Pomarico

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in der italienischen Provinz Matera. Zum argentinischen Komponisten siehe Emilio Pomàrico.
Pomarico
Kein Wappen vorhanden.
Pomarico (Italien)
Pomarico
Staat: Italien
Region: Basilikata
Provinz: Matera (MT)
Koordinaten: 40° 31′ N, 16° 33′ O40.51666666666716.55459Koordinaten: 40° 31′ 0″ N, 16° 33′ 0″ O
Höhe: 459 m s.l.m.
Fläche: 128 km²
Einwohner: 4.226 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Postleitzahl: 75016
Vorwahl: 0835
ISTAT-Nummer: 077022
Volksbezeichnung: Pomaricani
Schutzpatron: San Michele Arcangelo
Website: Pomarico
Viale Kennedy

Pomarico ist eine Gemeinde in der Provinz Matera in Süditalien mit 4226 Einwohnern (Stand am 31. Dezember 2013). Sie gehört zur Region Basilikata. Der Name soll vom Lateinischen Pomi ager herrühren, was so viel wie „fruchtbarer Boden“ bedeutet.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Pomarico ist ein kleines Städtchen, das wie viele seiner Nachbargemeinden (Bernalda, Ferrandina, Montescaglioso, Miglionico, Pisticci) auf einem Bergrücken liegt. Am Fuße des Hügels fließt der Basento, dessen Wasserspiegel im Sommer oftmals stark zurückgeht.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Vor den Toren Pomaricos wurden Überreste einer Siedlung aus vorchristlicher Zeit entdeckt. Diese Siedlung wird Pomarico Vecchio, also altes Pomarico genannt. Der historische Stadtkern des jetzigen Pomarico findet sich rund 3 km entfernt auf einem Hügel, der sich bis zu einem anderen Hügel, der Neubausiedlung Aldo Moro, zieht. Dort findet sich auch das einzige Industriegebiet.

Klima[Bearbeiten]

Im Sommer herrschen in Pomarico subtropische Temperaturen, im Winter dominieren nasse Kälte und Schnee.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der Stadt gehen bis ins 5. Jahrhundert vor Christus zurück.

In den 1960er und 70er Jahren verließen viele Einwohner die Stadt, um als Gastarbeiter nach Deutschland zu kommen. In den 1980ern wurde die Stadt von einem Erdbeben stark beschädigt.

Derzeitiger Bürgermeister Pomaricos ist Francesco Mancini (Centrosinistra).

Kultur und Sport[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, zählen die verschiedenen Kirchen, die Ausgrabungen des Pomarico Vecchio und der historische Stadtkern sowie der Palazzo. Die Ausgrabungen belegen den griechisch-hellenistischen Ursprung des Ortes.

Religion[Bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholisch. Es gibt eine kleine evangelische Gemeinde, die ihre Gottesdienste kurioserweise in einer Garage zelebriert.

Schutzpatron von Pomarico ist der Heilige Michael. Ihm ist die größte der zahlreichen Kirchen im Ort geweiht. Vom 7. bis 9. Mai findet zu seinen Ehren ein Fest in der Stadt statt, das mit einer deutschen Kirchweih vergleichbar ist.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Als kulinarische Spezialität gilt die salsiccia, eine handgemachte und -geschnittene Wurst, und gnumureddrë („gomitoletti“), mit Fleisch umwickelte und gegrillte Innereien.

Sport[Bearbeiten]

Im Sport vertritt der Fußballclub F. C. Pomarico seine Stadt in der Kreisliga.

Infrastruktur, Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Im Ort gibt es Ärzte, Apotheken, einen kleinen Supermarkt, verschiedene Läden (Elektro- und Haushaltsartikel, Metzgereien, Bäckereien, Tabakläden usw.), eine Tankstelle und mehrere Bars. Außerdem findet in zweiwöchentlichem Rhythmus ein Wochenmarkt statt. Weiterhin findet man einen Kindergarten, eine Grundschule, einen Friedhof, einen Posten der Carabinieri sowie der Polizia Municipale.

Die Stadt leidet unter der sehr hohen Arbeitslosigkeit, die es sie in ganz Süditalien gibt. Im handwerklichen Bereich (Maler, Maurer) liegt der Haupterwerbssektor.

Pomarico ist per Auto über die Strada Stadale 7 racc. (Via Appia) aus Richtung Matera, Bari zu erreichen. Von Potenza kommend erreicht man Pomarico über die SS 407 (Basentana), eine neu gebaute Schnellstraße führt in Richtung Montescaglioso und an die Ionische Küste nach Metaponto. Der einzige öffentliche Linienbus verkehrt im Halbstundentakt (von morgens bis abends) vom Quartiere Aldo Moro bis in den Stadtkern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Carlo Levis Buch „Christus kam nur bis Eboli“ beschreibt das Leben in dieser Gegend in den 1940er Jahren.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.