlandes und gehört zum Märkischen Kreis.

Hemer entstand durch die Vereinigung der Ortsteile Ober- und Niederhemer im Jahr 1910 und erhielt 1936 die Stadtrechte. In seiner heutigen Form besteht die Stadt seit der kommunalen Neuordnung 1975, als Hemer mit den vorher eigenständigen Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert zur neuen Stadt Hemer zusammengefügt wurde.

Überregional bekannt ist Hemer durch das in Deutschland einmalige Geotop Felsenmeer, weshalb die Stadt den Beinamen Felsenmeerstadt führt. Im kommenden Jahr wird die NRW-Landesgartenschau in Hemer auf dem Gelände der ehemaligen Blücher-Kaserne stattfinden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Naturpark Homert im Süden Hemers

[Bearbeiten] Geografische Lage

Hemer liegt in einer von ausgedehnten Wäldern bestimmten Mittelgebirgslandschaft im Nordwesten des Sauerlandes, östlich der Städte Hagen und Iserlohn und gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Die Siedlungsschwerpunkte liegen im Tal der Oese, die das gesamte Stadtgebiet durchquert und in der Innenstadt Hemer-Bach heißt. Die Oese entspringt als Gelmecke in der südlichen Nachbarstadt Neuenrade, fließt durch das Stephanopeler Tal, Sundwig, Hemer und Becke, bevor sie in Menden in die Hönne mündet.

Das Stadtgebiet gliedert sich in drei Bereiche. Der Norden ist geprägt von den waldreichen Erhebungen des Mendener Hügellandes rund um den Gaxberg (250 m ü. NN). Die Hügel fallen zum Tal der Oese und der Iserlohner Kalksenke bis auf eine Höhe von 160 m (niedrigster Punkt Hemers in der Nähe der Edelburg) ab. Dieser Bereich ist dicht besiedelt und eher waldarm, wohingegen der gesamte Süden bis auf die beiden Täler von Ihmert und Stephanopel wenig besiedelt und waldreich ist. Die Gipfel dieses Raums erreichen eine Höhe von bis zu 550 Meter und gehören als Teil des Balver Waldes zum Naturpark Homert. Weite Teile der Hemeraner Wälder sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Die längste Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 11,3 km, von West nach Ost liegt sie bei ungefähr 8,1 km.

[Bearbeiten] Geologie

Skelett eines Höhlenbären in der Heinrichshöhle

Die geologische Entwicklung Hemers begann im Devon-Zeitalter, als Schalentiere und andere Lebewesen im Raum Hemer ein Kalkmassiv aufbauten. Hemer gehört zum Rheinischen Schiefergebirge. Im Zuge der Variszischen Orogenese bildeten sich Verwerfungen und Spalten, die im Laufe der Jahrtausende durch Vulkanismus und natürliche Verwitterung wieder aufgefüllt wurden. Relativ oberflächennaher Kalkstein wird in einem Steinbruch in Becke abgebaut. Innerhalb des Variszischen Gebirges liegt Hemer am Nordhang des Remscheid-Altenaer Sattels auf dem Iserlohner Kalkgürtel. Dieser reicht von Hagen über Iserlohn und Hemer bis ins Hönnetal.

Geologisch bedeutend ist vor allem das Gebiet zwischen Sundwig und Deilinghofen. Bekannt ist das Felsenmeer, dessen aus dem Tertiär stammende Formation eine zerklüftete Oberfläche bildet. Schon im 8. Jahrhundert wurde dort, im ältesten Bergbaugebiet Westfalens, Eisensandstein abgebaut. Dem in Deutschland einzigartigen Geotop wurde der Titel Bedeutendes geologisches Denkmal Deutschlands verliehen. Außerdem steht das von einem Buchenwald bewachsene Felsenmeer unter Naturschutz.

Innerhalb des Höhlensystems Perick in direkter Nachbarschaft des Felsenmeeres befinden sich zahllose Höhlen sowie Schächte, die vom früheren Bergbau stammen. Die größte Höhle trägt den Namen Alte Höhle, weil sie bereits im 15. Jahrhundert entdeckt wurde. Über Jahrhunderte wurde sie zu verschiedenen Zwecken, beispielsweise als Ausflugsziel und Luftschutzraum genutzt, weshalb sie heute erheblich zerstört ist. Im Jahr 1952 wurde sie für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Heinrichshöhle wurde erst im 18. Jahrhundert entdeckt und ist seit 1905 Schauhöhle. Sie enthält das dort entdeckte vollständige Skelett eines Höhlenbären.[2]

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Nachbarstädte von Hemer sind im Uhrzeigersinn Iserlohn im Westen, Menden im Norden, Balve im Osten sowie Neuenrade und Altena im Süden. Die kürzeste, nicht einmal einen Kilometer lange gemeinsame Grenze hat Hemer mit Neuenrade, die längste ist die zu Iserlohn mit knapp 13 Kilometern. Die Grenze zu Menden ist etwa 9,5, zu Balve etwa 11,5 und zu Altena knapp 2 Kilometer lang.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Offiziell ist Hemer nicht in Ortsteile gegliedert. Allerdings haben sowohl die ehemaligen Gemeinden als auch manche kleinere Siedlungen noch ihre eigene Identität.

[Bearbeiten] Klima

Die Stadt liegt in einer gemäßigten Klimazone. Das Höhenklima ist atlantisch geprägt. Der Juli ist mit durchschnittlich 16,7 °C der wärmste und der Januar mit 1,4 °C der kälteste Monat. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 8,9 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 1025 Millimeter. Sie ist im Juni mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 108 Millimetern am größten.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Hemer
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,2 4,6 7,8 12,2 16,9 19,8 21,6 21,4 17,2 12,8 6,9 3,4 Ø 12,3
Min. Temperatur (°C) -0,5 -0,3 1,5 3,9 8,1 10,5 12,7 12,5 9,6 6,7 3,1 0,0 Ø 5,6
Temperatur (°C) 1,4 1,8 4,4 7,6 12,2 15,2 16,7 16,3 13,5 10,0 5,2 2,5 Ø 8,9
Niederschlag (mm) 88 71 90 77 85 108 95 76 77 69 90 99 Σ 1025
Sonnenstunden (h/d) 1,8 2,5 3,5 5,1 5,8 6,4 6,1 5,9 4,6 3,6 1,7 1,5 Ø 4
Regentage (d) 18,7 17,8 19,3 14,2 15,5 15,2 17,0 14,5 15,8 16,8 20,9 19,4 Σ 205,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,2
-0,5
4,6
-0,3
7,8
1,5
12,2
3,9
16,9
8,1
19,8
10,5
21,6
12,7
21,4
12,5
17,2
9,6
12,8
6,7
6,9
3,1
3,4
0,0
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
88
71
90
77
85
108
95
76
77
69
90
99


Quelle: 1. Niederschlagsangaben, Durchschnittstemperatur: Geoklima 2.1 und Deutscher Wetterdienst
2. Temperatur, Sonnenstunden, Regentage: Wetter online; Durchschnittswerte 1995–2008 der Wetterstation Lüdenscheid

[Bearbeiten] Geschichte

Grabhügel im heutigen Niederhemer beweisen, dass schon um 1250 v. Chr. Hirten und Bauern das Hemeraner Gebiet bevölkerten. Zwischen 600 und 100 v. Chr. lag das Gebiet unter keltischem Einfluss, bevor fränkische Stämme die Region besiedelten. Die Sachsen eroberten ab 700 n. Chr. auch das Gebiet um Hemer. Doch schon 777 wurden die Gebiete in das Frankenreich eingegliedert, ab 919 gehörte der Hemeraner Raum zum Deutschen Reich.

[Bearbeiten] Von der ersten Erwähnung bis zur Reformation

Haus Hemer

Die erste urkundliche Erwähnung Hemers datiert auf das Jahr 1072, als in einer Urkunde des Klosters Grafschaft des Erzbischofs von Köln die Siedlung Hademare (wasserreicher Ort) erwähnt wurde. Im selben Jahrhundert wurde auch Landhausen (als Lantensele) erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit bestand Hemer aus zwei Höfen und einer Kirche. Die Vituskirche stammte aus der Christianisierung in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts und war ursprünglich der Pfarrei Menden zugeordnet. 1124 wurde die Vitus-Kirche schließlich eine selbstständige Pfarrei. 1140 wurde auch Sundwig zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Westigs urkundliche Ersterwähnung erfolgte 1200.

Im 14. Jahrhundert hieß die Siedlung Hedemer, aus dem 1538 erstmals Hemer wurde. Schon seit 1350 gehörte Hemer zur Grafschaft Mark und diente vor allem zum Schutz der befestigten Stadt Iserlohn. Rittersitze im gesamten heutigen Stadtgebiet sollten die Grenze der Grafschaft zum Herzogtum Westfalen absichern. Beispielsweise stammt die Burg Klusenstein im Hönnetal aus dieser Zeit. Im 15. Jahrhundert war der Raum Hemer relativ dicht besiedelt, aber weiterhin vor allem bäuerlich geprägt. Funde aus dem Felsenmeer zeigen jedoch auch, dass schon gegen Ende des 9. Jahrhunderts - womöglich sogar noch früher - Bergbau in Hemer betrieben wurde. Die metallverarbeitende und Drahtindustrie entstand im 16. Jahrhundert und nutzte erstmals die Wasserkraft in Hemer. 1567 wurde die erste Papiermühle Westfalens in Hemer in Betrieb genommen. Die Reformation erreichte Hemer ebenfalls 1567, 1614 fiel die Ortschaft durch Erbschaft an Brandenburg (Preußen) und damit an die Hohenzollern.

