Woiwodschaft Czernihów

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Woiwodschaft Czernihów
Karte
CzernihowskieIRP.JPG
Wappen
Wappen des Woiwodschaft Ruthenien
Basisdaten
Hauptstadt: Czernihów
Größere Städte: Czernihów, Nowogród
Geschichte
Gegründet: 1635
Aufgehoben (faktisch): 1648
Aufgelöst (offiziell): 1667
Adelstitel (nominell): bis 1795
Verwaltungsgliederung
Landkreise: 2

Die Woiwodschaft Czernihów (polnisch Województwo czernihowskie, lateinisch Palatinatus czernihoviensis, ukrainisch Чернігівське воєводство/Tschernihivske woewodstwo) war eine Verwaltungseinheit der polnisch-litauischen Adelsrepublik im ruthenischen Teil der Provinz Kleinpolen auf dem Gebiet der früheren Fürstentümer Tschernigow und Sewerien der Kiewer Rus. Sie bestand von 1635 bis 1648/1667. Hauptort war Czernihów (heute Tschernihiw). Das Gebiet liegt auf dem Territorium der Ukraine.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Czernihów kam 1618 von Russland zum Königreich Polen. 1635 wurde die Woiwodschaft Czernihów gegründet[1]. Im Chmelnyzkyj-Aufstand von 1648 ging das Gebiet praktisch für Polen wieder verloren, 1667 ging es offiziell wieder an Russland. Adelstitel von Czernihów wurden allerdings weiter bis 1795 vergeben.

Verwaltungseinteilung[Bearbeiten]

Hauptort, also Sitz des Woiwoden, des Landgerichts und des Landtags (Sejmik):

Landkreise:

  • Powiat Czernihów (Powiat czernihowski), Sitz in Czernihów
  • Powiat Nowogród (Powiat nowogrodzki siewierski), Sitz in Nowogród

Die Woiwodschaft hatte 2 Senatoren: den Woiwoden und einen Kastellan. Es gab ebenfalls 2 Landstaroste (Starosta grodowy), je einen aus jedem Landkreis (Powiat).

Woiwode[Bearbeiten]

Kastellan[Bearbeiten]

  • Jan Odrzywolski (1646–1652)

Königstitulatur[Bearbeiten]

Seit 1635 führten die Könige von Polen auch die Bezeichnung Fürst von Sewerien und Czernihów (lateinisch dux Severiae, Czernichoviaeque, polnisch Książę siewierski i czernihowski) in ihrer Titulatur, als erster Władysław IV. Wasa (polnischer König und Großfürst von Litauen 1632–1648):
Vladislaus Quartus Dei gratia rex Poloniae, magnus dux Lithuaniae, Russiae, Prussiae, Masoviae, Samogitiae, Livoniaeque, Smolenscie, Severiae, Czernichoviaeque necnon Suecorum, Gothorum Vandalorumque haereditarius rex, electus magnus dux Moschoviae.“ („Wladislaw IV., durch Gnaden Gottes König von Polen, Großfürst von Litauen, Rus, Preußen, Masowien, Samogitien, Livland, Smolensk, Sewerien, Czernihów, ebenso Erbkönig der Schweden, Goten und Vandalen, erwählter Großfürst von Moskau“)
Ebenso Johann II. Kasimir (1648–1668), Michael I. (1669–1673), u.a.

Verweise[Bearbeiten]

  1. Volumina Legum T. III s. 381

Literatur[Bearbeiten]

 Commons: Chernigov Voivodeship (1619-1667) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Mariusz Markiewicz: Historia Polski 1492–1795. Kraków 2004, ISBN 83-08-03579-5.
  • Urszula Augustyniak: Historia Polski 1572–1795. Warszawa 2008