Anja Tuckermann

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Anja Tuckermann (* 24. November 1961 in Selb, Bayern) ist eine deutsche Autorin von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken und Journalistin.

Leben[Bearbeiten]

Anja Tuckermann ist in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen. Von 1980 bis 1991 engagierte sie sich in der feministischen Mädchenbewegung und gab die von ihr gegründete Zeitschrift Tigermädchen heraus, die Texte von Kindern und Jugendlichen veröffentlichte. Im Rahmen ihrer Arbeit für einen Jugendverband organisierte und betreute sie Reisen für Kinder und Jugendliche innerhalb Deutschlands, nach Österreich, England und vor allem in die Türkei. Von 1988 bis 1992 arbeitete sie als Redakteurin und bis 1997 freiberuflich in der Kinderfunkredaktion des RIAS (heute Deutschlandradio). Seit 1993 leitet sie Schreibwerkstätten für junge Menschen und für Erwachsene zum Schreiben von Prosa und Theaterstücken. Anja Tuckermann schreibt Romane, Theaterstücke, Libretti und andere Texte für Musik und Kurzprosa. Gleich ihr erstes Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt, ihre bekanntesten Bücher sind die dokumentarisch-biografischen Romane „Muscha. Ein Sinti-Kind im Dritten Reich“, „Denk nicht, wir bleiben hier“ über Hugo Höllenreiner und „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ über Hermann Höllenreiner. Sie behandeln das Schicksal von Sintikindern in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und nach dem Krieg. Bücher von ihr gibt es auf norwegisch, schwedisch, dänisch, niederländisch, französisch, spanisch, katalanisch, chinesisch.

Werke[Bearbeiten]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1988: Mooskopf. Roman. Luchterhand Verlag, Darmstadt
  • 1995: Muscha. Ein Sinti-Kind im Dritten Reich. Roman. Erika Klopp Verlag
  • 1997: Ein Buch für Yunus. Roman. Erika Klopp Verlag
  • 1999: David Tage, Mona Nächte. Roman. Mit Andreas Steinhöfel. Carlsen Verlag
  • 2000: Die Haut retten. Roman. Pendo Verlag
  • 2002: Fräulein Moxa. Edition Ranis, Ranis
  • 2003: Nicht sprechen, nicht schweigen, nicht gehen, nicht bleiben. Roman. Ravensburger Buchverlag
  • 2004: Suche Oma. Roman. Ravensburger Buchverlag
  • 2004: Mutgeschichten. Ravensburger Buchverlag
  • 2005: Weggemobbt. Arena Verlag
  • 2005: Denk nicht, wir bleiben hier – Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner. Hanser bei dtv
  • 2007: Das verschluckte Lachen. Roman. Sauerländer
  • 2008: Mano – Der Junge, der nicht wusste, wo er war. Hanser Verlag, München
  • 2008: Ein Buch für Yunus. Roman. dtv Reihe Hanser, München
  • 2011: Die Möwe und ein Meer von Farben. Bilderbuch. Thienemann Verlag, Stuttgart
  • 2011: Adile. Ein Mädchen aus Istanbul. Klett Kinderbuchverlag, Leipzig
  • 2012: Familie Merkwürdig und Familie Unglaublich machen eine Dampferfahrt. KLAK Verlag, Berlin
  • 2012: Allein im Wald. Bilderbuch. Thienemann Verlag, Stuttgart
  • 2013: Träumen in Berlin, Lyrik und Prosa von 47 Kindern und Jugendlichen. KLAK Verlag, Berlin
  • 2013: Kopfüber Kopfunter, Kinderbuch. KLAK Verlag, Berlin
  • 2013: Nirgendwohin Irgendwohin, 22 Geschichten von Gefahren, Abenteuern und Glück. KLAK Verlag, Berlin

Sachbuch[Bearbeiten]