[Bearbeiten] Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Amt Hemer

Im 17. Jahrhundert wütete 1616, 1620, 1623 und 1626 viermal die Pest in Hemer. Im Dreißigjährigen Krieg waren von 1623 bis 1624 spanische Truppen in Hemer stationiert. Die Kriegshandlungen unterbrachen einige Jahre den weiterentwickelten und produktiven Bergbau. Ab 1647 waren Niederhemer, Oberhemer, Landhausen, Westig, Sundwig und Frönsberg im Gericht Hemer zusammengefasst. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gehörte Hemer zu den Schauplätzen des Holländischen Kriegs. 1700 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft der Vitus-Kirche die katholische St. Peter-und-Paul-Kirche gebaut, gestiftet vom Hildesheimer Fürstbischof Jobst Edmund von Brabeck. 1818 wurde die Vitus-Kirche abgerissen und am Ebberg ein neues evangelisches Gotteshaus gebaut.

Ab dem Jahr 1701 gehörte Hemer zum Königreich Preußen. Nach einem großen Feuer 1668 brannte Niederhemer 1779 noch einmal ab. Mit dem Sieg Napoleons wurde Hemer 1806 Teil des Großherzogtums Berg. Am 2. Juni 1815, nach dem Sturz Napoleons, wurde die von ihm gegründete Mairie Hemer zu einer Bürgermeisterei, der drei Steuergemeinden unterstellt waren (Hemer, Deilinghofen und Evingsen). 1841 wurde das Amt Hemer eingerichtet, das die Gemeinden Becke, Brockhausen, Calle, Deilinghofen, Evingsen, Frönsberg, Ihmert, Kesbern, Landhausen, Lössel, Niederhemer, Oberhemer, Sundwig und Westig umfasste.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte der Revolutionsgedanke eines vereinten Deutschlands auch Hemer. Eine Bürgerwehr sollte in dieser Zeit für Sicherheit sorgen. 1867 wurde die Amtssparkasse Hemer gegründet, 1892 das Krankenhaus eröffnet. Die Hemeraner Industrie profitierte von der 1882 erfolgten Anbindung an den Eisenbahn-Fernverkehr. In diesem Jahr erhielt Hemer Anschluss an die Strecke Menden-Unna, die drei Jahre später über Iserlohn bis nach Letmathe erweitert wurde.

[Bearbeiten] Zusammenwachsen zur Stadt Hemer und die Weltkriege

Am 1. April 1910 wurden Niederhemer und Oberhemer zur Gemeinde Hemer zusammengefasst, zum 1. August 1929 wurde aus Hemer, Sundwig, Westig und Landhausen sowie den nicht nach Iserlohn eingemeindeten Teilen der Gemeinde Calle eine gemeinsame Großgemeinde. Schon vor Beginn des Ersten Weltkriegs wurde eine Erweiterung Hemers um diese Gemeinden diskutiert, konnte jedoch erst im Rahmen der gesamtpreußischen Gebietsreformen 1929 realisiert werden. Gleichzeitig wurde Brockhausen mit Deilinghofen zusammengeführt. Während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre waren von knapp 14.000 Hemeranern etwa 1.500 arbeitslos. Die Krisensituation führte in der Bevölkerung zu einer Radikalisierung, sodass bei den Gemeinderatswahlen 1933 die NSDAP erstmals stärkste Kraft wurde. Am 30. Januar 1936 wurde der Großgemeinde feierlich das Stadtrecht verliehen, der Regierungspräsident überreichte die Urkunde am 25. April 1936.

Kriegsgräbergedenkstätte

Bereits am 1. März 1934 war Hemer Garnisionsstadt geworden, so dass im Laufe des Jahres das Amtskrankenhaus zum Standortlazarett und ein Feld bei Deilinghofen zum Truppenübungsplatz wurde. Auf dem Duloh westlich der Innenstadt entstand ein Schießstand, während die Kasernengebäude im Osten der Stadt gebaut wurden. Das Gelände am Jüberg wurde bereits wenige Jahre später, im Zuge des Zweiten Weltkriegs in ein Kriegsgefangenenlager umgewandelt. Im Stalag VI A wurden überwiegend sowjetische Kriegsgefangene einquartiert, die Zwangsarbeit verrichten mussten. Am 14. April 1945 befreiten Einheiten der 9. US-Armee das Stalag VI A und damit 22.000 Gefangene, 9.000 von ihnen krank. Die Stadt wurde zur Lazarettstadt. Auf zwei Kriegsgefangenenfriedhöfen liegen ungefähr 23.500 Opfer beerdigt. Dabei ist die Kriegsgräberstätte auf dem Duloh mit 20.470 Toten die größere, am Höcklingser Weg liegen ungefähr 3.000 Opfer (die Zahlen sind teilweise geschätzt und werden in den nächsten Jahren durch die jetzt mögliche Forschung in den russischen Archiven präzisiert werden können). Ein Gedenkraum mit einer Ausstellung befindet sich auf dem Landesgartenschau-Gelände.

[Bearbeiten] Die Nachkriegszeit mit Bundeswehr und Neuordnung

In der Nachkriegszeit errichteten die Alliierten im Ortsteil Deilinghofen eine Kaserne, in der zunächst kanadische, später britische Soldaten mit ihren Familien stationiert waren, und die das städtische Leben über mehrere Jahrzehnte mit prägten. So führte die von den Kanadiern gebaute Eishalle 1958 zur Gründung des Eishockey-Club Deilinghofen (ECD), heute Iserlohn Roosters. Es gab ein britisches Kino und einen britischen Supermarkt. Die Kaserne wurde nach der Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre aufgelöst und fast alle britischen Soldaten verließen die Stadt; ihre Wohnsiedlungen werden heute von der einheimischen Bevölkerung bewohnt. Am 23. Januar 2007 verließen auch die letzten deutschen Soldaten, die seit 1956 in der Blücher-Kaserne stationiert waren, die Stadt. Die Konversion des Geländes geschieht in Form der Landesgartenschau 2010. In diesem Zusammenhang werden neue Kultur- und Sporteinrichtungen gebaut und das Straßenbild in der Innenstadt verändert.

Den letzten großen Stadtumbau hatte es in den 1970er-Jahren gegeben, als im Zuge des Sauerland/Paderborn-Gesetzes ein neues Stadtzentrum mit Fußgängerzone, neuem Rathaus und Hallenbad gebaut wurde. Denn das Amt Hemer war 1974 aufgelöst worden. Zum 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert in die Stadt Hemer eingemeindet. Lössel, das bereits 1920 zum Amt Oestrich gewechselt war, wurde 1956 in Letmathe und 1975 in Iserlohn eingemeindet, Evingsen war 1969 in Altena eingemeindet worden. Kesbern wurde am 1. Januar 1975 ebenfalls in Iserlohn eingemeindet.

Wirtschaftlich ist die Stadt inzwischen industriell geprägt, größere Gewerbegebiete gibt es in der Becke, in Westig, Deilinghofen und Sundwig. Die Drahtindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Ihmerter und Stephanopeler Tal.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung 1994-2005

Am 1. April 1910 erfolgte der Zusammenschluss von Niederhemer (1895: 1.696 Einwohner) und Oberhemer (1895: 1.982 Einwohner) zu Hemer. Die Eingemeindung mehrerer Orte in der Umgebung am 1. Januar 1975 brachte einen Zuwachs von 10.787 Personen auf 34.041 Einwohner. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Hemer nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 37.932 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1910 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

Datum Einwohner
1. Dezember 1910 ¹ 6.334
16. Juni 1925 ¹ 7.100
16. Juni 1933 ¹ 13.701
17. Mai 1939 ¹ 14.799
29. Oktober 1946 ¹ 16.638
13. September 1950 ¹ 18.881
25. September 1956 ¹ 21.753
Datum Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 22.866
31. Dezember 1965 25.086
27. Mai 1970 ¹ 24.202
31. Dezember 1975 33.496
31. Dezember 1980 32.745
31. Dezember 1985 31.446
25. Mai 1987 ¹ 32.914
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 34.412
31. Dezember 1995 35.934
31. Dezember 2000 37.156
31. Dezember 2005 37.932
31. Dezember 2006 37.833
31. Dezember 2007 37.610

¹ Volkszählungsergebnis

[Bearbeiten] Religionen

[Bearbeiten] Christentum

Die Kirchengeschichte Hemers begann bereits vor der urkundlichen Ersterwähnung 1072. Am Haus Hemer bestand seit Ende des 1. Jahrtausends die Vituskirche, die der Diözese Köln und der Pfarrei Menden unterstellt war. Weil die Hemeraner Gutsherren aber eine eigenständige Kirche anstrebten, entschied der Bischof 1122, die Vitus-Kirche zur Pfarrkirche zu erklären. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche mehrfach erweitert, bis sie etwa 200 Menschen fasste. Die Vitus-Kirche gehörte zu dieser Zeit zum Dekanat Attendorn. Besonders feierlich wurde der Namenstag des Kirchpatrons Vitus begangen. Die aus diesem Anlass gefeierte Vitus-Kirmes fand bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts regelmäßig statt.

Die Phase der Reformation wurde 1555 erstmals Thema in der Hemeraner Gemeinde, als der Herzog von Kleve-Mark die Abwehr der lutherischen Forderungen anordnete. In den folgendenen Jahren war die Reformation dennoch in den Nachbarstädten erfolgreich. 1565 wurde Deilinghofen evangelisch, Hemer wohl noch zwei Jahre später. In beiden Orten trat bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Gemeinde über, zu Auseinandersetzungen kam es wohl nicht.

