Abbensen (Edemissen)

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Abbensen (Edemissen)
Gemeinde Edemissen
Wappen von Abbensen (Edemissen)
Koordinaten: 52° 23′ 1″ N, 10° 11′ 2″ O
Höhe: ca. 66 m ü. NHN
Einwohner: 2174 (1. Jul. 2015)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31234
Vorwahl: 05177
Abbensen (Edemissen) (Niedersachsen)
Abbensen (Edemissen)

Lage von Abbensen (Edemissen) in Niedersachsen

Gedenkstein der ehemaligen Gemeinde

Abbensen ist eine Ortschaft in der Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Abbensen liegt nördlich der Kreisstadt Peine zwischen den beiden Oberzentren Hannover und Braunschweig am Rande der Südheide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Abbensen wurde erstmals urkundlich im Jahre 1221 erwähnt. Das Rittergut Abbensen findet 1279 erstmals Erwähnung als Abbenser Burg.[1] Westlich von Abbensen liegen in der Niederung der Fuhse die Reste der abgegangenen Burg Abbensen, die erst im Jahre 2007 entdeckt worden ist. Ob sie mit der 1279 urkundlich erwähnten Burg identisch ist, ist nicht bekannt. Der Herzog von Braunschweig und Lüneburg gab im Jahr 1383 das Lehnsrecht über das ganze Dorf Abbensen dem Ritter Burchard von Saldern. Der Kammerpräsident Paul Joachim von Bülow erwarb 1654 mit fürstlicher Genehmigung das Rittergut für 1.000 Thaler bares Geld.

General Cuno Josua von Bülow, später Erbherr auf Abbensen, vertrieb im Jahr 1700 Truppen einer sächsisch-dänischen Invasion aus dem Ort. Er wurde 1727 von Georg dem II., König von Großbritannien und Hannover, zum Generalfeldmarschall ernannt.

Das Rittergut wurde 1870 von Heino von Heimburg als Pächter übernommen, der später für seine Bemühungen um die Beendigung des Gutskonkurses eine Hälfte des Gutes geschenkt bekam und die andere Hälfte hinzukaufte.

Der Amtsrat Heinrich von Schwartz kaufte 1890 das Rittergut für seinen Sohn Karl. Die Familie von Schwartz bewirtschaftet das Gut bis heute als landwirtschaftlichen Betrieb.

Von 1532 bis 1885 gehörte der Ort Abbensen zur Gografschaft Edemissen im Amt Meinersen. Danach kam er bis heute zum Landkreis Peine.

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen kam es am 1. März 1974 zur Bildung der Einheitsgemeinde Edemissen aus den Ortschaften der Samtgemeinde Edemissen und weiteren acht selbständigen Gemeinden.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1821 533
1848 606
1. Dezember 1871 ¹ 729
1. Dezember 1885 ¹ 765
1. Dezember 1905 ¹ 832
16. Juni 1925 ¹ 1077
16. Juni 1933 ¹ 1168
17. Mai 1939 ¹ 1120
31. Dezember 1945 -
29. Oktober 1946 ¹ 2131
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 2130
6. Juni 1961 ¹ 1734
1. März 1964 1616
27. Mai 1970 ¹ 1702
30. März 2012 2175
20. März 2013 2139
1. Juli 2015 2174

¹ Volkszählungsergebnis

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die protestantische Glaubensrichtung festigte sich schon im frühen 16. Jahrhundert. Als Kapellengemeinde gehörte Abbensen bis 1894 zum Kirchspiel der Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen und ist seitdem eine Kirchengemeinde. Als sichtbaren Ausdruck dieser Neuerung errichtete die Kirchengemeinde im Jahre 1906 einen Kirchturm an der ehemaligen Kapelle.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Ulrich Seffer (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen enthält inmitten eines blauen Bordes mit 14 goldenen Kugeln in Gold einen blauen Löwen, der eine rote Rose mit grünen Butzen und goldenen Kelchblättern in den Pranken hält. Der Löwe ist der welfische (lüneburgische) und erinnert an die lange Zugehörigkeit Abbensens zu den welfischen Landen. Die Rose ist die der Herren von Saldern, die von 1383 bis (1607) Güter in Abbensen besaßen.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Rittergut Abbensen prägt mit seiner Anlage mitten inmitten des Dorfes das Ortsbild und bietet die Flächen seiner historischen Scheunen für Veranstaltungen z.B. für Hochzeiten etc. an.
  • Die heutige Kirche in Abbensen löste die alte Kapelle aus dem Jahre 1362 ab, die 1831 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Im Jahre 1835 weihten die Abbenser ihre neuerbaute Kapelle ein. Der Entwurf stammte von dem hannoverschen Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner.

Neben den üblichen Ortsereignissen wie Osterfeuer, Maibaum aufstellen, Schützenfest und Weihnachtsmarkt etc. bietet Abbensen seit einigen Jahren mit dem „Entenrennen“ auf der Fuhse ein besonderes Ereignis, das über die Ortsgrenzen hinaus bekannt geworden ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der tägliche Bedarf kann in einem Supermarkt, einer Bäckerei und einem Kiosk vor Ort gedeckt werden. Eine Praxis für Allgemeinmedizin, eine zahnärztliche Praxis, eine krankengymnastische Praxis sowie eine Apotheke runden das Gesundheitswesen ab. Auch eine Tierarztpraxis, Postagentur und weitere Einzelhandelsgeschäfte sind vor Ort vorhanden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbensen hat einen Kindergarten und eine verlässliche Grundschule. Des Weiteren sind heute im Zentralort Edemissen Grundschule (in zwei weiteren Ortsteilen auch verlässliche Grundschule), Hauptschule und Realschule vorhanden. In Peine sind weiterführende Schulen wie Gymnasium und Berufsbildende Schule eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Busverbindung nach Edemissen, Peine und Dollbergen. Die Autobahnanschlüsse Peine, Watenbüttel-Braunschweig und Hämelerwald-Lehrte sind für Berufspendler eine Anbindung an Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und Hannover. Die Bahnhöfe Peine, Dedenhausen, Dollbergen und Hämelerwald sind auch für Bahnreisende erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Abbensen geborene Personen und Persönlichkeiten, die durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit der Ortschaft verbunden sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • OHA: Geschichte und Geschichten der Abbensener Kirche, Freunde der Ortsheimatpflege Abbensen e.V. 2011, ISBN 978-3-00-034216-5
  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.: Die Gemeinde Edemissen, Sutton 2007, ISBN 978-3-86680-202-5
  • Jürgen Dieckhoff: Edemissen – Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999
  • Friedel Giere: Abbensen – Die Geschichte eines Dorfes, Gemeinde Edemissen 1986
  • Fritz Giere: 750 Jahre Abbensen – Dorf am Fuhsepass, Gemeinde Abbensen 1971

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.rittergutabbensen.de
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  3. Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abbensen (Edemissen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien