Binde (Arendsee)

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Binde
Wappen von Binde
Koordinaten: 52° 51′ 16″ N, 11° 23′ 11″ O
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 15,9 km²
Einwohner: 208 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039036
Binde (Sachsen-Anhalt)
Binde
Binde
Lage von Binde in Sachsen-Anhalt
Die Kirche zu Binde (Oktober 2018).

Binde ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Binde liegt rund sieben Kilometer westlich des Arendsees und 17 Kilometer östlich der Kreisstadt Salzwedel an der B 190. Südlich des Dorfes fließt der Flötgraben. Im Nordosten liegt der Röthenberg.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Binde gehören die Ortsteile Binde und Ritzleben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binde wurde 1184 erstmals urkundlich als Binden erwähnt, als Markgraf Otto einige Dörfer dem Nonnenkloster Arendsee überlässt.[2] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Binde aufgeführt. Im Jahre 1378 wird der Ort als Bynda genannt.[3]

Der Ort gehörte im Mittelalter dem Kloster Arendsee.

Links und rechts des Weges nach Kläden am Fuß des Röthenbergs stand jeweils eine Windmühle. Die Mühlengehöfte sind erhalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Binde aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Salzwedel umgegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde Ritzleben eingemeindet.[4]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Binde am 24. Juni 2009 die Eingemeindung in die Stadt Arendsee (Altmark). Der Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[5][6]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Binde wurden Binde und Ritzleben Ortsteile der Stadt Arendsee (Altmark). Für Binde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Binde und künftigen Ortsteile Binde und Ritzleben wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Ortschaft Binde wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich eines Ortsbürgermeisters gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 210
1818 170
1840 289
Jahr Einwohner
1885 367
1892 370
1900 392
Jahr Einwohner
1910 402
1925 413
1939 368
Jahr Einwohner
1946 517
2008 350
2011 234
Jahr Einwohner
2012 239
2013 224
2014 217
Jahr Einwohner
2015 217
2016 219
2017 208

Ab 2011 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde und Pfarrei Binde gehören zum Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Binde die Kirchengemeinden Binde, Kaulitz, die kombinierte Mutterkirche Schernikau mit der Kirchengemeinde Kassuhn.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Kurt Gabriel.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 6. Oktober 2000 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Grün zwischen zwei aufrechten goldenen Ähren am Halm mit je einem zum Schildrand gekehrten aufrechten Blatt ein aufgeschlagenes goldenes Buch, überhöht von drei aufgerichteten goldenen Kegeln nebeneinander, der mittlere beknauft.“

Die Farben der ehemaligen Gemeinde sind Gold (Gelb) - Grün.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde ist Grün – Gelb – Grün gestreift (1:3:1) und auf dem Mittelstreifen mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Dorfkirche Binde ist ein flach gedeckter Feldsteinbau vom Ende des 12. Jahrhunderts.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Binde befindet sich eine große Schweinemastanlage des niederländischen Großunternehmers Adriaan Straathof, der noch einige weitere derartige Anlagen in den neuen Bundesländern betreibt. Die Anlage ist für 30.438 Tiere zugelassen und soll auf 55.770 erweitert werden. Im Ort hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage bzw. deren Erweiterung gegründet.

Binde liegt an der B 190. Der Bahnhof Binde-Kaulitz liegt an der 2004 stillgelegten Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Binde ist mit der Sparte Bohlekegeln im Jahr 2010 in die 2. Bundesliga Süd/Ost aufgestiegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 179.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 365 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA365~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 98.
  • Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik (Gebietsstand 1. Januar 1952). Berlin 1952, S. 30.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 1 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00009~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 14, 1857, S. 164 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000992_00172~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 362.
  5. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 Seite 215–217 (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive)
  6. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  7. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 26 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 1. Januar 2018]).
  8. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 52.