App Store

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt App Stores im Allgemeinen. Zu den speziellen App Stores von Apple siehe App Store (iOS) oder Mac App Store.

App Store (aus der englischen Kurzform für application „Anwendungssoftware“ und Store „Geschäft“; auch App Market, App-Marktplatz) ist die Bezeichnung für eine Internet-basierte digitale Vertriebsplattform für Anwendungssoftware. Die Software stammt entweder vom Betreiber der Plattform selbst, meist aber überwiegend von Drittanbietern wie etwa freien Softwareentwicklern und Softwareunternehmen. Der Dienst ermöglicht es Benutzern, Software für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets, bei manchen Angeboten auch für andere Geräte, wie zum Beispiel Personal Computer, aus einem Katalog herauszusuchen und herunterzuladen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apple war 2008 der erste Hersteller, der nach der Einführung von iPhone OS 2.0 mit großem Markterfolg eine Online-Verkaufsplattform namens App Store für Anwendungsprogramme betrieb. Bei diesem konnte man sich mit der Apple-ID des iTunes Stores anmelden, Apps konnten direkt auf dem iPhone und iPod touch oder in iTunes auf dem Mac/PC gekauft und geladen werden. Zuvor war bereits durch ein Update der iTunes Music Store als eigenständiges Programm auf das iPhone und den iPod touch gekommen, mit welchem online Musik aus dem iTunes Store gekauft werden konnte.

Mit der Einführung von Android und der Umbenennung von Windows Mobile in Windows Phone stieg auch die Bedeutsamkeit von deren Vertriebsplattformen. Der ursprünglich nur mit Apple verbundene Begriff App Store wurde damit tendenziell zum Gattungsbegriff, was jedoch noch rechtlich umstritten ist.[1] So wurde Amazon von Apple in den USA verklagt, weil es sein Angebot Amazon Appstore nennt.[2]

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Adjust stellt die stetig wachsende Anzahl an „Zombies“, das heißt Apps, welche von Nutzern nur per direkter Suche gefunden werden können (also in keiner Topliste auftauchen), in App Stores ein größer werdendes Problem dar.[3] Entwickler versuchen diesem Problem durch App-Store-Optimierungen entgegenzuwirken.[4][5]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf das Angebot kann üblicherweise über eine eigene App-Store-Software auf einem Mobilgerät oder über eine Website zugegriffen werden. Über eine Suche, Vorschläge, Topcharts oder eine Auswahl von Kategorien können Apps gefunden werden. Die Apps werden in dem App-Marktplatz mit Screenshot und einer Beschreibung dargestellt. Für eine bessere Einschätzbarkeit kann ein App-Marktplatz die Möglichkeit anbieten, die Apps zu bewerten und Nutzerkommentare zu hinterlassen. Nach dem Herunterladen hält der App Store die Apps auf dem jeweiligen Gerät des Kunden per (halb-)automatischer Aktualisierungsfunktion auf dem neuesten Stand.

Entwickler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Benutzeroberfläche für Kunden, gibt es auch eine für Anbieter. Über diese hat der Anbieter unter anderem die Möglichkeit, seine App hochzuladen, Bilder und eine Beschreibung zu hinterlegen. Er kann die Bezahloptionen bearbeiten und erhält in der Regel eine Statistik, wie häufig die App heruntergeladen wurde. Der Betreiber des App-Marktplatzes regelt auch die Bezahlung der Apps und die Weiterleitung des Geldes an den jeweiligen Anbieter. Dabei erhält der Betreiber eine anteilige Provision, die häufig um die 30 Prozent des Verkaufspreises beträgt.

Vertriebsplattformen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hersteller von mobilen Betriebssystemen, wie Apple, Google und Microsoft bieten für ihre Plattform jeweils einen App Store an. Es gibt auch herstellerunabhängige App Stores, wie z. B. den Amazon Appstore.

