Amt Arendsee

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Das Amt Arendsee war ein kurfürstlich-brandenburgisches, später königlich-preußisches Domänenamt mit Sitz in der Stadt Arendsee (Altmark) (Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt). Es entstand im Wesentlichen aus dem Besitz des 1540 säkularisierten Benediktinerinnenklosters Arendsee. Das Amt Arendsee wurde 1872/74 aufgelöst.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arendsee liegt etwa 22 Kilometer ostnordöstlich von Salzwedel und 38 Kilometer nordwestlich von Stendal. Das Benediktinerinnenkloster Arendsee lag am südlichen Ufer des Arendsee am Westrand der Altstadt von Arendsee. Erhalten hat sich die Klosterkirche sowie Ruinen der anderen Klostergebäude.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Benediktinerinnen-Kloster Arendsee wurde 1183 vom brandenburgischen Markgrafen Otto I. gegründet. 1540 wurde das Kloster aufgehoben und in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. Der überwiegende Teil des Grundbesitzes, die Einkünfte und die grundherrlichen Rechte gingen auf das Amt Arendsee über. Lediglich kleinere Teile des Grundbesitzes, einige Renten und einige Dienste verblieben der Domina zur freien Verfügung.

Zugehörige Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Bratring

  • Arendsee (1801: Stadt, Domänenamtssitzvorwerk und Fräuleinstift)
  • Binde (1801: Dorf), ein Amtsanteil (13 Bauern), ein Anteil in Adelsbesitz und ein Anteil in bürgerlichem Besitz
  • Friedrichsmilde (1801: Erbpachtsvorwerk und Kolonie). Wurde 1782 auf Amtsgebiet als Holländeretablissement errichtet.
  • Gagel (1801: Dorf), zwei Höfe gehörten dem Amt Salzwedel, der Rest zum Amt Arendsee.
  • Genzien (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Gestien (1801: Dorf), Vollbesitz
  • die Haworth, Vorstadt bei Arendsee, vor dem Salzwedelschen Tor, 1700-30 erbaut, Vollbesitz
  • Heiligenfelde (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Herzfelde (Ortsteile der Hansestadt Seehausen (Altmark)). (1572: ein Bauer). Um 1800 nicht mehr genannt
  • Höwisch (1801: Dorf), zwei Anteile im Adelsbesitz, ein Anteil zum Amt Arendsee gehörig
  • Kaulitz (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Kläden (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Kraatz (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Krüden, lediglich ein Bauer zinste zum Amt Arendsee, restliches Dorf im Adelsbesitz
  • Leppin (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Liesten (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Lückstedt (1801: Dorf und Zeitpachtvorwerk), Vollbesitz, 1659 für 6.000 Reichstaler zum Amt hinzu erworben
  • Neulingen (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Sandberge, Etablessement bei Arendsee, 1789 auf Amtsgebiet angelegt
  • Sanne (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Schallun, (1572: ein Bauer). Um 1800 nicht mehr genannt
  • Schrampe (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Thielbeer (1801: Dorf), Vollbesitz
  • der Upstall, Häuser, ein Teil der Arendseeischen Vorstadt Haworth, Vollbesitz des Amtes
  • Vielbaum, ein kleiner Anteil, der größere Teil in Adelsbesitz
  • Zehren (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Ziemendorf (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Zießau (1801: Dorf), Vollbesitz
  • Zühlen (1801: Dorf), Vollbesitz

1807 musste Preußen die Altmark an das neugegründete Königreich Westphalen abtreten. Der größte Teil des Arendseeischen Kreises ging im Departement der Elbe auf, Arendsee wurde Hauptort (chef-lieu) des Kanton Arendsee im Distrikt Salzwedel. Das Amt Arendsee wurde aufgelöst. 1810 gehörte der Distrikt Salzwedel für einige Monate zum Departement der Niederelbe. Danach kam er wieder in verändertem Zuschnitt an das Departement der Elbe. Nach 1813 wurden die Verwaltungsgliederung ante wieder hergestellt.

