.onion

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.onion ist eine Special-Use-Top-Level-Domain zur Nutzung von hidden services (deutsch: versteckte Dienste) im Anonymisierungsdienst The Onion Routing (Tor). Die .onion-Adressen sind nicht Bestandteil des DNS, können aber von Anwendungen interpretiert werden, wenn sie durch einen Proxy in das Tor-Netzwerk gesendet werden. Verwendet werden solche Adressen, um sowohl den Empfänger als auch den Provider der Daten oder deren Fluss schwer verfolgbar zu machen, und das sowohl untereinander als auch gegenüber einem anderen Host oder Anderen.

Standardisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2015 wurde mit RFC 7686 .onion als Special-Use-Domainname registriert und gemäß den Vorgaben aus RFC 6761 in die Registrierungsdatenbank https://www.iana.org/assignments/special-use-domain-names/special-use-domain-names.xhtml#special-use-domain der IANA eingetragen. In dem vorgeschlagenen Internetstandard wird festgelegt, wie die Teilnehmer den Namen .onion behandeln und wie sie sich damit verhalten sollen.

Verwendungsbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Dienste des sogenannten „Deep Web“ sind (mit .onion-Adresse) beispielsweise:

Auch die Schadsoftware Locky wickelte die Erpressung der betroffenen Benutzer über .onion-Adressen ab.

Zugriff ohne Tor-Client[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Dienste, die über einen eigenen Proxy den Zugriff auf .onion erlauben, ohne dass der Nutzer im eigentlichen Tor-Netzwerk ist. Oft muss dazu in einer entsprechenden URL lediglich die Endung .onion durch eine andere Endung ersetzt werden. In diesem Szenario ist es sowohl dem Betreiber des Proxys als auch des Dienstes im Tor-Netz möglich, den Nutzer durch die IP-Adresse oder Browser-Merkmale zu identifizieren. Als Beispiele sind .onion.cab sowie .tor2web.org zu nennen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]