Berlin-Hellersdorf

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Hellersdorf
Ortsteil von Berlin
Berlin Marzahn Hellersdorf Kaulsdorf Mahlsdorf Biesdorf BrandenburgHellersdorf auf der Karte von Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 32′ 21″ N, 13° 35′ 32″ OKoordinaten: 52° 32′ 21″ N, 13° 35′ 32″ O
Fläche 8,1 km²
Einwohner 79.233 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 9782 Einwohner/km²
Postleitzahlen 12619, 12627, 12629, 12683
Ortsteilnummer 1005
Gliederung
Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf
Ortslagen
  • Hellersdorf-Nord
  • Hellersdorf-Ost
  • Hellersdorf-Süd

Hellersdorf ist ein Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 bestand seit 1986 der Bezirk Hellersdorf. Der Ortsteil entstand aus dem Projekt einer Großwohnsiedlung in Plattenbauweise durch Ausgliederung aus dem damaligen Stadtbezirk Marzahn. Zum ehemaligen Bezirk Hellersdorf gehörten die Ortsteile Kaulsdorf, Mahlsdorf und der namensgebende Ortsteil Hellersdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Ersterwähnung bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellersdorf im Jahr 1984
Wohnungsbau im Jahr 1986

Hellersdorf wurde wie viele andere Dörfer der Umgebung Berlins erstmals urkundlich im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt. Es trug den Namen „Helwichstorpp“, umfasste 25 Hufen und gehörte den Brüdern Dirike. Diese besaßen auch einen neun Hufen großen Ritterhof, der Pfarrer verfügte über drei freie Hufen (Wedemhof). Neben dem aufgeführten Krug arbeitete zu dieser Zeit bereits eine Mühle in der Barnim-Ortschaft. Das ebenfalls im Landbuch auftauchende „Hellwichstorf“ war der Burg Köpenick unterstellt, lag zu diesem Zeitpunkt aber „wüst“, war also unbesiedelt.[1][2]

In den Urkunden des 15. und 16. Jahrhunderts, erstmals 1416, wurde auch das zweite „Hellersdorf“ als „wuste dorff helwerstorff“ bezeichnet. Nachdem 1618 der brandenburgische Kanzler Johann von Löben Hellersdorf kaufte und seinem Gutsbezirk Blumberg angliederte, wurde nach dem Besitzerwechsel des Ortes Blumberg (und somit auch Hellersdorfs) an den Grafen von Arnim 1836 das Dorf zu einem Rittergut ausgebaut.

Im Jahr 1886 erwarb die Stadt Berlin das Gut Hellersdorf und legte östlich der Wuhle Rieselfelder an. Außerdem ließ der Berliner Magistrat die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten zur Unterbringung und Pflege chronisch Kranker hier errichten.

Zwischen 1920 und 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Bildung von Groß-Berlin wurde Hellersdorf 1920 eingemeindet und Teil des neuen Bezirks Lichtenberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es ab 1945 zum sowjetischen Sektor Berlins. 1979 wurde Hellersdorf Teil des neu gegründeten Stadtbezirks Marzahn und im Rahmen der Entstehung des Neubaugebietes 1986 Namensgeber des damals neuen Stadtbezirks Hellersdorf.

Ab Mitte der 1980er Jahre wurde Hellersdorf nach Osten erweitert. Auf einem Gebiet, das eigentlich zur Gemeinde Hönow gehörte und damit außerhalb der Stadtgrenze lag, wurden Wohnneubauten errichtet. Aufgrund des Viermächteabkommens über Berlin war es nicht möglich, die Stadtgrenze zu verschieben. Daher blieben diese Gebiete formal weiterhin Hönow bzw. dem Bezirk Frankfurt (Oder) zugehörig. Die Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Post) erfolgten allerdings von Berlin aus.

