Alexis Vastine

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Alexis Vastine
Medaillenspiegel
Alexis Vastine, 2008
Alexis Vastine, 2008

Boxen Boxen

FrankreichFrankreich Frankreich
Olympische Spiele
0Bronze0 2008 Peking Halbweltergewicht
Europameisterschaften
0Silber0 2010 Moskau Weltergewicht
Militärweltmeisterschaften
0Gold0 2008 Baku Halbweltergewicht
0Gold0 2010 Camp Lejeune Weltergewicht
0Gold0 2011 Rio de Janeiro Weltergewicht
0Gold0 2014 Almaty Weltergewicht
Spiele der Frankophonie
0Gold0 2005 Niamey Halbweltergewicht
Mittelmeerspiele
0Gold0 2009 Pescara Halbweltergewicht
Französische Meisterschaften
0Gold0 2006 Weltergewicht
0Gold0 2007 Halbweltergewicht
0Gold0 2009 Halbweltergewicht

Alexis Vastine (* 17. November 1986 in Pont-Audemer; † 9. März 2015 bei Villa Castelli, Provinz La Rioja, Argentinien) war ein französischer Boxer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Bronzemedaille im Halbweltergewicht. Seit 2010 kämpfte Vastine für Paris in der World Series of Boxing.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexis Vastine stammte aus einer Boxerfamilie. Er begann deshalb ebenfalls schon im jugendlichen Alter mit dem Boxen. Er war Mitglied des Boxclubs Fournetot. Er war Soldat im 121e régiment du train (121. Versorgungsregiment) in Linas-Monthlery und besaß dort gute Trainingsvoraussetzungen. Bei einer Größe von 1,84 Metern boxte er im Halbweltergewicht (Klasse bis 64 kg Körpergewicht) und hatte deswegen in seiner Gewichtsklasse meist große Reichweitenvorteile. Sein Bruder Adriani Vastine ist ebenfalls noch aktiv und boxt in derselben Gewichtsklasse wie Alexis. Die Brüder sprachen sich aber vor den Wettkämpfen genau ab, wer wo und bei welchem Turnier boxt, um nicht gegeneinander antreten zu müssen.

Alexis Vastine wurde 2004 und 2005 französischer Juniorenmeister. Den ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft absolvierte er 2004 bei der Junioren-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Jeju. Er kam dort mit drei Siegen bis in das Halbfinale, in dem er aber gegen den Ausnahmekönner Amir Khan aus England in der 1. Runde durch KO unterlag.

2005 feierte er bei den Spielen der Frankophonie in Niamey/Niger seinen ersten Turniersieg bei einem großen Turnier. Im Halbweltergewicht erzielte er dabei vier Siege und schlug im Finale Elvis Suliman aus Rumänien durch Abbruch in der 2. Runde.

Im Jahre 2006 wurde Alexis Vastine erstmals französischer Meister bei den Senioren im Weltergewicht durch einen Punktsieg über Javid Chiguer. Obwohl er in einigen folgenden Länderkämpfen stets siegreich blieb, entsandte ihn der französische Box-Verband noch nicht zu den Europameisterschaften in Plowdiw. Eine Maßnahme, die dem sorgfältigen Aufbau des Supertalentes Alexis Vastine dienen sollte.

2007 wurde Alexis Vastine mit einem Punktsieg über Saber Bouziane französischer Meister im Halbweltergewicht. Obwohl er in einigen folgenden Turnieren Niederlagen einstecken musste, wurde er im Oktober des Jahres bei der Weltmeisterschaft in Chicago eingesetzt. Er konnte dort überzeugen und kämpfte sich mit drei Siegen bis in das Viertelfinale, in dem er aber gegen den Engländer Bradley Saunders ziemlich eindeutig nach Punkten verlor (13:30). Mit dem erreichten 5. Platz sicherte er sich aber das Startrecht bei den Olympischen Spielen in Peking.

Im Jahre 2008 konzentrierte er sich voll auf diese Olympischen Spiele und bestritt vor Peking keine schweren Wettkämpfe. Diese Maßnahme zahlte sich aus, denn er siegte in Peking im Halbweltergewicht gegen Egidijus Kavaliauskas aus Litauen (13:2), Bradley Saunders (11:7) und Urantschimegiin Mönch-Erdene, Mongolei (12:4) nach Punkten und stand damit im Halbfinale. Hier kämpfe er gegen Félix Díaz aus der Dominikanischen Republik. In diesem ausgeglichenen Kampf stand es bis wenige Sekunden vor Ende 10:10 unentschieden. Dann wurde Alexis Vastine vom Ringrichter eine Verwarnung wegen Haltens erteilt, die Félix Díaz zwei Punkte und damit den Punktsieg einbrachten. Alexis Vastine und seine französischen Betreuer sahen darin eine klare Benachteiligung, die ihm den Einzug in das Finale gekostet habe. Sie waren der Meinung, dass die Verwarnung zu einem so späten Zeitpunkt ungerechtfertigt war.

Aufgrund seiner Leistungen in Peking wurde Alexis Vastine 2008 der Ordre national du Mérite verliehen.

Nach Peking wurde Alexis Vastine in Baku bei der 52. CISM-Militär-Weltmeisterschaft Titelträger im Halbweltergewicht. Er gewann dabei vier Kämpfe und schlug im Endkampf den Weißrussen Sergei Nekrassow klar nach Punkten (14:2). Im Dezember 2008 startete er auch beim Welt-Cup in Moskau und gewann dort gegen Masatsugu Kawachi aus Japan nach Punkten, unterlag aber im Halbfinale dem Mongolen Urantschimegiin Mönch-Erdene, den er in Peking noch besiegt hatte, nach Punkten und belegte den 3. Platz.

