Schrampe

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Schrampe
Koordinaten: 52° 53′ 33″ N, 11° 26′ 31″ O
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 13,17 km²
Einwohner: 133 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039384
Schrampe (Sachsen-Anhalt)
Schrampe
Schrampe
Lage von Schrampe in Sachsen-Anhalt

Schrampe ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Schrampe liegt am Nord- und Westufer des Arendsee am Landgraben Schrampe,[2] früher Arendseer Mühlengraben genannt, der in nördliche Richtung fließt. Der Abfluss aus dem Arendsee in den Graben erfolgt über ein Tiefenrohr.

Im Südosten des Dorfes liegt der etwa 40 Meter hohe Bültenberg,[3] der früher Pfennings-Berg[4] hieß. Im Südwesten liegt der etwa 29 Meter der Fuchs-Berg[4] mit einer Sandgrube.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Schrampe gehören die beiden Ortsteile Schrampe und Zießau mit dem Wohnplatz Friedrichsmilde.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrampe war eine slawische Wohnstätte und bedeutet ‚Bach‘ oder ‚das Fließ‘.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf war bis 1853 hufeisenförmig aufgebaut.[5]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird die Mühle in Schrampe als Molendinum in Scrampe aufgeführt,[6] die dem Kloster Arendsee gehörte.

Im Jahre 1457 wird Schrampe in einer Urkunde genannt in der Markgraf Friedrich der Jüngere dem Kloster Arendsee seine Besitzungen bestätigt.[7]

Wilhelm Zahn nennt eine Ersterwähnung als Schrampe im Jahre 1208,[5] die jedoch so nicht in der Riedelschen Abschrift der Urkunde des Klosters Arendsee zu finden ist.[8]

Aus dem Jahre 1508 ist ein Vertrag zwischen Kurfürst Joachim und dem Herzog zu Braunschweig und Lüneburg überliefert, in dem über die Wassermühle Schrampe vereinbart wurde, dass der Müller alle Jahr auf Walpurgis oder längsten zwei Tage danach bis auf Bartholomäi mit dem Mahlen aufhören müsse und das Mühleisen den Bürgermeistern und dem Rat von Arendsee zur Verwahrung geben muss.[9]

Im 19. Jahrhundert wurde über eine Windmühle im Ort berichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Schrampe aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 erfolgte die Umgliederung in den Kreis Osterburg. Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Zießau aus dem Kreis Osterburg in die Gemeinde Schrampe eingemeindet.[10]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat von Schrampe am 18. Mai 2009, dass die Gemeinde in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[11][12]

Nach Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde wurde diese Stadtteil der Stadt Arendsee (Altmark). Für die Gemeinde wurde die Ortsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Der Ort mit den Ortsteilen Schrampe, Friedrichsmilde und Zießau wurde zum Stadtteil der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In diesem Ortsteil wurde ein Ortsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsvorsteher gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 088
1818 074
1840 135
1885 172
1892 161
1900 160
Jahr Einwohner
1910 176
1925 183
1939 203
1946 287
2011 136
2012 130
Jahr Einwohner
2013 127
2014 132
2015 130
2016 129
2017 133

Ab 2011 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Arno Ungefroren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortseingang von Schrampe steht ein Gedenkstein mit der Inschrift 5 km Sperrzone zur BRD, der daran erinnert, dass das Dorf von 1952 bis zum November 1989 zur 5-km-Sperrzone an der innerdeutschen Grenze gehörte.[13]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Schrampe gehören zur Pfarrei Arendsee,[14] die heute zum Kirchspiel „Am Arendsee“ im Pfarrbereich Arendsee[15] des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 179.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 383 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA383~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 99.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Gewässerstrukturkarte Sachsen-Anhalt. Erweitere Ausgabe 2004. Abgerufen am 19. Januar 2018.
  3. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  4. a b Messtischblatt 1611: Arendsee, 1902 Arendsee. Reichsamt für Landesaufnahme, 1902, abgerufen am 19. Januar 2018.
  5. a b Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 179.
  6. Johannes Schultze: Brandenburgische Landbücher. Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. In: Band 2, Band VIII. Berlin, 1940, S. 391, abgerufen am 19. Januar 2018.
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 77 (Digitalisat).
  8. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 2 (Digitalisat).
  9. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 2. Band 6. Berlin 1858, S. 8 (Digitalisat).
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360, 364.
  11. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 Seite 238–241 (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive)
  12. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  13. Annette Kaminsky, Ruth Gleinig, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. 3. Auflage. Christoph Links Verlag, Berlin 2016, S. 507.
  14. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 26 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 19. Januar 2018]).
  15. Pfarrbereich Arendsee. Abgerufen am 19. Januar 2018.