In den folgenden Jahrzehnten bauten die katholisch gebliebenen Hemeraner eine neue Gemeinde auf. Gemeinsam mit der Familie von Brabeck, die 1664 das Haus Hemer erwarben, ließen sie die zwischen 1698 und 1700 die Pfarrkirche St. Peter und Paul erbauen. 1812 ging das Haus Hemer und damit auch die katholische Pfarrkirche an die evangelische Familie Löbbecke, die auf das Gemeindeleben aber keinen Einfluss nahm. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts betreute die katholische Kirchengemeinde wieder rund 1500 Gläubige.

Die Pfarrkirche St. Bonifatius, 1906

In Zeiten der Industrialisierung schritt das Wachstum weiter voran, so dass 1872 eine Kapelle in Sundwig geweiht wurde, die 1897 Pfarrrechte bekam. 1905 wurde die neue Kirche St. Bonifatius in Sundwig geweiht. Die heutige Pfarrkirche St. Petrus Canisius in Westig entstand 1930/31 und wurde 1948 eigenständige Gemeinde. 1966 wurde die schließlich die Christ-König-Pfarrkirche im Stadtzentrum errichtet. Auch die Gemeinden Deilinghofen und Bredenbruch/Ihmert, die nicht zum Hemeraner Kerngebiet gehören, sind inzwischen Teil des Pastoralverbunds Hemer im Dekanat Märkisches Sauerland des Erzbistums Paderborn.

Die evangelische Kirchengemeinde nutzte vorerst die Vitus-Kirche weiter, bevor sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer maroder wurde. 1818 wurde sie schließlich abgebrochen und durch die zwei Jahre später geweihte Ebbergkirche ersetzt. In der Zwischenzeit stellte die katholische Gemeinde ihre Peter-und-Paul-Kirche zur Verfügung. Die Atmosphäre in der Gemeinde war zumindest im 17. Jahrhundert wenig harmonisch, eine Quelle berichtet von Prügeleien in der Kirche. 1902 wurde innerhalb der evangelischen Gemeinde der CVJM gegründet, der bis heute die Kinder- und Jugendarbeit prägt.[3]

Heute ist die evangelische Kirche durch drei Gemeinden in Hemer vertreten: Hemer (mit den Gemeindebezirken Becke, Niederhemer/Landhausen/Stübecken, Süd mit Westig/Sundwig, Hemer-Mitte), Ihmert und Deilinghofen. Die Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Iserlohn der Evangelischen Kirche von Westfalen.

[Bearbeiten] Andere Glaubensgemeinschaften

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Juden dauerhaft in Hemer an. Sie lebten meist unter eher ärmlichen Verhältnissen und waren ab 1846 der Mendener Synagogen-Gemeinde zugeteilt. In Hemer wuchs die Zahl der Juden bis 1880 auf 65 Gläubige, 1905 gab es 43 jüdische Hemeraner. Bis zur Machtergreifung Hitlers verkleinerte sich die Gemeinde auf 30 Mitglieder. In der gesamten Zeit waren die Juden in Hemer bis auf wenige Ausnahmen im Handel tätig und nur selten antisemitischen Drohungen oder gar Übergriffen ausgesetzt. Im Laufe der 1930er-Jahre allerdings nahmen die Einschränkungen und Verbote auch in Hemer immer weiter zu, so dass viele jüdische Geschäftsleute ihre Einzelhandelsläden schlossen. Nach den Novemberpogromen 1938 und besonders noch einmal nach Kriegsausbruch wanderten viele jüdische Familien aus Hemer aus. Die übrigen Familien wurden ins KZ Theresienstadt und dann meist in ein Vernichtungslager gebracht, in denen rund 40 Hemeraner ermordet wurden. Seit Ende des 18. Jahrhunderts gibt es einen jüdischen Friedhof in Hemer, auf dem 1955 der letzte Verstorbene begraben wurde.[4]

Der Gruppe der Muslime in Hemer wuchs vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als einige Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen. Inzwischen hat sich ein Türkisch-Islamischer Verein gebildet, der in einem ehemaligen Gebäude der Amtssparkasse in Sichtweite zum Alten Amtshaus einen Gebetsraum betreibt.

Ende 2005 hatte Hemer 15.982 evangelische und 11.998 katholische Einwohner. 10.111 gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgemeinschaft an. [5]

[Bearbeiten] Politik

Rathaus

[Bearbeiten] Stadtrat

Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten erhöhte sich die Mitgliederzahl des Rates der Stadt Hemer nach der Kommunalwahl 2004 von 38 auf 42; davon entfallen auf die

  • CDU 18 Sitze (- 2)
  • SPD 11 Sitze (+ 1)
  • UWG 6 Sitze (+ 2)
  • GAH (Grüne Alternative Hemer) 4 Sitze (+ 2)
  • FDP 3 Sitze (+ 1)

[Bearbeiten] Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[6] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD UWG FDP Grüne GAH
1975 46,7 37,7 9,9 5,7
1979 39,9 37,2 8,5 4,5
1984 40,2 38,4 16,3 5,1
1989 31,5 38,9 14,7 7,7 7,3
1994 37,1 34,0 14,0 3,9 8,6
1999 51,7 27,5 10,9 4,0 5,9
2004 43,1 25,0 15,2 6,1 10,5

[Bearbeiten] Bürgermeister

Eine Bürgermeisterwahl fand 2004 nicht statt, weil bereits am 13. Juli 2003 Michael Esken mit 50,8 % der Stimmen gewählt wurde. Diese Wahl war erforderlich, da am 9. März 2003 der seit 1995 amtierende Bürgermeister Heinz Öhmann in Coesfeld zum Bürgermeister gewählt wurde.

Hemers Bürgermeister seit 1910:

  • 1910–1912: Hermann Trump
  • 1912–1919: Heinrich Grünewald
  • 1919–1929: Fritz Clarfeld (DVP/DNVP)
  • 1929–1933: Otto Renzig (DVP)
  • 1933–1934: Rudolf Löbbecke (NSDAP)
  • 1934–1945: Wilhelm Langemann (unabhängig, später NSDAP)
  • 1945: Josef Kleffner (Zentrum)
  • 1945–1946: Heinz Hoose (SPD)
  • 1946–1948: Hermann Arendt (SPD)
  • 1948–1949: Rudolf Maiworm (SPD)
  • 1949–1952: Josef Kleffner (CDU)

Bis 1999 hatte ein Bürgermeister vor allem repräsentative Aufgaben, Chef der Stadtverwaltung war bis dahin ein Stadtdirektor. Die Reform der Gemeindeordnung in NRW sah vor, unter bestimmten Bedingungen schon vor 1999 einen hauptamtlichen Bürgermeister (dann allerdings durch den Rat) wählen zu lassen. Da der Hemeraner Stadtdirektor Reiner Hermann 1994 kurz nach der Verabschiedung des Gesetzes vom Rat der Stadt Hemer abgewählt wurde, war Hemer die erste Stadt Nordrhein-Westfalens mit hauptamtlichem Bürgermeister.

Die Stadtdirektoren Hemers waren:

  • 1946–1964: Heinz Hoose
    • 1949–1956: vertreten durch Richard Ebeling
    • 1960–1964: vertreten durch Ernst Liene
  • 1965–1966: Wolfgang Kreft
  • 1966–1990: Dieter Voss
  • 1990–1994: Reiner Herrmann

[Bearbeiten] Wappen

Stadtwappen
Altes Stadtwappen
Blasonierung

Gespalten, vorn in Gelb (Gold) ein dreireihig rot-weißer (silberner) geschachter Balken, hinten in Schwarz drei (2:1) gelbe (goldene) Wolfsangeln.[7]

Beschreibung

1936 wurden sowohl der Stadt (untere Abbildung) als auch dem Amt Hemer (obere Abbildung) jeweils ein Wappen verliehen. Beide Wappen enthalten die gleichen heraldischen Elemente: ein rot-weißes Schachbrettmuster als Symbol der historischen Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark, sowie drei Wolfsangeln aus dem Familienwappen der Brabecks. Bereits 1926 hatten die Planungen für ein Wappen begonnen, wurden aber wegen der Zusammenlegung Hemers mit Sundwig und Westig und dann wegen der Weltwirtschaftskrise vorerst abgebrochen.[8] Nachdem das Amt 1975 aufgelöst wurde, wählte die vergrößerte Stadt das alte Amtswappen als das neue Stadtwappen; zum einen, weil es als heraldisch und ästhetisch ansprechender angesehen wurde, zum anderen, um die eingemeindeten vormaligen Amtsgemeinden mit zu repräsentieren. Beide Wappen wurden von dem Wappenmaler Waldemar Mallek entworfen.

1939 erhielten auch alle anderen sechs amtsangehörigen Gemeinden Wappen verliehen, die als gemeinsames Kennzeichen alle die drei Wolfsangeln enthielten. In drei Wappen (Becke, Deilinghofen, Frönsberg) wurde auf adlige Familien der jeweiligen Gemeinde Bezug genommen. In den anderen drei (Evingsen, Ihmert, Kesbern) wurden Symbole der lokalen Industrien dargestellt.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Seit 1967 bestehen Städtepartnerschaften mit den beiden französischen Städten Beuvry und Steenwerck, die die Stadt von den Gemeinden Ihmert bzw. Becke übernommen hat. Darüber hinaus gibt es Städtefreundschaften mit Schelkowo in Russland, Obervellach in Österreich, sowie den deutschen Städten Bretten und Doberlug-Kirchhain. Eine Schulpartnerschaft verbindet das Woeste-Gymnasium mit der Bablake School im englischen Coventry und der Nordhoff High School in Ojai, Kalifornien.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Theater- und Konzerträumlichkeiten

Ein Theater gibt es in Hemer nicht, nächstgelegene befinden sich in Iserlohn und Menden. Für Theateraufführungen und Konzerte werden die Schulaulen des Gymnasiums und des Schulzentrums Parkstraße (Realschule und Hauptschule II) genutzt. Für Konzerte und Kabarett steht zudem das „Jugend- und Kulturzentrum am Park“ zur Verfügung.

