Altes Gymnasium Oldenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Altes Gymnasium
Portal 2007
Schulform Gymnasium
Gründung 1573
Adresse

Theaterwall 11

Ort Oldenburg
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 8′ 17″ N, 8° 12′ 40″ OKoordinaten: 53° 8′ 17″ N, 8° 12′ 40″ O
Schüler 852[1]
Lehrkräfte 62
Leitung Frank Marschhausen
Website www.altesgymnasium.de

Das Alte Gymnasium (AGO) ist die älteste Schule der ehemaligen Residenzstadt des Großherzogtums Oldenburg und heutigen niedersächsischen Universitätsstadt Oldenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Gymnasium zu Oldenburg wurde 1573 von Graf Johann als Lateinschule gegründet und 1792 von Herzog Peter Friedrich Ludwig reformiert. Seit 1815 war es Hort und Zentrum humanistischer Bildung im Oldenburger Land.

1878 wurde das neugotische Gebäude am Theaterwall 11 errichtet und 1927 um den „Turm“ erweitert. Die Mauern blieben beim Schulbrand am 3. März 1998 weitgehend verschont; in Mitleidenschaft gezogen wurden aber die Aufbauten aus den 1970er Jahren und die historische Aula mit ihrem Wandmalereien und Deckentäfelungen; sie konnten im Jahre 2001 wiederhergestellt werden. Auch wurde die alte Dachkonstruktion rekonstruiert, die 1971 durch den Aufbau der Dachgeschosse verändert worden war.

Den heutigen Namen erhielt die Schule 1957. 1968 bekam die Schule aus Platzmangel zusätzliche Unterrichtsräume in der Roonstraße in einer alten Villa.[2]

In den Folgejahren des Schulbrands im Jahre 1998 setzte sich der damalige Schulleiter Dr. Jens-Peter Green in besonderem Maße für die Modernisierung der Schule, insbesondere im Bereich des Fachraumtraktes der Biologie, der Kunst und der Chemie, ein.

Bis in die frühen 2000er Jahre hinein wurde am Alten Gymnasium als einzigem Oldenburger Gymnasium Altgriechisch-Unterricht erteilt. Herausragende Gräzisten, die den Griechischunterricht über Jahrzehnte hinweg geprägt haben, sind die Altphilologen Klaus Johanns, Harald Moje und Jürgen Ehlert.

2014 erfolgte die Eröffnung des NanOLabors, die Anerkennung als Offene Ganztagsschule und durch die Sanierung und Neugestaltung der Außenfläche vor dem Portal die Integration der Schule in die moderne Oldenburger Stadtentwicklung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Roonstraße

In Klammern das Jahr des Abiturs [3]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals für die Oberstufe benutzen Räume der Villa Roonstraße werden inzwischen für die Mittelstufe verwendet. Bei der Villa Roonstraße handelt es sich um die ehemalige bayerische Gesandtschaft. Zudem erhielt die Schule einen Neubau, der an der Westseite des Schulhofes errichtet wurde. Der am 16. November 2007 in Betrieb genommene Neubau umfasst neben neuen Kunst- und Musikräumen auch eine Mensa.

Das Alte Gymnasium ist eines der fünf allgemeinbildenden städtischen Gymnasien in Oldenburg. Es steht in humanistischer Tradition und bietet aufbauend auf das Englische Latein-, Französisch- und Spanischunterricht an. Schüleraustauschprogramme bestehen mit Schulen in Frankreich und Polen. Es bestehen Kontakte zu weiteren Partnerschulen in Israel und Indien.

Das Logo des Alten Gymnasiums, das eine Frontalansicht des Hauptgebäudes zeigt, wurde vom Kunsterzieher und Germanisten Harry Schäfer entworfen und gezeichnet.

Das Holocaust-Mahnmal vor der Aula wurde vom Kunsterzieher und Ethiker Heinrich Gode entworfen; die grüne Farbe versinnbildliche, wie er in einem Artikel im AGO-Jahrbuch 2002 darlegt, das Prinzip Hoffnung.

Besonderheiten des Lehrplans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Gymnasium verfügt über die drei Profillinien: Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Stärken liegen im Bereich Sprachen und Musik sowie Wirtschaft und Naturwissenschaft. Englisch wird in Stufe 5 als erste Fremdsprache von der Grundschule fortgeführt. In der Stufe 6 haben die Schülerinnen und Schüler dann die Wahl zwischen Französisch, Spanisch und Latein als zweiter Fremdsprache. Als einziges Oldenburger Gymnasium bietet die Schule interessierten Schülerinnen und Schülern zusätzlich die Möglichkeit, Latein schon ab Stufe 5 hinzuzuwählen. Ab Stufe 8 können Sprachbegabte Französisch als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtangebotes belegen. Zudem eröffnet die Schule die Wahl, ab Stufe 11 eine dritte Fremdsprache (Spanisch oder Latein neubeginnend) zu lernen. Abgesehen von einem umfangreichen Chor- und Orchesterangebot, das das der meisten Schulen übertrifft, hat das Alte Gymnasium als musikalische Besonderheit eine eigene Streicherklasse eingerichtet.