2009 gewann Vastine die Meisterschaften der Mittelmeeranrainerstaaten mit einem Finalsieg über Driss Moussaid, Marokko (11:2), schied jedoch bei den Weltmeisterschaften nach einem Sieg über Romal Amanov, Aserbaidschan (15:7), bereits im zweiten Kampf gegen Scott Cardle, England (11:3), aus.

Besser lief es 2010, als er im Weltergewicht (-69 kg) nach Siegen u.a. über Magomed Nurutdinov, Weißrussland (12:6), und einer Finalniederlage gegen Balázs Bácskai, Ungarn (12:1), die Silbermedaille der Europameisterschaften errang und auch Militärweltmeister wurde, ein Titel, den er auch 2011 erreichen konnte.

Bei den Weltmeisterschaften 2011 erreichte Vastine nach Siegen über Scott Cardle, England (22:14), und Medhi Khalsi, Marokko (18:7), das Achtelfinale, welches er gegen den späteren Weltmeister Taras Schelestjuk, Ukraine (18:11), verlor und damit den 9. Platz belegte.

Mit dieser Platzierung qualifizierte sich Vastine für die Olympischen Spiele 2012 in London, bei denen er nach Siegen über Patrick Wojcicki, Deutschland (16:12), und den Bronzemedaillengewinner der Asienmeisterschaften 2011 Bjambyn Tüwschinbat, Mongolei (13:12), das Viertelfinale erreichte, dies jedoch knapp gegen den amtierenden Weltmeister Taras Schelestjuk, Ukraine (+18:18), verlor.

2014 gewann Vastine in Almaty die Militärweltmeisterschaften.

Er starb am 9. März 2015 bei den Dreharbeiten für die französische Sendung "Dropped" durch eine Kollision zweier Hubschrauber in der Provinz La Rioja, Argentinien.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, Le = Leichtgewicht, Hw = Halbweltergewicht, We = Weltergewicht, bis 60 kg, 64 kg und 69 kg Körpergewicht)

  • 2004, 1. Platz, Sieben-Nationen-Turnier (Junioren) in Bari, Le, mit Punktsieg im Finale über Aristotelis Delizisis, Griechenland
  • 2004, 2. Platz, Brandenburg-Cup (Junioren), Le, mit Punktniederlage im Finale gegen Dieter Döll, Deutschland
  • 2004, 3. Platz, Junioren-WM in Jeju/Südkorea, Le, mit Punktsiegen über Daniel Behn, Argentinien (29:14), Kim Ji-Ho, Südkorea (12:3) und Marlen Schefikow, Ukraine (22:19) und einer KO-Niederlage in der 1. Runde gegen Amir Khan, England
  • 2005, 1. Platz, Spiele der Frankophonie in Niamey (Niger), Hw, mit Abbruchsieg in der 3. Runde über Lawemba, Zaire, Punktsiegen über Gabriel Ibrahim, Ägypten (33:23) und Adil Bella, Marokko (27:16) u. einem Abbruchsieg in der 2. Runde über Elvis Suliman, Rumänien
  • 2007, 5. Platz, Chemie-Pokal in Halle (Saale), Hw, nach einer Punktniederlage im Viertelfinale gegen Slawa Kerber, Deutschland (23:32)
  • 2007, 9. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union, Hw, nach einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Ionuț Gheorghe, Rumänien (26:31)
  • 2007, 5. Platz, WM in Chicago, Hw, mit Punktsieg über Dilschod Mahmudow, Usbekistan (18:27), Abbruchsieg in der 3. Runde über Edward Akora, Uganda, Punktsieg über Wassili Belous, Moldawien (27:10) und einer Punktniederlage im Viertelfinale gegen Bradley Saunders, England (13:30)
  • 2008, 3. Platz, Welt-Cup in Moskau, Hw, mit Punktsieg über Masatsugu Kawachi, Japan (13:4) und Punktniederlage gegen Urantschimegiin Mönch-Erdene (8:11)

Französische Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006, 1. Platz, We, mit Punktsieg im Finale über Javid Chiguer
  • 2007, 1. Platz, Hw, mit Punktsieg im Finale über Saber Bouziane

Länderkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005 in Paris, Frankreich (Junioren) gegen Irland (Junioren), Hw, Abbruchsieger 2. Runde über Patrick Murphy
  • 2005 in Boumerdes, Algerien gegen Frankreich, Hw, Punktsieger über Lahsen Houari (19:12)
  • 2006 in Laval, Frankreich gegen Marokko, Hw, Abbruchsieger 2. Runde über Alillich
  • 2006 in Laon, Frankreich gegen Rumänien, Hw, Punktsieger über Georgian Popescu
  • 2006 in Minsk, Weißrussland gegen Frankreich, Hw, Punktsieger über Sergei Ewstafew
  • 2007 in Issy-les-Moulineaux, Hw, Frankreich gegen Armenien, Punktsieger über Hrachik Javakhjan (39:26)
  • 2007 in Ducos, Martinique, Frankreich gegen Puerto Rico, Hw, Punktsieger über Jonathan Gonzales (19:3)
  • 2008 in Havanna, Kuba gegen Frankreich, Hw, Punktniederlage gegen Roniel Iglesias (1:4)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]