[Bearbeiten] Museen

Felsenmeermuseum

Das Felsenmeermuseum ist in einer Jugendstil-Villa untergebracht, die der Fabrikant Peter Grah 1902 zwischen Hemer und Sundwig errichten ließ. In den 80er Jahren übergab die Stadt das Haus dem Bürger- und Heimatverein Hemer, der es seit 1989 als Heimatmuseum nutzt. Zu sehen sind Ausstellungsstücke zur Erdgeschichte, sowie zur Industrie- und Stadtgeschichte. In Wechselausstellungen beschäftigt sich der Verein zudem mit unterschiedlichen heimatgeschichtlichen Themen.

Kunstausstellungen des Hemeraner Kunstvereins finden regelmäßig im Reidemeisterhaus in Sundwig und im „Jugend- und Kulturzentrum am Park“ statt.

[Bearbeiten] Bauwerke

Das älteste Gebäude auf Hemeraner Stadtgebiet ist die evangelische Stephanuskirche in Deilinghofen, deren genaues Entstehungsdatum allerdings unbekannt ist. Einige Quellen nennen die Mitte des 13. Jahrhunderts, andere das 14. Jahrhundert als Entstehungszeit.[9] 2004 wurde das Bauwerk, das seit 1982 unter Denkmalschutz steht, grundlegend restauriert. Die Vituskirche in Niederhemer stammt zwar bereits aus der Zeit von vor 1000 n. Chr., wurde 1818 allerdings abgerissen.

1700 wurde die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul fertig gestellt. Der Barock-Bau wurde ebenfalls 1982 unter Denkmalschutz gestellt. Als Ersatz für die 1818 abgebrochene Vitus-Kirche baute die evangelische Kirchengemeinde bis 1820 die Ebbergkirche. Planungen sahen zuerst einen Entwurf des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel vor, aus finanziellen Gründen wurde dann allerdings eine Konstruktion des Hemeraners Johann Hermann Stindt realisiert. Die Ebbergkirche wurde 1989 in die Denkmalschutzliste der Stadt Hemer aufgenommen.

Türmchenvilla
Villa Prinz

Die weiteren Kirchengebäude Hemers stammen aus dem 20. Jahrhundert. 1905 wurde die Sundwiger Pfarrkirche St. Bonifatius geweiht. Das Bauwerk ist das höchste im gesamten Stadtgebiet und unterliegt seit 2001 dem Denkmalschutz. Anfang der 1930er-Jahre entstanden die katholische Pfarrkirche St. Petrus Canisius in Westig und die evangelische Kirche in Ihmert. Weitere Neubauten der katholischen Kirchengemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Bonifatius-Kapelle in Becke, die 1953 fertig gestellt wurde, St. Marien in Bredenbruch und die 1966 geweihte Christkönig-Kirche in der Innenstadt. Die evangelische Kirche erhielt 1954 das Bodelschwinghhaus in Becke für Gottesdienste. 1964 wurden die Kreuzkirche in Landhausen sowie die Sundwiger Christuskirche geweiht, bevor in den folgenden drei Jahren auch die Thomaskirche in Westig, die inzwischen nicht mehr in Besitz der Gemeinde ist, und das Paul-Schneider-Haus fertig gestellt wurden. Der Glockenturm am Paul-Schneider-Haus enthält bis heute die ehemalige Glocke der Vitus-Kirche.

Ein weiteres prägendes Element des Hemeraner Stadtbildes sind Fabrikantenvillen. Die Villa Grah wurde 1902 errichtet und beheimatet heute das Felsenmeermuseum des Bürger- und Heimatvereins. Die Villa Prinz in der Innenstadt ist aufgrund ihrer auffälligen Zwiebelhaube an einem hervorstehenden Eckturm besser als Türmchenvilla bekannt. Dort ist inzwischen unter anderem das Standesamt der Stadt Hemer untergebracht. Beiden Gebäuden wurde 1982 der Denkmalschutz zugesprochen. Weitere denkmalgeschützte Fabrikantenvillen stehen unter anderem in Westigerbach und an der Kantstraße in Oberhemer. Auch das Reidemeisterhaus in Sundwigerbach hat eine industrielle Geschichte und wird noch heute als Bürogebäude genutzt.

Aufgrund der Grenzlage zu Kurköln ließen die Grafen von der Mark 1353 die Burg Klusenstein im Hönnetal errichten. Die Burg steht auf einem im Hönnetal typischen Kalkstein-Felsen und wird heute von den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken verpachtet. Zu deren Verteidigungssystem gehörte unter anderem auch das Gut Bäingsen, das inzwischen ebenfalls unter Denkmalschutz steht.

Alberts’ Mühle

Herrensitze in Hemer gab es in Form von Haus Hemer und auf der Edelburg, die direkt an der B 7 zwischen Hemer und Menden liegt und 1375 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das heutige Herrenhaus wurde am Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut. Heute ist die Edelburg vor allem für ihre renommierten Reitturniere bekannt. Der Reitplatz schließt gleich an das Gut an, für dessen Bau Material der ehemaligen Burg Brelen genutzt wurde. Haus Hemer wurde 1072 als Oberhof erstmals erwähnt. Die heutigen Gebäude stammen aus dem Jahr 1614 und werden inzwischen als Gemeindezentrum und Kindergarten der Peter-und-Paul-Gemeinde genutzt.

1906 errichtet diente das Alte Amtshaus bis 1975 als Sitz der Amtsverwaltung, wurde danach aber vom neuen Rathaus abgelöst. Seitdem sind in dem denkmalgeschützten Gebäude die Musik- und die Volkshochschule untergebracht. Im Norden Sundwigs liegen noch einige Fachwerkhäuser in schmalen Gassen. Auch diese Gebäude stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Gleiches gilt für Alberts' Mühle in direkter Nachbarschaft. Mittlerweile ist die Sundwiger Mühle die einzige Wassermühle des Märkischen Kreises. 1816 baute Johann Hermann Stindt dort eine Getreidemühle. Als der Müller Johann Peter Alberts sich in die Eigentümerfamilie einheiratete, wurde 1858 der Mühlenbetrieb begonnen. Ab 1865 gab es die heute noch vorhandene Wassermühle. Historische Feuerwehrgerätehäuser liegen in Sundwig und Heppingsen.

[Bearbeiten] Parks

Im zentrumsnahen Friedenspark liegt ein Altenheim der Hermann-von-der-Becke-Stiftung. Das ehemalige Wohnheim (eine unter Denkmalschutz stehende Villa aus dem späten 19. Jahrhundert) wurde 2005 von einem modernen Bau abgelöst und wird nun lediglich als Lager genutzt.

[Bearbeiten] Natur

Bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Felsenmeer, ein 700 m langes und 100 bis 200 m breites Karstgebiet mit eingestürzten Höhlen, welche von einem Buchenwald überwachsen sind. Ein Grund dafür ist unter anderem der im 19. Jahrhundert eingestellte Bergbau in diesem Gebiet. Das Gesamtgebiet erstreckt sich über 13 Hektar.

Die Heinrichshöhle, eine Tropfsteinhöhle, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Felsenmeer in Sundwig. Eine besondere Attraktion ist das vollkommen erhaltene Höhlenbär-Skelett. Den Namen erhielt die Höhle durch ihren Entdecker Heinrich von der Becke.

ECD-Erinnerungsstätte in Deilinghofen

[Bearbeiten] Sport

Der Hemeraner Ortsteil Deilinghofen ist Geburtsort des heutigen DEL-Clubs Iserlohn Roosters. In der dortigen Kaserne stationierte kanadische Soldaten brachten den Sport nach Deilinghofen. Nachdem die neugierig gewordene Dorfjugend erst auf der Straße begonnen hatten, Eishockey nachzuahmen, boten ihnen die Kanadier auch Trainingszeiten auf der geschaffenen Eisfläche an. 1959 wurde der EC Deilinghofen gegründet, der aufgrund der mangelhaften Hallensituation 1971 nach Iserlohn zog. Bis dahin war der ECD bis in die zweithöchste Liga aufgestiegen.

Die heutigen sportlichen Aushängeschilder sind der Fußballverein SG Hemer, dessen erste Mannschaft 2009 in die Landesliga aufstieg, sowie das Handballteam vom HTV Sundwig-Westig, das ebenfalls in der Landesliga beheimatet ist. Auch die Leichtathleten des TV Deilinghofen haben schon einige große Erfolge vorzuweisen, wodurch auch die Leichtathletik-Schulmannschaft des Woeste-Gymnasiums in den letzten Jahren profitierte und ins Bundesfinale des Wettbewerbs Jugend trainiert für Olympia einzog. Überregional bekannt ist daneben das traditionelle Reitturnier an der Edelburg.

Im Stadtgebiet liegen zwei Schwimmbäder, das „Hademarebad“, städtisches Hallenbad, und das „Freibad am Damm“, städtisches Freibad im Stadtteil Stübecken. In den letzten Jahren wurde immer wieder über eine mögliche Schließung des Hallenbades diskutiert, um auf seiner Position mehr Platz für Ladenlokale zu schaffen.