Das Alte Gymnasium Oldenburg unterscheidet sich von anderen Gymnasien insbesondere auch durch den Einsatz der Stundentafel 2., die für die Stufen 8–10 ein höheres Stundenangebot als üblich vorsieht. Damit erhalten die Schülerinnen und Schüler des Alten Gymnasiums die Möglichkeit, einen ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechenden Unterricht zu besuchen. Sie haben die Wahl zwischen den folgenden Optionen: Französisch – Informatik – Naturwissenschaften – Wirtschaft. Im Bereich Wirtschaft können sie Wirtschaft in Verbindung mit grundständigem Informatikunterricht oder Wirtschaft in Verbindung mit chinesischer Landeskunde (das ein gewisses Sprachangebot in Mandarin umfasst) anwählen. Unterstützt wird dieses Angebot durch die Kooperation mit der Mittelschule 89 in Xi´an. Als einzigem Gymnasium Niedersachsens wurde dem Alten Gymnasium Oldenburg vom Kultusministerium des Landes die Berechtigung erteilt, das Fach Wirtschaftslehre auf erhöhtem Anforderungsniveau zu unterrichten und als drittes Prüfungsfach zuzulassen. Wirtschaftslehre ist somit durchgängig von Klasse 8 bis Jahrgang 13 im Angebot.

Der Lehrplan des Alten Gymnasiums zeichnet sich demnach durch eine Art Modulsystem aus, das eine Reihe von Wahlmöglichkeiten auf der Basis der drei Profillinien offeriert und die individuellen Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler fördert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Kai-Eric Fitzners 2015 erschienenem Debütroman Willkommen im Meer ist der Protagonist Tim Schäfer zuerst Schüler, dann Lehrer des AGO, das hier nur leicht verfremdet als "Alexander-von-Humboldt-Gymnasium" dargestellt wird. Die Schüler kiffen, die Lehrer sind meistens Alkoholiker, und zum Schluss gelingt es Schäfer mit Hilfe seiner vermögenden Schwiegermutter, die Schule zu kaufen und endlich in eine Gesamtschule umzuwandeln, wo Schüler selbstbestimmt lernen können. Möglicherweise war der Autor früher Schüler des AGO.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Weichardt (Hrsg.): Von der Lateinschule zum Alten Gymnasium Oldenburg 1573-1973. Holzberg Verlag, Oldenburg 1973 ISBN 3-87358-062-4.
  • Jürgen Weichardt (Hrsg.): Altes Gymnasium Oldenburg 1973-1993. Beiträge zu seiner Gegenwart und Geschichte. Isensee Verlag, Oldenburg 1993 ISBN 3-89598-145-1.
  • Ottheinrich Hestermann: Schulzeit im Dritten Reich. Isensee Verlag, Oldenburg 1994 ISBN 3-89598-222-9.
  • Klaus Modick: Schwarten, Pauker, Blaue Briefe. Oldenburger Schulzeit in den 60er Jahren. Isensee Verlag, Oldenburg 1998 ISBN 3-89598-524-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Schule@1@2Vorlage:Toter Link/www.nwzonline.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf nwzonline.de, abgerufen am 22. Januar 2012
  2. Eine Schule – drei Standorte, abgerufen am 1. November 2018
  3. Liste der herausragenden Schüler auf der Homepage der Schule
  4. Herbart, Johann Michael In: Hans Friedl (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Oldenburg 1992, S. 304–305. (PDF; 4,6 MB (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lb-oldenburg.de)
  5. Biographie von Laun, Konrad Wilhelm Adolf, in: Hans Friedl/Wolfgang Günther/Hilke Günther-Arndt/Heinrich Schmidt (Hgg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 413–414 (online (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lb-oldenburg.de).
  6. Jörg Michael Henneberg: Niesmann, Adolf. In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 519–520 (online (Memento des Originals vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lb-oldenburg.de)
  7. Regina Jerichow: Porträt / Leben für Kunst und Künstler / Seit 1961 schreibt der frühere Gymnasiallehrer für diese Zeitung. Daneben hat er 1100 Ausstellungen eröffnet und sich für die zeitgenössische Kunst in den osteuropäischen Staaten engagiert. auf der Seite der Nordwest-Zeitung vom 6. Juni 2013, zuletzt abgerufen am 22. Juli 2017
  8. Artikel der Nordwest Zeitung: Schüler als Diplomaten und Friedensstifter. online