  • 2013: Ein Volk, ein Reich, ein Trümmerhaufen-Alltag, Widerstand und Verfolgung-Jugendliche im Nationalsozialismus. Arena Verlag, Würzburg
  • 2008: Heimat ist da, wo man verstanden wird – Junge VietnamesInnen in Deutschland. Archiv der Jugendkulturen Berlin
  • 1999: Horror oder Heimat – Jugendliche in Berlin-Hellersdorf. Archiv der Jugendkulturen Berlin

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • UA 1996: Asra – Die von gegenüber. GRIPS Theater. Berlin
  • UA 1998: Komm, wir knutschen. GRIPS Theater. Berlin
  • UA 1999: Angst im Kopf. widu theater, Oldenburg
  • UA 2001: Ganz große Pause. GRIPS Theater Berlin
  • UA 2007: Palmström, Korf und Kunkel. Mittelsächsisches Landestheater Freiberg/Döbeln
  • UA 2009: Kazandik. Tiyatro Tempo, Ankara
  • UA 2011: Warten, dass das Leben beginnt – Bavuldaki Hayatlar – Yasamayi Beklerken. Tiyatro Tempo, Ankara (türk. Fassung)
  • UA 2013: Warten, dass das Leben beginnt – Bavuldaki Hayatlar – Yasamayi Beklerken. Theater Burghofbühne, Dinslaken (deutsche Fassung)

Hörbuch[Bearbeiten]

  • 2011: Sinti und Roma hören. Eine musikalisch illustrierte Reise durch die Kulturgeschichte der Sinti und Roma von den Anfängen bis in die Gegenwart, mit über 40 Musikbeispielen. Silberfuchs-Verlag, Tüschow 2011, (Hörbuch, 1 Audio-CD und Booklet; Sprecher: Rolf Becker, Anne Moll).

Musik und Text[Bearbeiten]

  • 1993: Splitter – eine Aufführung für zwei Sprecher, Musik von Stephan Froleyks und aller hand, Akademie Schloß Solitude, Stuttgart
  • 1995: U 7 – Hörstück mit Musik von Lutz Glandien für Tonband, E-Gitarre & Klarinette. UA 1995 Kunstspeicher Potsdam, neue Fassung mit Film von Veit Lup, UA 1999 Kulturforum Berlin
  • 1998: Der Professor im Wald. Hörstück mit Raymond Kaczynski, Schlagzeug, UA im „studio im hochhaus“, Berlin
  • 1999–2003 Drei x Drei, Mach Sieben, Und Acht, Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins von Michael Beil. UA Berlin u. Stuttgart
  • 2001: Aber ja. Lied von Flori Reifenberg, UA Berlin, Klangwerkstatt
  • 2002: X & Y. Kammeroper von Sidney Corbett, UA: Stuttgart, Festival Eclat
  • 2002: Electric Chair von Sidney Corbett, UA: Münster, Ensemble Wire Wings
  • 2004: Die sieben Tore von Sidney Corbett, UA: Münster ZeitKlang Festival, Wire Wings
  • 2008: Wer ist Fräulein Moxa? mit Raymond Kaczynski, UA Villa Waldberta, Feldafing
  • 2012: Familie Merkwürdig und Familie Unglaublich mit Raymond Kaczynski, UA: Berlin

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1992: Kurt-Magnus-Preis der ARD für das Feature Muscha
  • 1994: Das Rote Tuch – Jugendmedienpreis der SPD Berlin-Charlottenburg für den Roman Muscha
  • 1999: Nominierung für den Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas & Kappes für Komm, wir knutschen
  • 2000: Hans-im-Glück-Preis für David Tage, Mona Nächte
  • 2006: Deutscher Jugendliteraturpreis für Denk nicht, wir bleiben hier
  • 2007: Das verschluckte Lachen (Kopfüber Kopfunter) – Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach und 2008 auf der Auswahlliste „The White Ravens“ der Internationalen Jugendbibliothek in München
  • 2009: Friedrich-Gerstäcker-Preis für Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war
  • 2012: Kathrin-Türks-Preis für Warten, dass das Leben beginnt

Sonstige Würdigungen (Auswahl)

Weblinks[Bearbeiten]