Schleicher ASW 20

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Schleicher ASW 20
ASW 20 im Flug
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland
Hersteller:

Alexander Schleicher GmbH & Co

Produktionszeit: 1977–1986
Stückzahl: 905

Die Schleicher ASW 20 ist ein einsitziges Segelflugzeug in FVK-Bauweise für den Leistungssegelflug. Insgesamt wurden von 1977 bis 1986 905 ASW 20 gebaut, davon 100 in Lizenz bei der französischen Firma Centrair. Der Schwede Göran Ax gewann die Weltmeisterschaft 1981 in Paderborn mit einer ASW 20, außerdem wurden zahlreiche zweite und dritte Plätze mit ihr gewonnen. Es gab fünf verschiedene Versionen, deren Segelflug-Index bei 110–112 liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 wurde von der FAI eine neue Wettbewerbsklasse eingeführt, die sogenannte „15-m-Klasse“, die als einzige Beschränkung eine Spannweite von nicht mehr als 15 m vorgab. Die Schleicher ASW 20 ist das erste Flugzeug der Firma Alexander Schleicher, das speziell für diese Klasse konstruiert wurde. Später entstanden durch kleine Änderungen am Flügelprofil sowie eine höhere Wasserballastzuladung die Versionen B und C und durch zusätzlich ansteckbare Außenflügel, welche die Spannweite auf 16,6 m erhöhen, die Versionen BL und CL. Außerdem wurde der maximale Ausschlag der Wölbklappen nach unten von ursprünglich 55° auf 40° verringert.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Waibel konstruierte die Schleicher ASW 20 (W für Waibel) in Mitteldeckerausführung mit Wölbklappen, Wasserballasttanks und nach oben ausfahrenden Störklappen. Das Cockpit ist auf größtmögliche passive Sicherheit ausgelegt, im Fall eines Unfalls nimmt es sehr viel Energie auf und schützt so den Piloten. Das Flugzeug ist aus Faserverbundwerkstoffen gebaut, es kommen Glas- Kohle- und Aramidfasern zum Einsatz.

Durch die in Landestellung stark nach unten ausschlagenden Wölbklappen und die zusätzlichen Störklappen werden langsame und steile Anflüge – und damit sichere Außenlandungen auch auf kurzen Feldern – ermöglicht.

Für den Rumpf wurde aus Kostengründen der bereits erprobte Rumpf der Schleicher ASW 19 übernommen, der für die Ruderanschlüsse der Wölbklappen leicht modifiziert wurde. Das T-Leitwerk besitzt eine feste Höhenflosse, das Ruder wird bei Montage bei späteren Baureihen automatisch angeschlossen und hat eine Federtrimmung.

Das Fahrwerk besteht aus einem Rad, das über einen Hebel an der linken Cockpitseite manuell einziehbar ist. Bei der Bremse handelt es sich um eine Trommelbremse, die bei späteren Versionen in eine hydraulische Scheibenbremse geändert wurde. Ursprünglich wurde die Bremse mit einem Bremshebel am Steuerknüppel bedient und später über eine Kopplung des Störklappengriffs mit der Bremse. Das Leitwerk ist mit einem Schleifsporn aus Gummi oder einem nicht einziehbaren Spornrad versehen.

Strahltriebwerk als Nachrüstsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Strahltriebwerk an einer ASW 20 CL

Für die ASW 20 wurde ein Nachrüstsatz für eine Heimkehrhilfe in Form eines aus dem Rumpf ausklappbaren Strahltriebwerks entwickelt. Anstatt des bereits vorher angebotenen konventionellen Verbrennungsmotors mit Propeller dient in diesem Fall das etwa 12 kg schwere Strahltriebwerk als Antrieb, um ausreichend Schub für einen Steigflug, beispielsweise für einen eigenständigen Start, oder zur Verminderung eines Außenlanderisikos zu erzeugen. Das Triebwerk hat eine maximale Reichweite von etwa 240 km. Der erste Prototyp ASW 20 CL-J (J steht für Jet-Engine) startete am 21. Mai 2006, seit Ende 2009 ist das Modell serienreif und befindet sich in der Flugerprobung.[1] Ein einstrahliges Modell wurde erstmals auf der ILA 2010 in Berlin einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.[2]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße ASW 20[3] ASW 20 B[4] ASW 20 C[5] ASW 20 L[3] ASW 20 BL[4] ASW 20 CL[5]
Spannweite 15 m 16,6 m
Rumpflänge 6,82 m
Höhe am Leitwerk 1,1 m
Flügelfläche 10,5 m² 11,05 m² 11,013 m²
Streckung 21,43 24,94 25,02
Wortmann FX K131
und FX 60-126
FX K131 und FX 60-126
Unterseite modifiziert
FX K131
und FX 60-126
FX K131 und FX 60-126
Unterseite modifiziert
Leermasse 260 kg 270 kg 265 kg 275 kg 265 kg
max. Startmasse 454 kg 525 kg 454 kg 380 kg 430 kg 380 kg
max. Flächenbelastung 43,2 kg/m² 50,0 kg/m² 43,2 kg/m² 34,4 kg/m² 39,0 kg/m² 34,5 kg/m²
max. Cockpitzuladung 115 kg
max. Wasserballast 120 kg 150 kg 110 kg 100 kg 50 kg
Höchstgeschwindigkeit 265 km/h 280 km/h 265 km/h 250 km/h 265 km/h 250 km/h
Geringstes Sinken 0,59 m/s 0,55 m/s
Gleitzahl 42 43 45 46
Herstellungszeitraum 1977–1982 1983–1986 1977–1982 1983–1986
Stückzahl[6] 438* 40 84 213* 42 88

(*) inkl. ASW 20F bzw. ASW 20FL

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ASW 20 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. Entwicklungsberichte bei motorsegelfliegen.de, abgerufen am 9. Januar 2011
  2. s. dazu Fotos bei bredow-web, abgerufen am 9. Januar 2011
  3. a b Technische Daten der ASW 20 / ASW 2 L. Abgerufen am 21. April 2014.
  4. a b Technische Daten der ASW 20 B / ASW 2 BL. Abgerufen am 21. April 2014.
  5. a b Technische Daten der ASW 20 C / ASW 2 CL. Abgerufen am 21. April 2014.
  6. Productionlist ASW 20. Abgerufen am 4. Februar 2017.