[Bearbeiten] Landesgartenschau 2010

Der Blücher-Platz, zentraler Punkt der Landesgartenschau in Bau, Juli 2009

Am 27. Februar 2007 beschloss der Rat der Stadt einstimmig, sich um die Austragung der Landesgartenschau 2010 zu bewerben. Laut der Machbarkeitsstudie soll das 28 ha große an die Innenstadt grenzende ehemalige Gelände der Blücherkaserne den Schwerpunkt der Landesgartenschau bilden. Das anschließende 346 ha große Übungsgelände soll teilweise in die Veranstaltung mit eingebunden werden, ebenso wie das Felsenmeer und die Heinrichshöhle.

Am 2. Mai 2007 gab der Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, bekannt, dass Hemer den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 erhält. Mitbewerber war die Stadt Zülpich.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Das Veranstaltungsprogramm des Kulturbüros sieht vier, jährlich stattfindende Straßenfeste in der Innenstadt vor. Der Hemeraner Frühling findet im Mai statt. Das Bachfest am „Grohe-Platz“ mit Entenrennen über die Oese findet in der Regel während der Sommermonate statt. Am letzten September-Wochenende locken die Hemeraner Herbsttage alljährlich Hunderttausende Besucher nach Hemer. Den Abschluss bildet die Hemeraner Weihnacht, ein kleines Hüttendorf auf dem Marktplatz im Advent.

Fest in der Bevölkerung verwurzelt sind Schützenfeste. Bürgerschützenvereine gibt es in Hemer, Deilinghofen, Westig, Ihmert, Bredenbruch und Frönsberg. Die drei letztgenannten feiern im Rhythmus von zwei Jahren ihr Schützenfest, die anderen Vereine ermitteln jährlich einen neuen König.

Eine weitere Veranstaltung ist das jährlich am Fronleichnamswochenende in Frönsberg stattfindende WISPA-Festival, das Freunde der alternativen Musik anzieht. Auf dem Festival, welches von der Stadt Hemer mitveranstaltet wird, treten an drei Tagen über 20 Bands, darunter Newcomer ebenso wie bereits bekannte Acts auf. Veranstalter ist der lokal engagierte WISPA-Verein für Alternative Kultur, der seit 2005 das Festival ausrichtet[10].

[Bearbeiten] Wirtschaft

Das Reidemeisterhaus in Sundwigerbach, heute ein Bürogebäude

Die Wirtschaft im Raum Hemer wird seit Jahrhunderten von kleinen und mittelständischen Unternehmen beherrscht. Dabei spielt die Land- und Forstwirtschaft mit 0,9 % der Beschäftigten in Hemer im Gegensatz zur Industrie (57,5 %) kaum eine Rolle. 41,6  der Arbeitskräfte waren 1987 im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Wie in Gesamt-Deutschland gewinnt der Tertiäre Sektor der Dienstleistungen zwar auch in Hemer an Bedeutung, reicht aber noch nicht an das verarbeitende Gewerbe heran.[11]

[Bearbeiten] Industrie

Durch den im 10. Jahrhundert einsetzenden Bergbau im Raum Hemer (unter anderem im Gebiet des Felsenmeers) wurde die Entwicklung der metallverarbeitenden Industrie in Gang gesetzt. Durch die Wasserkraft der Bäche wurden - teilweise als Nebenerwerb - einige Schmieden betrieben. Die Drahtindustrie in Hemer geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als die ersten Drahtrollen im Ihmerter Tal errichtet wurden. Bis ins Jahr 1814 wurden elf Drahtwerke in der Bürgermeisterei Hemer aufgebaut. Im 19. Jahrhundert wurden die Ziehereien schließlich von Verarbeitungsbetrieben ergänzt. Mit der Papierindustrie entstand in der 16. Jahrhundert ein weiterer bis heute bedeutender Wirtschaftszweig. Bis in die 1830er-Jahre wuchs diese Branche in Hemer, doch mit zunehmender Billig-Konkurrenz aus dem Ausland waren viele Firmenschließungen verbunden. Die letzte Papierfabrik des Stadtgebiets ging 1988 in der neu gegründeten Papier Union auf.

Im 17. Jahrhundert war Hemer eine der innovativsten Industriestandorte Preußens. Neben der ersten Messingschmelze der Region entstand in diesem Zeitraum auch die erste Fingerhutsmühle Westfalens. Die Fingerhutproduktion brachte Hemeraner Unternehmen bis in die 1840er-Jahre große Gewinne. 1736 wurde in Sundwig der erste Hochofen Westfalens in Betrieb genommen.

Das Sundwiger Messingwerk und weitere Messingproduzenten bildeten im 18. und 19. Jahrhundert die Basis für die Armaturenherstellung, für die sich dieser Werkstoff besonders eignete. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die beiden Hemeraner Armaturenhersteller Grohe und Keuco zu internationalen Marktführern in ihrem Gebiet. Besonders Grohe gilt heute als Global Player mit weltweit 5200 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro.[12] Aufsehen erregte das Unternehmen im Jahr 2005, als die Übernahme Grohes durch ein Investorenkonsortium die Heuschreckenmetapher von SPD-Parteichef Franz Müntefering auslöste.[13]

Neues Firmengebäude der Sundwig GmbH, dem Nachfolge-Unternehmen der Eisenhütte

Vor den beiden Weltkriegen war der Besteckhersteller Clarfeld & Springmeyer das renommierteste Hemeraner Unternehmen – mit bis zu 500 Mitarbeitern im Jahr 1914. Aufgrund zunehmend günstigerer Konkurrenz aus dem Ausland musste das Fabrikgelände in den 1970er-Jahren verkauft werden. Reitgeschirr und Schiffsbeläge waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls typische Produkte der Hemeraner Industrie. Der Maschinenbau in Hemer entstand unter anderem durch die Sundwiger Eisenhütte, die Walz- und Dampfmaschinen für das benachbarte Messingwerk herstellte. Die Maschinenbau-Unternehmen hatten meist eine Verbindung zu anderen Industriezweigen. So gab es in Niederhemer einen Hersteller von Papiermaschinen und in Ihmert werden bis heute Drahtziehmaschinen hergestellt.

Auch der Raum Hemer profitierte vom Wirtschaftswunder in den Anfangsjahren der Bundesrepublik. 1954 kamen die ersten Gastarbeiter aus Südeuropa nach Hemer. In den 1970er- und 80er-Jahren setzte eine Umzugswelle Hemeraner Unternehmen ein. Die Entwicklung von Wohnraum und Industrie war in Hemer zuvor meist parallel verlaufen, so dass beides eng miteinander verbunden war. Nach der kommunalen Neuordnung begannen die Unternehmen mit ihren Fabrik-Komplexen, aus der Innenstadt in Gewerbegebiete zu ziehen.[14]

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ließ sich eine Diversifizierung der Industriestruktur beobachten, die bis heute anhält. So sind zum Beispiel Betriebe der kunstoffverarbeitenden Industrie, wie der Zerstäuber-Hersteller MWV Calmar, angesiedelt worden. Die Firma Giersch wurde 1951 gegründet und gehört inzwischen zu den größten deutschen Herstellern von Ölbrennern. Als beinahe einziges Unternehmen in der Elektrotechnik besteht seit 1948 Lang + Menke in Westig. Auch die 1998 zugezogene Firma Haltec Hallensysteme, die in der Produktion von Hallen und großflächigen Zelten zu den europaweit führenden Unternehmen gehört, bedient keine der klassischen Branchen in Hemer.

[Bearbeiten] Dienstleistungen und Einzelhandel

„Stadttor“ in der Fußgängerzone

Die Einzelhandelssituation in Hemer gilt als schlecht. Viele Hemeraner decken ihren Einkaufsbedarf in erster Linie in der größeren Nachbarstadt Iserlohn.[15] In den 1970er-Jahren wurde eine Fußgängerzone in der Hemeraner Innenstadt eingerichtet, viele Bürger - vor allem aus den Ortsteilen - sehen den Bereich aber noch nicht als Stadtzentrum an. So gibt es derzeit allein im Innenstadtbereich 18 Leerstände.[16]

In den letzten Jahren entstanden außerhalb der Fußgängerzone Einzelhandelskomplexe wie das Nöllenhof- und das Felsenmeer-Center. Im Zuge der Landesgartenschau werden auch Teile der Innenstadt - der Hademare- und Friedrich-List-Platz - attraktiver gestaltet. Außerdem entsteht im Zentrum der Fußgängerzone das Hademare-Center. Große SB-Supermärkte liegen im Hemeraner Ortsteil Becke sowie kurz hinter der Stadtgrenze zu Iserlohn in Calle.

Der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich an allen Arbeitskräften in Hemer ist unterdurchschnittlich. 1997 arbeiteten gut 2.500 Beschäftigte in diesem Sektor, davon allein 1.600 bei den drei Krankenhäusern, in Altenheimen oder Kindergärten. Die übrigen Beschäftigten teilen sich vor allem auf die Stadtverwaltung, Banken und Versicherungen sowie die Gastronomie auf.[17]

[Bearbeiten] Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straße

In Hemer begannen um 1907 erste Pflasterungsarbeiten auf den Hauptverkehrsstraßen, die bis 1912 vorerst abgeschlossen waren. Bis 1936 war das Straßennetz auf 55 Kilometer angewachsen, es befand sich jedoch größtenteils in recht schlechtem Zustand. Die Stadtverwaltung plante Ausbesserungen mit Priorität im Stadtzentrum, wurde durch den Kriegsausbruch daran allerdings gehindert.[18] Aus dieser Zeit stammten auch die ersten Pläne, die Hauptstraße zu begradigen. In den 1950er-Jahren wurden diese Arbeiten gemeinsam mit einem Ausbau der parallelen Ohlstraße begonnen.

