Alice in den Städten

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Film
OriginaltitelAlice in den Städten
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1974
Länge107 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegieWim Wenders
DrehbuchVeith von Fürstenberg
Wim Wenders
ProduktionPeter Genée,
Joachim von Mengershausen
MusikChuck Berry,
The Can,
Canned Heat
KameraRobby Müller
SchnittPeter Przygodda
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Falsche Bewegung

Alice in den Städten ist ein Roadmovie von Wim Wenders aus dem Jahr 1974. Der Film ist der erste Teil der Spielfilm-Trilogie Road Movie. 1975 folgte der zweite Teil Falsche Bewegung und 1976 der dritte Teil Im Lauf der Zeit.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Journalist Philip Winter bringt von einer mehrwöchigen Auftragsreise durch die Vereinigten Staaten statt des vereinbarten Artikels lediglich einen Stapel Polaroid-Fotos mit. Finanziell abgebrannt und in einer Lebenskrise befindlich, trifft er bei der Abreise auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen Lisa van Damm und deren neunjährige Tochter Alice. Lisa hinterlässt ihm einen Brief, mit der Bitte er solle allein mit Alice nach Europa fliegen, sie selbst werde einige Tage später nachkommen. Als die Mutter nach Ablauf der Frist nicht nach Amsterdam nachfolgt, fahren Winter und Alice durch Deutschland, um die Großmutter des Mädchens zu suchen. Zwischen dem Journalisten und dem Kind entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht. Die Dreharbeiten fanden im August/September 1973 in den USA und Deutschland (größtenteils in Wuppertal) statt.

In dem Film tritt auch die Sängerin Sibylle Baier auf, die ihr Lied Softly singt, das 32 Jahre später auf der CD Colour Green (2006) erschien.

Das Werk enthält ein filmisches Zitat aus Händler der vier Jahreszeiten von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1972: Auch in Alice in den Städten sitzt der Schauspieler Hans Hirschmüller als Polizist an der Schreibmaschine eines Polizeireviers.

Wim Wenders hat in dem Film einen Cameo: In der Szene, die in dem Café in South Carolina spielt, steht er neben der Jukebox.

Wenders bekam von Polaroid die Erlaubnis, einen Prototypen der damals neu entwickelten Sofortbildkamera Polaroid SX-70 im Film verwenden zu dürfen. Man stellte ihm ein Modell und ausreichend Filmmaterial zur Verfügung – unter der Bedingung, dass der Film erst nach dem offiziellen Release der Kamera veröffentlicht wird. Der Film hatte zwei Jahre nach Erscheinen der SX-70 Premiere. Die Kamera wurde wichtiges Requisit und elementarer Teil der Story im Film.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein sensibles Bild selbstentfremdeten Lebens in unserer Zeit; ästhetisch und psychologisch überzeugend, bestechend durch seinen Wahrheitsgehalt wie auch durch die gleichnishafte Kraft und Ausstrahlung der Bilder.“

„Der Film behandelt ein tiefgründiges Thema mit unerwarteter Leichtigkeit und zeichnet sich durch die gleichnishafte Kraft und die Ausstrahlung seiner schwarz-weißen Bilder aus, die offen für Zufälle und Details sind.“

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1974 wurde der Film mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden einen Filmkanon für die Arbeit an Schulen und nahm diesen Film in ihre Liste mit auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Alice in den Städten. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Februar 2009 (PDF; Prüf­nummer: 46 502 V/DVD/UMD).
  2. Wim Wenders: Sofort Bilder, Schirmer/Mosel 2017, S. 122ff [1]
  3. Alice in den Städten. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 22. Oktober 2015.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  4. arte.tv: Alice in den Städten (Memento vom 5. Januar 2016 im Internet Archive)