Edemissen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine; zu dem gleichnamigen Ortsteil der Stadt Einbeck siehe Edemissen (Einbeck).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Edemissen
Edemissen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Edemissen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 23′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Peine
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 103,67 km²
Einwohner: 12.320 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31234
Vorwahlen: 05176, 05177, 05372, 05373
Kfz-Kennzeichen: PE
Gemeindeschlüssel: 03 1 57 001
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile mit 8 Ortsräten
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oelheimer Weg 1
31234 Edemissen
Webpräsenz: www.edemissen.de
Bürgermeister: Frank Bertram (parteilos)
Lage der Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine
Hohenhameln Ilsede Lengede Vechelde Peine Wendeburg Edemissen Landkreis Peine Niedersachsen Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hildesheim Region HannoverKarte
Über dieses Bild
Martin-Luther-Kirche in Edemissen

Edemissen (niederdeutsch Emisse) ist eine Gemeinde im Landkreis Peine in Niedersachsen. Verwaltungssitz ist der Ort Edemissen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edemissen liegt im südlichen Randgebiet zur Lüneburger Heide.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Edemissen besteht aus folgenden Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1965 erfolgte der Zusammenschluss der bisher selbständigen Orte Edemissen, Alvesse, Blumenhagen, Mödesse, Voigtholz-Ahlemissen und seit 1971 auch Oedesse zur Samtgemeinde Edemissen.

Die Samtgemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen aufgelöst. Ihre Ortschaften wurden am 1. März 1974 mit den bisher selbständigen Gemeinden Abbensen, Eddesse, Eickenrode, Oelerse (zuvor Landkreis Burgdorf), Plockhorst, Rietze, Wehnsen und Wipshausen zur Einheitsgemeinde Edemissen zusammengefasst.[2] Ankensen, Berkhöpen und Oelheim sind Ortsteile der Ortschaft Edemissen.

Die Gemeinden Eltze und Dedenhausen wurden in die Gemeinde Uetze im Landkreis Hannover und die Gemeinde Ohof in die Gemeinde Meinersen im Landkreis Gifhorn ausgegliedert.


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchspiel der Evangelisch-lutherischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen gehören die Orte Alvesse, Blumenhagen (mit Klein Blumenhagen), Edemissen (mit Ankensen, Berkhöpen und Oelheim), Mödesse, Oedesse (mit Klein Oedesse), Plockhorst, Voigtholz-Ahlemissen und Wehnsen. Die Orte Alvesse, Blumenhagen, Plockhorst, Voigtholz-Ahlemissen und Wehnsen verfügen über eine eigene Kapelle, in denen einmal im Monat ein Gottesdienst gehalten wird.

Bis zum Jahre 1894 gehörte auch die Kapellengemeinde Abbensen dazu – die eine selbständige Kirchengemeinde wurde. Auch das vor den „Toren“ von Peine gelegene Eixe mit Sundern war bis 1867 mit Edemissen verbunden, und kam pfarramtlich zu Vöhrum.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte das Kirchspiel Edemissen zur Inspektion Sievershausen, die 1965 aufgelöst wurde und eine weitere Neuordnung im Kirchenkreis Peine bewirkte. Edemissen gehört seitdem zum Kirchenkreis Peine. Im Gebiet der heutigen Gemeinde Edemissen gibt es außerdem die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Abbensen, in Eddesse, in Eickenrode und in Wipshausen (mit Rietze).

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Römisch-katholische Kirchengemeinde war in Edemissen bzw. im Nordkreis Peine seit der Reformation bis ins 20. Jahrhundert nicht vorhanden. Erst mit dem Zuzug von Ausgebombten, Flüchtlingen und Vertriebenen bildete sich auch hier im Laufe der Nachkriegszeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine immer stärker wachsende Gemeinde heran.

Gottesdienste wurden anfänglich in privaten Wohnungen, Gaststuben, Sälen oder auch Einrichtungen der evangelischen Kirche durchgeführt. Erst im Jahre 1959 wurde mit der Kirche Corpus Christi eine katholische Kirche in Edemissen erbaut. 1968 wurde sie um einen Glockenturm ergänzt. Vor ihrer Profanierung im Jahr 1999 gehörte auch die katholische St.-Petrus-Kirche in Eltze zur Pfarrgemeinde in Edemissen. Seit 2006 ist die katholische Gemeinde Edemissen Teil der Pfarrgemeinde „Zu den heiligen Engeln“ mit Sitz in Peine.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[3]
Wahlbeteiligung: 61,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,4 %
39,9 %
9,0 %
4,1 %
2,4 %
2,0 %
1,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
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   4
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  -6
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-3,2 %p
+3,2 %p
+1,2 %p
+2,4 %p
+2,0 %p
-0,7 %p
Anmerkungen:
d „Die Bürgerliste“ Edemissen
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Der Gemeinderat der Gemeinde Edemissen besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[4] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Frank Bertram (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 führte zu folgender Sitzverteilung:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Edemissen ist seit 2001 Frank Bertram (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 84,0 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,2 %.[5] Bertram trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Edemissen.png

Das Wappen der Gemeinde Edemissen zeigt im Schildfuß in Gold einen blauen schreitenden Löwen, bewehrt mit roten Krallen und roter Zunge, darüber in blau eine goldene sym- metrisch dargestellte Linde mit 14 Blättern.