App Store (iOS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des App Stores

Der App Store von Apple war der erste Vertriebskanal für mobile Apps und wurde am 10. Juli 2008 eingeführt.[6] Die Plattform hat mit Stand Juni 2014 1,2 Millionen Apps und zählt 75 Milliarden Downloads.[7] Im Juli 2015 waren es bereits 1,5 Millionen Apps.[8]

Google Play Store[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Google Play

Der Google Play Store ist der „native“ App-Anbieter für Android-basierte Geräte. Er wurde von Google im Oktober 2008 vorgestellt.[9] Im August 2014 zählte die Plattform etwa 1,3 Millionen Apps.[10] Im April 2016 waren über 2 Millionen Apps auf der Plattform verfügbar.[11]

Amazon Appstore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amazon Appstore ist eine alternative Plattform für Android Apps. Er wurde im März 2011 mit 3.800 Apps eingeführt und baute sein Angebot bis 2014 auf 240.000 Apps aus.[12] Seit Juni 2013 können auch Blackberry-Geräte Apps über Amazon beziehen. Der Amazon Appstore ist der einzige Vertriebskanal für die firmeneigenen Fire Tablets.[13]

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blackberry World ist der App Store für Blackberry-10- und Blackberry-OS-Geräte. Er eröffnete im April 2009 mit dem Namen „Blackberry App World“. 2013 waren auf der Plattform 120.000 Apps verfügbar.[16] Benutzer von Blackberry 10 können auch Android-Apps ausführen.[17]
  • Die Plattform Samsung Apps wurde im September 2009 vorgestellt.[18] Sie bietet Apps für Windows Mobile, Android und Bada.
  • Der Nokia Store war ein im Mai 2009 international eingeführter App Store für Nokia-Geräte. Nachdem erst nur die Entwicklung neuer Apps eingestellt wurde, hat Microsoft nach der Übernahme von Nokia den Dienst komplett eingestellt.[19][20] Die App leitet jetzt auf den „Opera Mobile Store“ weiter. Zeitweise hatte der Dienst über 115.000 Apps im Angebot.[21]
  • F-Droid ist ein seit 2010 verfügbarer alternativer App Store für Android-Apps.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Todd Bishop: Microsoft: Apple can't claim exclusive rights to 'App Store'. The Business Journals, 11. Januar 2011, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  2. Kit Eaton: Apple sues Amazon over 'app store' name. CNN, 22. März 2011, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  3. The Undead App Store. The course for discovery in 2015. Abgerufen am 30. Juli 2016 (PDF; 3,4 MB, englisch).
  4. Sarah Perez: Zombie Apps On The Rise; 83 % Of Apps Not On Top Lists, Up From 74 % Last Year. TechCrunch, 30. Januar 2015, abgerufen am 29. Juli 2016 (englisch).
  5. Shlomo Garbi: 13 Steps To Perfecting Your App Store Optimization. In: thenextweb.com. 17. März 2015, abgerufen am 29. Juli 2016 (englisch).
  6. iPhone App Store Downloads Top 10 Million in First Weekend. Apple, 14. Juni 2008, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  7. Sarah Perez: iTunes App Store Now Has 1.2 Million Apps, Has Seen 75 Billion Downloads To Date. TechCrunch, 2. Juni 2014, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  8. Apple - WWDC 2015. In: YouTube. 15. Juni 2015, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  9. Eric Chu: Android Market: Now available for users. In: android-developers.blogspot.de. Abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  10. Sean Keach: Microsoft says Windows Phone now touts 300,000 apps. In: t3.com. 11. August 2014, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  11. Andrew Myrick: A report states there were over 11.1 billion Google Play Store downloads in Q1 2016. In: phandroid.com. 18. April 2016, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  12. Amazon Appstore: number of available apps 2016. In: statista.com. Abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  13. Brian Burgess: How to install Google apps on Kindle Fire HD or HDX. Gizmag, 11. Februar 2014, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  14. Julia Haider: Windows und Windows Phone Store umfassen zusammen bereits über 500.000 Apps. In: telekom-presse.at. 17. November 2014, abgerufen am 30. Juli 2016.
  15. Christopher Drummer: Microsoft merges Windows PC and Windows mobile app stores. In: winbeta.org. 7. Dezember 2015, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  16. Built for BlackBerry Apps and Games Get Increased Visibility in BlackBerry World. In: devblog.blackberry.com. 16. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  17. Sascha Segan: How BlackBerry 10 Runs 28,000 Android Apps Without a Back Button. In: pcmag.com. 31. Januar 2013, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  18. Samsung celebrates Samsung Apps anniversary, now available in 109 countries. In: sammyhub.com. 13. September 2010, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  19. Changes to supported content types in the Nokia Store. Archiviert vom Original am 6. März 2014, abgerufen am 20. Januar 2015.
  20. Steve Litchfield: The Nokia Store is no more... In: allaboutsymbian.com. 3. März 2015, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).
  21. Nokia Store now has over 100K apps, Distimo says. In: gsmarena.com. 22. Dezember 2011, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch).