Aliano

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Aliano
Wappen
Aliano (Italien)
Aliano
Staat Italien
Region Basilikata
Provinz Matera (MT)
Koordinaten 40° 19′ N, 16° 14′ OKoordinaten: 40° 19′ 0″ N, 16° 14′ 0″ O
Höhe 555 m s.l.m.
Fläche 96 km²
Einwohner 975 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 10 Einw./km²
Stadtviertel Alianello
Angrenzende Gemeinden Gorgoglione, Missanello (PZ), Roccanova (PZ), Sant’Arcangelo (PZ), Stigliano
Postleitzahl 75010
Vorwahl 0835
ISTAT-Nummer 077002
Volksbezeichnung alianesi
Schutzpatron San Luigi Gonzaga
Website Aliano
Aliano scorcio.jpg

Aliano ist eine süditalienische Gemeinde in der Provinz Matera in der Region Basilicata.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den 96 km² der Gemeinde Aliano leben heute 975 Einwohner (Stand am 31. Dezember 2016). Der Ort Aliano liegt auf einem steilen Bergrücken inmitten der sog. Calanchi (Faltengebirge) zwischen den Flusstälern des Sauro und des Agri. Aufgrund des lehmigen Untergrundes sind die Häuser stets von der Erosion bedroht. Das Gemeindegebiet grenzt an die Gemeinden Gorgoglione und Stigliano (Provinz Matera) sowie an Missanello, Roccanova und Sant’Arcangelo (Provinz Potenza).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes leitet sich vom lateinischen Praedium Allianum, dem Landgut des römischen Allius.

Aufgrund der Nähe zu den Flüssen Agri und Sinni war Aliano seit der Antike ein wichtiges Handelszentrum zwischen Griechen, Etruskern und Önotriern, was durch die Entdeckung einer Nekropole aus dem Zeitraum zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. belegt wird.[2]

Carlo Levi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde durch das Buch Cristo si è fermato a Eboli („Christus kam nur bis Eboli“, 1945) von Carlo Levi berühmt, der darin seine Erlebnisse und Eindrücke während seiner Verbannung 1935/1936 in dem von ihm aus Diskretionsgründen 'Gagliano' genannten Ort beschreibt. Das Buch wurde 1978 von Francesco Rosi teilweise an den Originalschauplätzen verfilmt.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990er Jahren wurde Aliano zum Parco Letterario Carlo Levi („Literaturpark Carlo Levi“) unter Schirmherrschaft der UNESCO ausgerufen. Heute erinnern dort ein Museo Carlo Levi mit Fotos und Dokumenten, ein Museum mit 20 Gemälden Levis im ehemaligen Rathaus des Ortes sowie eine Multimedia-Schau in Levis ehemaligem Wohnhaus an den berühmten Verbannten. Darüber hinaus zeigt das volkskundliche Museo della Civiltà Contadina („Museum der ländlichen Kultur“) Zeugnisse des von Levi beschriebenen mühseligen bäuerlichen Lebens. Auf dem Friedhof ist Levis Grab zu besichtigen.

Aliano als Drehort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche San Luigi Gonzaga
  • Die Kirche San Giacomo il Maggiore in Via Stella
  • Der Wallfahrtsort Madonna della Stella
  • Das Museo della Civiltà Contadina (Museum der Bauernkultur)
  • Das Museo storico Carlo Levi (historische Museum Carlo Levi)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner des Ortes ist von 2.288 im Jahr 1951[3] auf 967 nach den statistischen Daten des Jahres 2017 gesunken.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aliano – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Le Maschere del Carnevale alianese. Abgerufen am 27. September 2018 (italienisch).
  3. Censimenti popolazione Aliano 1861-201. Abgerufen am 27. September 2018 (italienisch).
  4. Popolazione Aliano 2001-2017. Abgerufen am 27. September 2018 (italienisch).