Ali-Ben Bongo Ondimba

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Ali-Ben Bongo Ondimba

Ali-Ben Bongo Ondimba (* 9. Februar 1959 in Brazzaville als Alain Bernard Bongo) ist ein gabunischer Politiker. 2009 wurde er als Nachfolger seines Vaters Omar Bongo zum Präsidenten gewählt, und am 16. Oktober 2009 im Amt vereidigt. Er entstammt der Bateke-Minderheit.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er studierte Rechtswissenschaften an der Pariser Sorbonne, bevor er sich in den 1980er Jahren der Politik zuwendete und im Büro des Staatspräsidenten, seines Vaters, mitarbeitete. Von 1989 bis 1991 war er Außenminister des Landes. Er wurde innerhalb der Gabunesische Demokratische Partei dem reformerischen Flügel zugerechnet. Eine 1991 verabschiedete Verfassungsänderung, die das Mindestalter für Minister auf 35 Jahre festsetzte, zwang ihn zum Ausscheiden aus der Regierung.

Wahlwerbung Bongos zur Wahl 2009 in Libreville

Bei den Parlamentswahlen 1990 und 1996 wurde er in die Nationalversammlung von Gabun gewählt. 1999 wurde er Verteidigungsminister. Dieses Amt bekleidete er bis im September 2009, als er mit 41,7 % der Stimmen zum Staatspräsident von Gabun gewählt wurde.[1] Seine Wahl führte zu Protesten von Oppositionsanhängern.[2]

Er ist mit Sylvia Valentin verheiratet. Zusammen haben sie eine Tochter und zwei Söhne. Bongo ist auch Musiker, der etliche Lieder für seine Mutter, die Sängerin und Trommlerin Patience Dabany, schrieb.[3]

Im Jahr 2009 wurde er zum Großmeister der regulären Freimaurer-Großloge von Gabun gewählt, ein Amt, das auch sein Vater bekleidet hatte.

Internationale Rezeption[Bearbeiten]

Obwohl demokratisch gewählt, wird Bongo genau wie sein Vater vor ihm in den westlichen Demokratien häufig als Diktator betrachtet. Weil Ali-Ben Bongo seinem Vater nach dessen 41-jähriger Amtszeit direkt ins Präsidentenamt nachfolgte, beherrscht die Bongo-Familie den Gabun seit mittlerweile fast einem halben Jahrhundert und saugt das Land westlichen Medien zufolge in der Manier absolutistischer Monarchen seit jeher aus. Unter anderem weil die Bongo-Familie das Land im Gegensatz zu anderen afrikanischen Despoten stets aus Kriegen und Aufständen heraushalten konnte, kann sie sich bis heute an der Macht halten.

Während weiterhin ca. 80% der gabunischen Bevölkerung in Armut lebt, kaufte Bongo z. B. im Jahr 2010 für rund 100 Millionen Euro einen Stadtpalais in Paris. Obwohl Gabun ein sehr rohstoffreiches Land mit einer vergleichsweise niedrigen Bevölkerungszahl ist, kommt vom natürlichen Reichtum des Landes bis heute fast nichts bei der Bevölkerung an, während Ali-Ben Bongo derzeit als einer der reichsten Menschen der Welt gilt. So sind z. B. die Infrastruktur sowie das Gesundheits- und Bildungssystem des Landes weiterhin marode. Bezüglich seiner "demokratischen Legimitation" wird Bongo außerdem kontinuierlich ein massiver Wahlbetrug nachgesagt.

2008 wurde Bongo von Transparency International verklagt, nachdem zahlreiche Privatkonten bei französischen Banken aufgetaucht waren, über welche Bongo Einnahmen aus dem Handel mit gabunischen Rohstoffen in seinen eigenen Geldbeutel fließen lässt. Die Ermittlungen verliefen jedoch zunächst im Sande.[4]

2013 durchsuchte die französische Polizei im Zusammenhang mit Korruptions- und Unterschlagungsvorwürfen eine sich in Bongos Besitz befindliche Villa in Nizza. Diesbezüglich wurde erneut verlautbart, dass Bongo möglicherweise fortwährend und in erheblichem Maße Gelder des gabunischen Staates für private Zwecke veruntreut. Kamerunischen Medien zufolge besitzt die Bongo-Familie allein in Frankreich mindestens 39 Anwesen. Bereits 1999 hatte eine Untersuchung des Senats der Vereinigten Staaten ergeben, dass Bongo allein in den USA insgesamt ca. 130 Millionen US-Dollar an Privatvermögen auf diversen Banken deponiert hat, welches aus staatlichen Einnahmen stammen soll. Französische Ermittler deckten zudem auf, dass Ali-Ben Bongo von Elf Aquitaine rund 50 Millionen Euro pro Jahr erhält..[5]


Literatur[Bearbeiten]

  • Otsiemi, Janis Otsiemi: Guerre de succession au Gabon : les prétendants, Paris, EdilivreAParis, 2007 ISBN 978-2-35607-063-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1251966220062.shtml
  2. Deutsche Welle Ali Ben Bongo zum Wahlsieger in Gabun erklärt
  3. http://www.afrik.com/article17918.html
  4. WAZ (01.06.2010): Diktator Bongo kauft Villa für 100 Millionen Euro
  5. International Business Times (15.02.2013): Gabon’s Bongo Family: Living In Luxury, Paid For By Corruption And Embezzlement (Englisch)