Ende der 1960er-Jahre war etwa ein Drittel der Hemeraner Straßen voll ausgebaut. Die weit auseinanderliegenden Siedlungen und der geringe Anteil an Kreis-, Land- und Bundesstraßen erschwerten die Instandsetzungsarbeiten. Mit dem Bau der A 46 zwischen Hagen und Hemer wurde die Stadt an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Da viel Verkehr die bereits auf Iserlohner Stadtgebiet endende A 46 verlässt und auf der B 7 in Hemer weiterfährt, ist seit den 1970er-Jahren ein Weiterbau der Autobahn bis Arnsberg im Gespräch. Die endgültige Trasse ist derzeit noch nicht festgelegt, doch scheint ein Baubeginn ab 2010 immer wahrscheinlicher. Probebohrungen für einen Tunnel unter dem Stübecken fanden bereits statt.[19]

Als wichtige West-Ost-Verbindung dient die L 682 zwischen der B 7 und der kurz hinter der Stadtgrenze im Hönnetal verlaufenden B 515. Die L 683 verbindet die B 7 mit der B 236 im Lennetal über die Ortsteile Westig, Bredenbruch und Ihmert.

Seit Anfang der 1990er-Jahre wird der Bau einer Westtangente diskutiert, die die Autobahn-Ausfahrt mit Westig verbinden soll. Für Kritik sorgte die geplante Streckenführung über das Landschaftsschutzgebiet Duloh.[20] Wegen der Investitionen im Zuge der Landesgartenschau wurde das Straßenprojekt vorerst verschoben. Ein weiteres Verkehrsproblem ist der Verkehr auf der Hauptstraße, der trotz Grüner Welle oft nur stockend läuft. Die Ampelschaltung soll bis zur Landesgartenschau 2010 verbessert werden.[21]

[Bearbeiten] Öffentlicher Personennahverkehr

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Straßenbahn - neben der Eisenbahn (siehe dazu den nachfolgenden Abschnitt) - das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in Hemer. 1908 wurde die damalige Hemeraner Gemeinde Calle an die Linie zwischen Hohenlimburg und Iserlohn angeschlossen wurde. 1909 folgte der Ausbau über die Gemeinde Westig bis zum Amtshaus, 1911 erhielt auch Niederhemer, 1912 Höcklingsen (Gemeinde Becke) Anschluss. Eine weitere Verlängerung bis auf Mendener Stadtgebiet stand zwar zur Diskussion, wurde aber nie umgesetzt. Über Sundwig führte eine Abzweigung ab 1913 bis nach Deilinghofen, ein Ausbau bis zur Hönnetalbahn wurde entgegen früherer Planungen allerdings nicht realisiert.

Eine Kleinbahnstrecke zwischen Westig und Evingsen komplettierte das Hemeraner Schienennetz Anfang des 20. Jahrhunderts. 1913 wurde der Streckenteil bis Ihmert in Betrieb genommen, 1917 folgte die Verbindung nach Evingsen. Als die Strecke nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis Altena verlängert wurde, bestand erstmals eine Schienenverbindung zwischen dem Lennetal und Felsenmeerstadt. Besonders die Drahtindustrie im Ihmerter Tal profitierte von der Anbindung an das Schienennetz, denn ihre Transportkosten wurde dadurch wesentlich geringer. 1921 wurde die Straßenbahn Niederhemer-Höcklingsen zu Gunsten der parallel verlaufenden Eisenbahn stillgelegt. Die Kleinbahn war 1933 wieder von gravierenden Veränderungen betroffen, als das nicht profitable Teilstück zwischen Ihmert und Evingsen abgebrochen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren in Hemer mit Unterbrechungen insgesamt zwei Jahre lang keine Straßenbahnen, da die Brücke zwischen Iserlohn und Westig zerstört war. Stattdessen setzte die betreibende Iserlohner Kreisbahn, die bis 1942 noch Westfälische Kleinbahnen hieß, Busse ein. Ab September 1948 fuhr die Straßenbahn zwar wieder, doch wurden die Strecken nach und nach mit günstigeren und schnelleren Bussen besetzt. Fortan wurden unrentable Strecken stillgelegt. 1955 machte die Abzweigung nach Deilinghofen den Anfang, es folgte die Kleinbahn im Ihmerter Tal für den Personenverkehr. Die Unternehmen konnten die Schienen noch einige Zeit nutzen. Mit dem Jahreswechsel 1959/60 endete das Straßenbahnzeitalter zur Personenbeförderung in Hemer endgültig, die letzten Güterwaggons verließen Westig 1964.

Die erste regelmäßige Buslinie in Hemer wurde 1924 eröffnet, als eine Verbindung nach Fröndenberg in Betrieb genommen wurde. Heute verfügt die Stadt über zwölf lokale und regionale Buslinien (unter anderem nach Iserlohn, Menden, Altena und Balve) und gehört der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an. Der Busverkehr wird im wesentlichen durch die Märkische Verkehrsgesellschaft als Nachfolgebetrieb der Iserlohner Kreisbahn betrieben. Vier Strecken, die von den MVG-Niederflur-Bussen nicht bedient werden können, fährt seit 1998 der Bürgerbus Hemer an.[22]

[Bearbeiten] Schiene

Ehemaliger Bahnhof in der Stadtmitte
Abtransport von Kyrill-Holz im Mai 2008 mit Sonderfahrt einer Dampflok

Hemer fand in den 1880er-Jahren Anschluss an das Schienennetz, nachdem erste Planungen schon 20 Jahre zuvor begonnen hatten. Das erste Teilstück zwischen Menden und Hemer wurde 1882 fertig gestellt, drei Jahre später wurde die Verbindung nach Iserlohn schließlich komplettiert. Dadurch war Hemer sowohl mit der Oberen Ruhrtalbahn also auch mit der Rhein-Sieg-Bahn verbunden. Neben dem Bahnhof Hemer wurde ein Haltepunkt Oese und ein Bahnhof in Westig eingerichtet. Außerdem erhielten einige Industrieunternehmen eigene Bahnanschlüsse.

1891 wurde eine Verbindung nach Sundwig geschaffen, deren angedachter Ausbau bis nach Neuenrade wieder fallen gelassen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Hemeraner Station als Verladebahnhof für Kriegsgefangene genutzt, da das Stalag VIa nur einige Hundert Meter entfernt lag. Nach dessen Befreiung nutzten auch die Alliierten den Bahnhof für Güter- und Truppenverladung, bis 2007 wurden in erster Linie Lastwagen und Panzer über den Bahnhof Hemer in die Blücher-Kaserne transportiert.

In den 1970er Jahren nahm die Bedeutung der Bahn in Hemer ab, als 1975 die Güterverladung in Sundwig und Westig endete. 1977 verlor der Hemeraner Bahnhof seine Eigenständigkeit und wurde dem Mendener unterstellt. Durch immer weniger Passagiere stand die Stilllegung der Strecke ab 1983 zur Debatte. 1989 fuhr schließlich der letzte Personenzug aus dem Hemeraner Bahnhof aus. Seitdem liegen die nächsten Bahnhöfe in Iserlohn und Menden. Mit dem Abzug der Bundeswehr endete 2007 auch die Panzerverladung. Die zwischenzeitlich vereinbarten Holz-Transporte nach dem Orkan „Kyrill“ liefen im Jahr darauf aus.

Das Westiger Bahnhofsgebäude wurde 1984 als Denkmal unter Schutz gestellt[23] und ist ein Jahr später in Privatbesitz übergegangen. Das Sundwiger Gebäude wurde nach seiner Stilllegung 1976 im darauffolgenden Jahr abgerissen. Das Hemeraner Hauptgebäude wurde 1987 abgebrochen, der restliche Teil des ehemaligen Bahnhofs wird bis zur Landesgartenschau 2010 ebenfalls aus dem Stadtbild verschwinden. An dessen Stelle soll ein Schnellrestaurant eröffnet werden.[24]

Dennoch besteht vielleicht eine Zukunft für die Eisenbahnanbindung Hemers. Zwar ist die Trasse nach Iserlohn inzwischen überbaut, doch eine regelmäßige Zugverbindung nach Menden scheint möglich. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn erstellt derzeit eine Machbarkeitsstudie und plant, diese Verbindung bis zur Landesgartenschau 2010 und auch danach zu realisieren. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein Radweg gebaut. [25]

[Bearbeiten] Flughafen

Der nächste Flughafen ist in Dortmund. Drei Flugplätze befinden sich in Iserlohn.

[Bearbeiten] Medien

Die wichtigsten Tageszeitungen Hemers sind der Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung und die Westfälische Rundschau, die den Lokalteil vom IKZ übernimmt. Lokalzeitungen gibt es in Hemer seit 1886, als die „Hemer-Zeitung“ erstmals erschien. Buchdrucker Ludwig Bechstein begann mit einer Auflage von 400 Exemplaren, musste den Druck aus wirtschaftlichen Gründen ein Jahr später aber wieder aufgeben. Am 22. März 1893 erschien die Erstausgabe der „Hemerschen Zeitung“, die erst zweimal, aber Oktober 1893 dreimal wöchentlich herausgegeben wurde. Nachdem die Bevölkerungszahl um die Jahrhundertwende stark zugenommen hatte, erschien die Zeitung ab 1905 täglich.