Im Zuge der Vereinigung Berlins 1990 wurde die Stadtgrenze offiziell nach Osten in ihre heutige Lage verschwenkt. Die alte Stadtgrenze ist allerdings weiterhin erkennbar: Es ist ein Gebiet mit öffentlicher Bebauung und Grünflächen, jedoch wenig Wohnbauten. Der Streifen zieht sich von der Berliner Straße im Norden, zwischen Zerbster und Weißenfelser Straße, über die Riesaer Straße, zwischen Lichtenhainer und Schönewalder Straße bis zur Döbelner und Waldheimer Straße und der Straßenbahn-Endhaltestelle Riesaer Straße hin.

Als zweitgrößtes Bauprojekt Berlins wurde am 11. September 1997 das Ortsteilzentrum Helle Mitte fertiggestellt und feierlich eröffnet. Es gilt seit den 2010er Jahren als urbanes Zentrum von Hellersdorf.

Im Rahmen der Berliner Bezirksreform wurde 2001 die Herauslösung der Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf aus dem 1979 entstandenen Bezirk Marzahn rückgängig gemacht. Der neue Bezirk trägt nunmehr den Namen Marzahn-Hellersdorf.

Blick auf Hellersdorf und Kaulsdorf-Nord vom Kienberg, der zum Ortsteil Marzahn gehört

Kultur, Wissenschaft, Sport, Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Zuzug vieler junger Familien kamen auch zahlreiche Kinder nach Hellersdorf. Zwischen den Wohnbauten errichtete die Verwaltung daher typisierte Kitas und Schulgebäude. Im Bereich Helle Mitte siedelte sich die Alice-Salomon-Hochschule sowie ein Oberstufenzentrum an.

Auswahl von Schulen im Ortsteil

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hellersdorf gibt es eine Vielzahl von großen Skulpturen, die vor allem aus den 1990er und früher 2000er Jahren stammen. Die größte eigenständige Skulptur findet sich an der Kreuzung zwischen Hellersdorfer Straße und Gülzower Straße und ist ein rund 18 Meter hohes Windspiel von dem Künstler Rolf Lieberknecht.[3]

Auswahl von weiteren Skulpturen:

  • Balanceakt von Hubertus von Goltz auf den Hochhäusern der Eisenacher Straße 61 und 63
  • Skulptur ohne Namen von Amilcar de Castro an der Neuen Grottkauer Straße
  • Eisenholzstämme von Elisa Bracher vor dem Hellersdorfer Corso
  • Sonnenuhr von einem unbekannten Künstler auf einem Hof an der Neuen Grottkauer Straße

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hellersdorf gibt es zahlreiche Sportvereine und Sportanlagen. Überregionale Bedeutung besitzt dabei der Athletik-Club Berlin (verschiedene deutsche und Berliner Meister im Bereich Leichtathletik). Eine weitere Anlage ist der „Hellersdorfer Walkout“ am Cecilienplatz. Hier können Hobbysportler zwischen zwei Routen wählen und sportliche Aufgaben erfüllen, die überall in der näheren Umgebung auf kleinen blau-weißen Schildern verteilt sind. Die „lässige Route“ hat eine Länge von rund 300 Metern und hat acht Stopps, während die „flotte Route“ etwa 1100 Meter lang ist und vierzehn Stopps hat.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großwohnsiedlung ist durch die Linie U5 (AlexanderplatzHönow) der U-Bahn mit folgenden Bahnhöfen an das Berliner Verkehrsnetz angeschlossen:

Am S- und U-Bahnhof Wuhletal halten auch die Züge der S-Bahn-Linie S5 (SpandauStrausberg Nord).

Die Straßenbahnlinien M6 und 18 durchqueren das nördliche und östliche Gebiet des Ortsteils.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Gaedecke: Hellersdorf. Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Bd. 14. Stapp, Berlin 1996, ISBN 3-87776-073-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlin-Hellersdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Barnym. Districtus Berlin. Helwichstorpp, S. 115.
  2. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, De castris super Teltow, S. 38–41.
  3. Skulpturen in Hellersdorf auf info-marzahn-hellersdorf.de
  4. Der Hellersdorfer Walkout – kurze Beschreibung der beiden Routen mit einigen zusätzlichen Angaben