Alessandra Buonanno

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Alessandra Buonanno (* 1968 in Italien) ist eine Physikerin, die auf dem Gebiet der theoretischen Gravitationswellenphysik und der Kosmologie arbeitet. Sie ist seit 2014 Direktorin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert Einstein Institut) in Potsdam, wo sie die Abteilung Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie (Astrophysical and Cosmological Relativity) leitet. Sie hält seit dem Jahr 2005 eine Professur an der University of Maryland in College Park, Maryland, und ist Mitglied der LIGO Scientific Collaboration.

Ausbildung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Gymnasium in Italien interessierte sich Alessandra für Teilchenphysik und las populäre Artikel und Bücher zu dieser Thematik.[1] Buonanno erwarb 1993 den Laurea-Abschluss in Physik an der Universität Pisa und wurde dort 1996 promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt am CERN und einer Postdoktorandenstelle am Institut des Hautes Études Scientifiques (IHES) in Frankreich war sie Tolman-Prize Fellow am California Institute of Technology (Caltech) in den USA, wo sie diverse Male zwischen 2002 und 2014 als Gastwissenschaftlerin tätig war. Sie hielt eine permanente wissenschaftliche Stelle am Institut d'Astrophysique de Paris (IAP) und am Laboratoire Astroparticule et Cosmologie (APC) des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Paris. Im Jahr 2005 wurde sie als Professorin für Physik an die University of Maryland at College Park berufen. Seit 2014 ist sie Direktorin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam. [2] Außerdem ist sie Honorarprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Potsdam.[1]

Buonanno war ein Fellow der Alfred P. Sloan Foundation an der University of Maryland. Sie war ein William-and-Flora Hewlett-Fellow am Radcliffe Institute for Advanced Study der Harvard University. Sie ist Fellow der International Society for General Relativity and Gravitation, der American Physical Society und sie ist Distinguished Visiting Research Chair am Perimeter-Institut in Waterloo, Kanada.

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buonanno befasst sich mit der analytischen Modellierung der Dynamik Schwarzer Löcher in der Allgemeinen Relativitätstheorie, dem Wechselspiel von analytischer und numerischer Relativitätstheorie und der Suche nach Gravitationswellen mit dem Laser Interferometer Gravitational-wave Observatory (LIGO), GEO600 und Virgo. Zusammen mit Thibault Damour entwickelte sie 1999 den Effective One Body (EOB)-Formalismus für die analytische Lösung umeinander kreisender Schwarzer Löcher auf dem Weg zur Verschmelzung. Das war an Ansatz, um die „erste komplette Wellenform der Gravitationswellen von verschmelzenden Schwarzen Löchern analytisch“ voraussagen zu können. Des Weiteren ist Buonanno eine der Pioniere, Resultate aus der analytischen und numerischen Relativität zur effizienten und präzisen Berechnung von Wellenform-Modellen zu kombinieren, welche zur Suche nach Gravitationswellen verwendet werden können, die bei der Verschmelzung kompakter binärer Objekte ausgesendet werden. Solch präzise Wellenformen erlauben Rückschlüsse auf astrophysikalische Prozesse und Parameter und ermöglichen Tests der Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie analysierte auch die hochentwickelten Optiken für die Laserinterferometer für Gravitationswellendetektoren unter Ausnutzung quantenmechanischer Effekte. Außerdem befasst sie sich mit den Mechanismen von Gravitationswellen im frühen Universum.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Torsten Harmsen: (15. März 2018):
    Modellfrau der Physik. Die Potsdamer Gravitationsexpertin Alessandra Buonanno erhält den Leibniz-Preis mit 2,5 Millionen Euro. In: Berliner Zeitung, S. 17 (Printausgabe);
    Leibniz-Preis: Alessandra Buonanno erforscht das Flüstern der Schwarzen Löcher (online-Ausgabe).
  2. Mitteilung des MPI zur Ernennung von Alessandra Buonanno als Direktorin 2014.
  3. Hannoversche Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2016, S. 13, Staatspreis für drei Wellen-Forscher
  4. Steffi Pyanoe: Alessandra Buonanno erhält Leibniz-Preis. Deutschlands wichtigster Forschungspreis geht nach Potsdam, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 14. März 2018; abgerufen am 15. März 2018.