Vier Jahre später nahmen die Herausgeber den Untertitel „Märkischer Landbote“ hinzu, der ab 1917 als Haupttitel fungierte. Nach eigenen Angaben vertrat die Hemersche Zeitung einen unparteiischen Standpunkt, wird aber dennoch dem nationalliberalen und antisozialistischen Bereich zugeordnet.[26] Über zehn Jahre lang war der Landbote „Amtliches Bekanntmachungsorgan“ des Kreises und des Amtes, bis die Amtsversammlung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten entschied, die Bekanntmachungen künftig in der Westfälischen Landeszeitung – Rote Erde zu veröffentlichen. Den Hemeraner Herausgebern fiel damit eine wichtige Einnahmequelle weg, so dass sie noch im gleichen Jahr die Verlagsrechte an den Iserlohner Kreisanzeiger verkauften. Die Auflage war von 600 gedruckten Exemplaren 1895 bis 1914 auf das Sechsfache gestiegen. Kurz vor Einstellung wurde täglich knapp 2.700 Exemplare produziert. Als „Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung“ mit den Untertiteln „Hemersche Zeitung“ und „Märkischer Landbote“ erschien das Blatt bis zum 12. April 1945

Bereits 1930 war ein neuer Titel im Hemeraner Zeitungsmarkt erschienen. „Der Volltreffer“ war ein KPD-Parteiblatt, das ab Herbst 1931 als Flugblatt behandelt wurde und dementsprechenden Zensurregelungen unterstand. Daraufhin änderten die Sundwiger Herausgeber den Titel in „Die Einheitsfront“, im Sommer 1932 in „Sprachrohr der deutschen Einheitsfront“. Von Dezember 1932 bis zum Verbot nach der NS-Machtergreifung firmierte das Blatt, das vor allem von Kritik an den Sundwiger Industrieunternehmen geprägt war, dann wieder als „Volltreffer“. Als Gegenpart wurde seit 1932 eine Hemeraner Ausgabe der nationalsozialistischen Zeitung „Der Arbeiter“ veröffentlicht.

Nach Kriegsende wurden amtliche Bekanntmachungen in offiziellen Blättern der britischen Besatzungsmacht veröffentlicht. 1946 genehmigten die Alliierten die Gründung des CDU-Lizenzblattes Westfalenpost, die im Laufe der Zeit auch ein Redaktionsbüro in Hemer eröffnete. Als der SPD nahe stehend wurde die Westfälische Rundschau ab 1947 in Hemer veröffentlicht. Die Iserlohner Redaktion übernahm dabei auch die Berichterstattung aus Hemer. Der Iserlohner Kreisanzeiger erschien nach Gründung der Bundesrepublik wieder, im November 1949 wurde die erste Ausgabe gedruckt. Der Marktanteil in Hemer wuchs bis in die 1980er-Jahre auf etwa zwei Drittel.

Als Wochenzeitung war die „Felsenmeer-Zeitung“ konzipiert, die 1955 an den Start ging und Ende der 1950er-Jahre wieder eingestellt wurde. Der „Hemer-Kurier“ erschien ab 1980 in vierzehntägigem Rhythmus, später ebenfalls als wöchentlich. Insgesamt 1.600 verkaufte Exemplare genügten aber nicht zum wirtschaftlichen Betrieb, weshalb die Zeitung in ein Anzeigenblatt umgewandelt wurde. Als auch dieses Prinzip nicht realisierbar wurde, wurde der Titel 1988 an den Wichelhoven-Verlag verkauft, der auch den IKZ herausgibt. Als „Märkischer Anzeiger“ lief das Blatt noch bis zur Einstellung im Jahr 1993.

Zweimal wöchentlich (mittwochs und sonntags) erscheint seit Oktober 1978 das kostenlose Anzeigenblatt „Stadtspiegel“, dessen Iserlohner Redaktion auch den Hemeraner Titel erstellt. Seit 1990 wird der „Wochenkurier“, dessen Redaktion Iserlohn-Letmathe-Hemer ebenfalls in Iserlohn sitzt, jeden Samstag verteilt.

Ende der 1980er-Jahre kam es zu größeren Veränderungen in der Hemeraner Presse. Die WAZ-Gruppe, die bereits die Westfalenpost in Hemer herausgab, übernahm eine Beteiligung am Iserlohner Kreisanzeiger. In diesem Zusammenhang wurde die WP-Redaktion in Hemer geschlossen und die Leser an den IKZ übergeben. Der Kreisanzeiger übernahm im Gegenzug den überregionalen WP-Mantel und beendete damit die Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe von Dirk Ippen. Dieser reagierte 1990 und gründete die „Neue Hemeraner Presse“, die nach zehn Monaten im Dezember 1990 wieder eingestellt wurde. Erfolgreicher verlief die Gründung einer Hemeraner WR-Redaktion. Wenngleich zuvor nur wenige Hemeraner die in Iserlohn erstellten Lokalseiten lasen, konnte sich die Rundschau in der Felsenmeerstadt etablieren. Im Herbst 2000 wurde auch dieses Lokalbüro geschlossen. Die WR erscheint weiterhin, übernimmt den Lokalteil aber seitdem vom IKZ.

Der lokale Hörfunk für NRW erfolgt im Bereich Hemer durch Radio MK, dem durch die Landesanstalt für Medien der Sendestandort Nr. 69 Frequenz 92,5 (Iserlohn) zugewiesen ist.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Lungenklinik, 2008

Seit 1892 gibt es in Hemer ein allgemeines Krankenhaus in Trägerschaft des Amtes. Die geringe Bettenzahl und das Bevölkerungswachstum machten Erweiterungen 1902 und 1908 erforderlich. Als das Krankenhaus nach dem Ersten Weltkrieg erneut zu klein geworden war, wurde das Haus bis ins Jahr 1931 erneut vergrößert. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise wurde die Erweiterung von Kritikern als überdimensioniert bezeichnet und tatsächlich wurde die Unterhaltung des Hauses für das Amt schnell zum Problem.[27] Im Dezember 1934 erwarb die Wehrmacht das Gebäude der heutigen Lungenklinik und wandelte es in ein Standortlazarett um. Das Amt ließ daraufhin ein neues Krankenhaus errichten, das 1936 mit 80 Betten eröffnet wurde und auch heute noch als Paracelsus-Klinik die medizinische Versorgung der Stadt zur Verfügung stellt. Während des Zweiten Weltkriegs fungierte das Krankenhaus als Lazarett und pflegte nach dessen Befreiung ehemalige Gefangene des Stalag VIa. Bis 1972 wuchs das Haus auf 161 Betten, mit der kommunalen Neuordnung 1975 ging es in die Trägerschaft der neu geschaffenen Stadt ein und hieß fortan Stadtkrankenhaus.

Bereits 1904 eröffnete die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul das St.-Marien-Hospital in der Geitbecke. Beginnend mit 30 Betten wurde die Klinik auf 112 Betten im Jahr 1972 vergrößert. 1978 wurde das Haus wegen finanzieller Schwierigkeiten der Gemeinde an die Stadt Hemer verkauft und firmierte daraufhin als Stadtkrankenhaus II, das die Abteilung der Inneren Medizin übernahm. Chirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde und die Anästhesie blieben im Stadtkrankenhaus I. Nachdem das Hospital 1984 in Trägerschaft der Paracelsus-Kliniken übergegangen und entsprechend umbenannt worden war, änderte es 1992 als erstes Krankenhaus in Deutschland das Abrechnungssystem. Anstelle der Verweildauer wurden nun Pauschalen für bestimmte Behandlungen ausgezahlt.[28] Um die Kosten zu senken, wurde das ehemalige Marien-Hospital im Jahr 2000 geschlossen. Seitdem konzentrieren sich die Abteilungen in der ehemaligen Paracelsus-Klink I, die erneut ausgebaut wurde. Das Zweitgebäude wurde abgerissen und an dessen Stelle ein Wohngebiet errichtet. Heute verfügt die Paracelsus-Klinik über 125 Betten.[29]

Aus dem ersten Amtskrankenhaus und Standortlazarett entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg die überregional bekannte Lungenklinik. Sie verfügt über die vier Fachabteilungen Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie und Anästhesie. Außerdem ist ein Forschungs-Institut integriert. Aufsehen erregte der erste SARS-Fall in Deutschland im Jahr 2002. Damals infizierte sich ein Hattinger mit dem Virus und konnte in der Lungenklinik geheilt werden. Das Dortmunder Fußball-Idol Lothar Emmerich verstarb nach Krankheit in Hemer.

Schwimmbadgebäude der Hans-Prinzhorn-Klinik

Im Ortsteil Frönsberg befindet sich die nach Hans Prinzhorn benannte Westfälische Klinik Hemer. 1914 kaufte die AOK Dortmund das Gelände und nahm den Betrieb des „Genesungsheimes Frönspert“ für Bergleute kurz darauf auf. Nach der Machtergreifung wurde das Gebäude beschlagnahmt und in das „NSBO-Genesungsheim Westfalen-Süd“ umgewandelt. Während des Krieges war es Teil des Hemeraner Standortlazaretts mit Schwerpunkt für lungenkranke Soldaten. 1950 übernahm die AOK wieder die Trägerschaft, die es 1964 an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe verkaufte. Seitdem wird das Gebäude als psychiatrische Klinik verwendet.

