Algier-Lagos-Highway

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Verlauf des Algier-Lagos-Highways

Der Algier-Lagos-Highway - auch Trans-Sahara-Highway genannt - ist ein Projekt, eine bestehende Handelsroute durch die Wüste Sahara zu asphaltieren, zu verbessern und die Grenzformalitäten zu vereinfachen. Er verbindet Nordafrika an der Mittelmeerküste im Norden und Westafrika am Atlantischen Ozean im Süden und führt von Algier in Algerien nach Lagos in Nigeria. Er ist auch als Lagos-Algier-Highway bekannt und stellt im System der Trans-African Highways (TAH) die Nr. 2 dar.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Algier-Lagos-Highway ist die älteste grenzüberschreitende Fernstraße in Afrika und eine der am meisten fortgeschrittenen. Sie wurde 1962 geplant und 1970 begannen die Arbeiten an den ersten Teilstücken in der Sahara. Ihr mittlerer Abschnitt ist immer noch wenig genutzt und man benötigt dafür speziell ausgerüstete Fahrzeuge und muss Vorkehrungen für das Überleben in der menschenfeindlichen Umgebung und dem extremen Klima mitten in der Wüste treffen.

Länge und Zustand[Bearbeiten]

Der Algier-Lagos-Highway hat eine Länge von ca. 4500 km, etwa 80 % davon sind asphaltiert. Er führt durch die drei Staaten Algerien, Niger und Nigeria. Es werden jedoch weitere 3600 km an Zubringerstraßen nach Tunesien, in den Tschad und nach Mali dieser Fernstraße zugerechnet.

Die gesamten 1200 km der Fernstraße in Nigeria gehören zum nationalen Straßennetz des Landes und sind durchgehend asphaltiert, 500 km davon sind sogar als vierspurige Straße mit Mittelleitplanke ausgeführt. Die Unterhaltung der Straßen in Nigeria ist allerdings mangelhaft, sodass Teile der Straße in schlechtem Zustand sein dürften und ggf. sogar ihre Asphaltdecke eingebüßt haben dürften.

Die Hälfte der Fernstraße, über 2300 km, liegen in Algerien und besonders südlich von In Salah ist der größte Teil in schlechtem Zustand, da er regelmäßig von Fluten aus dem Hoggar-Gebirge überschwemmt wird und repariert werden muss. 2007 wurde die südliche Hälfte der 400 km von Tamanrasset nach In Guezzam an der Grenze zum Niger nachgeteert, der Rest ist aber Sandpiste. Im kompletten Verlauf zwischen Algier und der Grenze zum Niger ist die Straße als Nationalstraße 1 ausgewiesen.

Niger besitzt 985 km der Straße, von denen 655 km asphaltiert, aber in schlechtem Zustand, sind. Weitere Informationen hierzu siehe unten.

Des Weiteren ist eine Saharaquerung durch den Tripolis-Windhoek-(Kapstadt)-Highway (TAH 3) in Planung, aber diese Route benötigt noch sehr viel mehr Arbeit, hat mit Problemen der Instabilität und der Gesetzlosigkeit im nördlichen Tschad zu kämpfen und wird vermutlich den Handel nicht so stark ankurbeln wie der TAH 2. Daher wird dessen Fertigstellung wohl noch Jahrzehnte brauchen.

Zwei weitere Fernstraßen durchziehen die Sahara, aber an ihren Enden. 2005 wurde der Kairo-Dakar-Highway (TAH 1) im Westen entlang der Atlantikküste die erste komplett asphaltierte Fernstraße, die die Sahara von Norden nach Süden durchquerte (Sie beinhaltet einige Kilometer im Niemandsland zwischen Marokko / Westsahara und Mauretanien). Der Kairo-Gaborone-(Kapstadt)-Highway (TAH 4) folgt dem Nil im Osten, hat aber viele nicht asphaltierte Teilstücke im Sudan und in Äthiopien.

Route[Bearbeiten]

Folgende Städte und Länder liegen an dieser Fernstraße, und ihr Zustand im Detail ist wie folgt:

In Algerien[Bearbeiten]

Nationalstraße 1 in der algerischen Sahara.
Hoggarpiste in der Nähe der Grenze zwischen Algerien und Niger
  • Von Algier nach Ghardaia, 625 km, asphaltiert, in gutem Zustand;
  • Von Ghardaia nach Tamanrasset, 1291 km, ebenfalls asphaltiert, aber in schlechtem Zustand;
  • Von Tamanrasset nach In Guezzam an der Grenze zum Niger, 400 km, teilweise asphaltiert, kann aber mit konventionellen Fahrzeugen mit Zweiradantrieb bewältigt werden;
  • Von In Guezzam nach Assamaka, dem Grenzposten im Niger: 28 km weiche Fahrspur im Sand.

In Niger[Bearbeiten]

Wegweiser an der Hoggarpiste in Niger
  • Von Assamaka nach Arlit, 200 km, gekennzeichnete Fahrspur im Sand, kann aber mit konventionellen Fahrzeugen mit Zweiradantrieb bewältigt werden;
  • Von Arlit nach Agadez, 243 km, asphaltiert 1980, teilweise aber in schlechtem Zustand;
  • Von Agadez nach Zinder, 431 km von denen 301 km asphaltiert sind und die restlichen 130 km sich "in verbessertem Zustand" befinden;
  • Von Zinder nach Magaria an den nigerianischen Grenze, 111 km, asphaltiert, aber in schlechtem Zustand.

In Nigeria[Bearbeiten]

  • Von der Grenze zum Niger bis nach Lagos via Kano, Kaduna, Oyo, Ibadan: 1193 km asphaltiert, von denen 127 km in gutem Zustand sind und 1066 km in "befriedigendem".

Im Ganzen bestehen, obwohl sich einige asphaltierte Teilstücke in schlechtem Zustand befinden, nur 200 km der Strecke aus ursprünglicher Sandpiste und nur 130 km sind zwar nicht asphaltiert, aber "in verbessertem Zustand".

Zubringerstraßen[Bearbeiten]

Diese Fernstraßen gelten als Zubringerstraßen oder Parallelverbindungen des Algier-Lagos-Highway:

  • Gabès - Gafsa - Hazoua in Tunesien, 299 km, asphaltiert;
  • Hazoua - Ghardaïa in Algerien, 503 km, asphaltiert;
  • Tamanrasset - Bordj Mokhtar in Algerien, 80 km asphaltiert, 640 km Sandpiste;
  • Reggane - Bordj Moktar - Gao - Bamako (Mali), 1191 km asphaltiert, 1370 km Sandpiste, bekannt unter dem Namen Tanezrouftpiste;
  • Labbezanga - Niamey (Niger), 208 km asphaltiert, 47 km Schlammpiste;
  • Zinder - N'Guigmi, 650 km asphaltiert.

Quellen[Bearbeiten]

  • African Development Bank/United Nations Economic Commission For Africa: Review of the Implementation Status of the Trans African Highways and the Missing Links: Volume 2: Description of Corridors, 14. August 2003.
  • Sahara Overland; A Route and Planning Guide Ausgabe 2 (englisch).