Das Amt Arendsee wurde 1868 unter die Verwaltung des Remontedepot Arendsee gestellt. Dieses wurde 1868 südlich der Straße und gegenüber dem Klostergelände angelegt.[1] Mit der Kreisreform von 1872 wurden allerdings alle bisherigen Aufgaben des Amtes auf die Kreise und Amtsbezirke übertragen. Der 1874 geschaffene Amtsbezirk Remonte-Depot Arendsee umfasste die Gemeinden Ziemendorf, Genzien, Gestien, das Remontedepot Arendsee, den Forstgutsbezirk Arendsee, Zießau, Friedrichsmilde und Schrampe. Amtsvorsteher war der Oberamtmann Jaeckel in Arendsee, Stellvertreter der Rechnungsführer Pilgrim, ebenfalls aus Arendsee.[2]

Amtleute und Pächter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1673 Joachim Schönhausen[3]
  • 1775 Conrad Joachim Seeland, Beamter[4]
  • 1798 Giesecke, Oberamtmann[5]
  • 1804 Gieseke, Oberamtmann[6]
  • 1818 Bennecke, Amtmann[7]
  • 1821 Bennecke, Amtmann[8]
  • 1824 Flotho, Amtmann[9]
  • 1832 Flotho, Oberamtmann[10]
  • 1834 Kühne, Oberamtmann[11]
  • 1841 Kühne, Oberamtmann[12]
  • 1843 Brandes, Oberamtmann[13]
  • 1868 Brandes, Amtsrat[14]
  • 1872 Remontedepotverwaltung[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lieselott Enders: Die Altmark: Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). 1580 S., BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin, 2008 ISBN 978-3-8305-1504-3 (Im Folgenden abgekürzt, Enders, Altmark mit entsprechender Seitenzahl)
  • Berthold Schulze: Besitz- und siedlungsgeschichtliche Statistik der brandenburgischen Ämter und Städte 1540–1800. Beiband zur Brandenburgischen Ämterkarte. Einzelschriften der historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, Band 7, 190 S., Im Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin, 1935.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verhandlungen des Bundesrathes des Deutschen Reichs: 1876 Denkschrift, S. 295-325. Online bei Google Books, S. 305.
  2. Amts=Blatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg, Jahrgang 1874, Pansa'schen Druckerei, Magdeburg, 1874, 17. Stück vom 25. April 1874, S. 133 Online bei Google Books.
  3. Enders, Altmark, S. 1214 Online bei Google Books.
  4. Adres-Calender,der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, auser den Residenzien Berlin, dem Königreiche Preussen und dem Souverainen Herzogthume Schlesien; der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instanzien und Expeditionen, ingleichen der Königl. Bediente, Magisträte, Universitäten, Prediger etc. auf das Jahr MDCCLXXV (1775). 582 S., Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1775. Online bei Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Tabelle 1, hinter S. 72 zusätzlich eingeheftetes Blatt)
  5. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1798. 444 S., nebst einen Anhang, 94 S., Berlin, George Decker, 1798 Online bei Google Books (S.56)
  6. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1808. 528 S., mit einem Anhang von 125 S., Berlin, Georg Decker, 1804 Online bei Google Books (S. 66)
  7. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1818. 459 S., Berlin, Georg Decker, 1818 (S. 259)
  8. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1821. 518 S., Berlin, Georg Decker, 1821 (S.288)
  9. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1824. 498 S., Berlin, Georg Decker, 1824 Online bei Google Books (S. 258)
  10. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1832. 538 S., Berlin, Georg Decker, 1832 (S. 330)
  11. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1834. 621 S., Berlin, Georg Decker, 1834 (S. 333)
  12. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1841. 695 S., Berlin, Georg Decker, 1841 (S. 373)
  13. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1843. 734 S., Berlin, Georg Decker, 1843 (S. 396)
  14. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1868. 963 S., Berlin, Georg Decker, 1868 (S. 539)
  15. Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1872. 1108 S., Berlin, Georg Decker, 1872 (S. 565)

Koordinaten: 52° 53′ N, 11° 29′ O