1975 begann man mit dem Bau eines neuen Gebäudes, das drei Jahre später mit 494 Betten eröffnet wurde. Die Klinik erhielt den Märkischen Kreis und damit 455.000 Menschen als Pflichtversorgungsgebiet. Dieses Gebiet wurde 1981 noch um die Stadt Hagen, 1984 um den Ennepe-Ruhr-Kreis erweitert. Bis 1987 allerdings wurde das Pflichtversorgungsgebiet um Teile des Märkischen und des Ennepe-Ruhr-Kreises verkleinert. Seitdem trägt die Klinik auch ihren heutigen Namen. Zu Beginn der 1990er Jahre ging man Kooperationen mit Kliniken in der ehemaligen DDR und in Polen ein, 2000 auch mit einer ukrainischen Fachklinik. Heute unterhält die Klinik mehrere Abteilungen: Psychotherapie/Depressionsbehandlung, Psychiatrie, Suchtkrankenbehandlung und Gerontopsychiatrie. Daneben existieren eine Tagesklinik und eine Institutsambulanz. Im Westfälischen Wohnverbund können Menschen mit psychischen Behinderungen betreut werden.

Zudem gibt es in Hemer eine Stadtbücherei und das „Jugend- und Kulturzentrum am Park“.

Die Blücher-Kaserne vor ihrer Schließung

Hemer war zwischen 1956 und 2007 Bundeswehrstandort. In den letzten Jahren war die Blücher-Kaserne die einzige Kaserne im Märkischen Kreis und beherbergte ein Panzerbataillon, zwei Sanitäts-, eine Panzerpionierkompanie und ein Kraftfahrausbildungszentrum. Die Kaserne wurde nach dem preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher benannt. Am 2. November 2004 gab der damalige Verteidigungsminister Peter Struck bekannt, dass im Rahmen der Bundeswehrreform der Standort Hemer komplett aufgegeben wird. Am 23. Januar 2007 verließ das Panzerbataillon 203 als letztes Hemer und wurde nach Augustdorf verlegt. Damit wird ein 28 ha großes, an die Innenstadt angrenzenden Kasernengelände und ein 346 ha großes Übungsgelände frei. Auf einem Teil der Flächen wird 2010 die Landesgartenschau ausgetragen, ein Großteil wird dauerhaft unter Naturschutz gestellt und das neu gegründete Zentrum für Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik siedelte sich an.

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Schulen

Wulfertschule

Seit dem Schuljahr 2008/09 bieten fünf der acht Hemeraner Grundschulen ein Ganztagsangebot an: Brabeckschule (Stübecken, Landhausen), Freiherr-vom-Stein-Schule (Sundwig), Woesteschule (nördliche Stadtmitte), Diesterwegschule (Westig) und Ihmerter Schule (Dorfpark). Die anderen drei Grundschulen (ohne Ganztagsangebot) sind die Deilinghofer Schule, die Oesetalschule (Becke) und die Wulfertschule (südliche Stadtmitte).

In Hemer liegen zwei Hauptschulen, eine in der Urbecke (Hauptschule I Urbecker Straße), eine am Stadtpark (Hauptschule II Parkstraße). Die Hauptschule Parkstraße nimmt allerdings seit dem Schuljahr 2009/10 keine Fünftklässler mehr auf, weil das Gebäude Standort der neu gegründeten Gesamtschule Hemer wird. Nach einer Elternbefragung entschied sich der Stadtrat zu diesem Beschluss.

Die einzige Realschule der Stadt ist nach einem berühmten Sohn der Stadt, Hans Prinzhorn, benannt und liegt in einem Schulzentrum zusammen mit der Hauptschule II Parkstraße.

In Nachbarschaft zum Schulzentrum Parkstraße liegt das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium, die höchste Schule der Stadt. Der heutige Namensgeber gab im 19. Jahrhundert Sprachunterricht in Hemer und damit den ersten höheren Unterricht. Die Schule wurde 1924 gegründet, seit 1999 gibt es einen bilingualen Zweig. Eine Höhere Schule gibt es in Hemer mit der Gründung der „Privatschule für höheren Unterricht“ schon seit 1829.

Hemer ist Standort von insgesamt vier Sonderschulen. Für Lernbehinderte besteht die Pestalozzischule, die Felsenmeerschule ist eine Westfälische Schule für Körperbehinderte und die Wilhelm-Busch-Schule ist eine Schule für Erziehungshilfe des Märkischen Kreises. Seit den Osterferien 2009 ist die Regenbogenschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache in einem ehemaligen Gebäude der Blücher-Kaserne untergebracht.[30][31]

[Bearbeiten] Weitere Bildungseinrichtungen

  • Volkshochschule Menden-Hemer-Balve
  • Musikschule der Stadt Hemer im Alten Amtshaus
  • Abendgymnasium des Rahel-Varnhagen-Kolleg: Das Hagener Kolleg hat eine Zweigstelle im Woeste-Gymnasium.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Ruth und Friedrich Grohe (Fabrikantenehepaar) wurden am 10. Dezember 1974 in der letzten Ratssitzung der Stadt Hemer vor der kommunalen Neuordnung zu Ehrenbürgern ernannt.
  • Anlässlich der Stadterhebung Hemers wurde am 30. Januar 1936 Adolf Hitler Ehrenbürger. 1995 befasste sich der Stadtrat mit der Thematik. Er hob die Ehrenbürgerschaft nicht auf, distanzierte sich jedoch von der damaligen Entscheidung und stellte sich auf den Standpunkt, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tode erloschen sei.

Seit der kommunalen Neuordnung wurde die Ehrenbürgerschaft nicht mehr verliehen. Stattdessen werden verdiente Bürger seit 1988 mit sogenannten „Ehrenbriefen“ ausgezeichnet. Bisher ausgezeichnet wurden

  • 1988: Otto Braun, Hugo Sülberg, Ursula Eckert, Heinz Eckert und Dr. Hugo Banniza
  • 1989: Karl Wiemann, Heinrich Humbeil
  • 1990: Irmgard Althaus, Johannes Ecker
  • 1991: Dr. Alfred Meyer
  • 1993: Dr. Nikolai Gubarev
  • 1994: Albrecht Koch
  • 2000: Emil Nensel
  • 2001: Hans-Hermann Stopsack, Klaus Hennecke
  • 2004: Dieter Voss
  • 2005: Hermann-Josef Geismann
  • 2006: Karl-Friedrich Stenner-Borghoff

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Prinzhorn-Geburtshaus

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort wirken

[Bearbeiten] Literatur

  • Berghaus, Peter/ Treude, Friedhelm (Hrsg.): Der Münzschatzfund von Hemer-Westig 1949, hrsgg. v. Bürger- u. Heimatverein Hemer aus Anlass d. 100jähr. Bestehens der Sparkasse des Amtes Hemer, o.J. ~1965
  • Stopsack, Hans-Hermann (Hrsg.) im Auftrag der Volkshochschule Menden-Hemer-Balve: Hemer 1944 - 1949. Erinnerungen, Zeitzeugenberichte und Dokumente aus einer Zeit des Umbruchs. Selbstverlag, Menden/Hemer 2004.
  • Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, ISBN 3-00-006685-3
  • Thomas, Eberhard; Fischer, Klaus: Hemer. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1996, ISBN 3-931554-12-0
  • Treude, Reinhard: Hemer in alten Bildern. Gummersbach 1981, ISBN 3-88265-091-5
  • Stopsack, Hans-Hermann; Thomas, Eberhard (Hrsg.) im Auftrag der Stadt Hemer und der Volkshochschule Menden-Hemer-Balve: Stalag VI A Hemer. Kriegsgefangenenlager 1939 - 1945. Eine Dokumentation. Hemer 1995.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hemer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellen

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. (Hrsg.): Hemer. Beiträge zur Heimatkunde. Engelbert-Verlag, Balve 1980.
  3. Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. (Hrsg.): Hemer. Beiträge zur Heimatkunde. Engelbert-Verlag, Balve 1980.
  4. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 337-346
  5. Bevölkerungsdaten Märkischer Kreis
  6. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004
  7. Hauptsatzung
  8. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 318
  9. Kurze Chronik zur Deilinghofener Kirchengeschichte, S. 12, PDF-Datei
  10. Wispa-Festival
  11. „Die Hemeraner Wirtschaft“ aus: Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000.
  12. Westfalenpost: "Stimmung wird langsam besser", vom 7. Mai 2008
  13. faz.net: „Sanitär: Der Fall Grohe liefert Zündstoff“, vom 27. Mai 2005
  14. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000.
  15. IKZ Iserlohn: Gute Noten für die neue Innenstadt
  16. IKZ Hemer: 18 Leerstände bekämpfen
  17. Die Hemeraner Wirtschaft aus Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000.
  18. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 323
  19. DerWesten.de: A-46-Probebohrung schreckt Stübecken-Anwohner auf vom 3. Februar 2009
  20. „Massive Bedenken gegen Westtangente“, IKZ vom 23. April 2004
  21. DerWesten.de: „Grüne Welle“ muss bis zur Landesgartenschau funktionieren vom 4. Juli 2008
  22. Website des Hemeraner Bürgerbusses
  23. Denkmalliste der Stadt Hemer
  24. DerWesten.de: McDonald's für die Hemeraner Innenstadt vom 9. März 2009
  25. DerWesten.de: Gipfeltreffen pro Bahn: Letzte Chance für Personenverkehr Hemer-Menden
  26. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 826
  27. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 802
  28. Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, S. 803
  29. Die Hemeraner Klink bei paracelsus-kliniken.de
  30. maerkischer-kreis.de: Regenbogenschule 2008 nach Hemer
  31. hemer.de: "Willkommens-Gruß" für Regenbogenschule, vom 29. April 2009
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