Die Blätter der Linde stehen für die 14 Ortschaften, die in der Gemeinde Edemissen aufgegangen sind. Der Löwe und die Farben Blau-Gold verdeutlichen die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum ehemaligen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Das Wappen wurde am 2. April 1975 vom Regierungspräsidenten von Hildesheim bewilligt, der Entwurf stammt vom Wilhelm Krieg.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreich Wappen von Chaulnes Chaulnes in Frankreich, seit 1969
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Wappen von Zahna Zahna in Sachsen-Anhalt, seit 1991

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Besonderheit ist seit 2003 die Außenstelle des Standesamtes Edemissen auf dem Rittergut Ankensen. Hier können sich heiratswillige Paare, im restaurierten Backhaus trauen lassen. Das ehemalige Guts-Backhaus aus dem Jahre 1886 – viele halten dieses Kleinod für eine Kapelle – ist wahrscheinlich eine Arbeit des Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase, Hannover.
  • Die Martin-Luther-Kirche besteht aus einem Turm, der um 1200 entstand und dem 1691 errichteten Kirchenschiff.
  • Das Pfarrhaus entstand im Jahr 1737.
  • Auf dem Gografenhof von 1737 steht der Zehntspeicher aus dem Jahr 1766, in welchem früher die Feldfrüchte gespeichert wurden, die als Zehnter von den steuerpflichtigen Bauern abgeliefert werden mussten.
  • Der Speicher Hiete von 1573 steht ebenso unter Denkmalschutz, wie die gesamte Wipperstraße, an der er steht.
  • Dazu gehören auch das Niedersachsenhaus Wipperhof von 1768 und Smees-Spieker von 1757.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Edemissen verfügt über gut ausgebaute Radfahrwege und auch die Nebenstraßen und Wege werden gut unterhalten. So macht es Spaß „über die Dörfer“ zu fahren und so auch die „eine oder andere“ Geschichte zu erkunden. Im Rathaus der Gemeinde gibt es Informationsmaterial zur Oel- oder Kalisalzgeschichte und weiteren interessanten Themen der Umgebung. Im Sommer laden die Badeseen in Wehnsen, Wipshausen oder Eixe zum Abkühlen ein. Der Berkhöpen und der Tadensen sind zwei Waldstücke, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lassen. Aber auch zwischen den einzelnen Ortschaften ist immer mal wieder Wald. In den umliegenden Dörfern fühlen sich die Freunde des Reitsports ausgesprochen gut aufgehoben. Ein 18-Loch-Golfplatz ist vorhanden. Für Flusswanderer ist die Fuhse, die bei Abbensen und Oelerse die Gemeinde durchquert, bei gutem Wasserstand durchaus reizvoll.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentralort Edemissen befinden sich Gemeindeverwaltung, Polizeistation, Feuerwehrhaus, Geldinstitute, Postagentur, Ärzte, Apotheken, Diakoniestation, Pfarramt sowie eine Vielzahl üblicher Wirtschafts- und Handelsbetriebe zur Versorgung der Region. Auf den noch verbliebenen landwirtschaftlichen Betrieben kann man saisonale Erzeugnisse (wie Kartoffeln, Mohrrüben, Zwiebeln, Spargel, Salat, Kürbis usw.) direkt ab Hof erwerben.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Außer Kindergärten sind in Edemissen eine Grundschule (in Abbensen, Plockhorst und Wipshausen je eine verlässliche Grundschule), Hauptschule und Realschule vorhanden. Als weiterführende Schulen sind in Peine Gymnasium und Berufsbildende Schule eingerichtet.
  • Eine Außenstelle der Kreisbücherei befindet sich im Schulzentrum Edemissen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den gut ausgebauten Kreis-, Land- und Bundesstraßen kann die Gemeinde in allen Richtungen gut befahren werden. Edemissen liegt an der Bundesstraße 444. Eine Buslinie fährt die Kreisstadt Peine und auch einzelne Ortschaften der Gemeinde an. Die Nähe zur Autobahn 2 mit den Anschlussstellen Peine, Peine-Ost, Braunschweig-Watenbüttel oder Hämelerwald ist für Pendler in Richtung Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter oder Hannover ideal zu erreichen. Wer die Bahn bevorzugt, hat von den Bahnhöfen Peine, Dedenhausen oder Hämelerwald Anschluss. Vom Flugplatz Peine-Eddesse war auch ein Lufttaxi-Service möglich. Der Flugplatz ist seit dem 12. April 2010 geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Edemissen geborene Personen und Persönlichkeiten und die, die durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit der Gemeinde verbunden sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.: Edemissen - Zu Hause im Grünen, 2014.
  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.: Die Gemeinde Edemissen, Sutton 2007. ISBN 978-3-86680-202-5
  • Adolf Smithmanns : Martin-Luther-Kirche Edemissen, Evang.-Luth. Martin-Luther-Kirchengemeinde 2003
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 5a, Heft 5b, Selbstverlag 2003
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 4, Selbstverlag 2001
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 3b, 3c, Selbstverlag 2000
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 2, 3a, Selbstverlag 1999
  • Karl Zeinart : Edemisser Geschichte, Heft 1, Selbstverlag 1998
  • Jürgen Dieckhoff : Edemissen – Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999
  • Herbert Bahrmann : Edemissen in alten Ansichten, Europäische Bibliothek, Zaltbommel Niederlande 1981
  • Fritz Giffhorn : Edemissen – Zentrale des Nordkreises, Gemeinde Edemissen (1974)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  3. Kommunalwahlergebnisse 2011
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 25. Dezember 2014
  5. Ergebnis Bürgermeisterwahl 2014, abgerufen am 25. Dezember 2014
  6. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 131/132.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edemissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien