Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland

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Der Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gehört zum ersten Abschnitt (Grundrechte) und garantiert die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung von Frau und Mann und verbietet Diskriminierung und Bevorzugung aufgrund bestimmter Eigenschaften.

Artikel 3 des Grundgesetzes – eine Arbeit von Dani Karavan an den Glasscheiben zur Spreeseite beim Jakob-Kaiser-Haus des Bundestages in Berlin

Wortlaut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Erläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Artikel 3 wird festgelegt, dass Menschen ohne Ansehen der Person und gleiche Sachverhalte rechtlich gleich behandelt werden müssen. Mit Absatz 2 werden Frau und Mann rechtlich gleichgestellt und die Förderung der Gleichberechtigung festgelegt.[1][2]

Um dem Artikel 3 Absatz 2 gerecht zu werden, wurde mit Artikel 117 Absatz 1 eine Frist bis zum 31. März 1953 gesetzt. Die Adenauer-Regierung ließ den gesetzten Termin jedoch tatenlos verstreichen.[3]

Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern durch den Staat sowie das Benachteiligungsverbot für Behinderte wurde durch ein Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes implementiert, welches der Bundestag am 6. September 1994 beschloss und welches am 15. November 1994 in Kraft trat.[4]

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Erst ab 1957 wurden im BGB nach und nach die Bestimmungen aufgehoben, die am stärksten gegen Artikel 3 verstießen.
  • 1961 wurde Elisabeth Schwarzhaupt die erste Frau im Amt eines deutschen Bundesministers und übernahm das Bundesministerium für Gesundheit.
  • Bis 1977 durften verheiratete Frauen nur einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, sofern sie dazu auch eine Einverständniserklärung des Ehemannes vorlegen konnten. Ähnliches galt beim eigenständigen Erwerb von größeren Haushaltsgegenständen oder dem Eröffnen von Bankkonten.
  • 1980 wurde der Anspruch auf gleiches Entgelt bei Männern und Frauen im BGB festgeschrieben.

Rezeption im Fernsehfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Formulierung des Artikels 3 Absatz 2 mit den lediglich fünf Worten „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ beruht auf der besonderen Initiative der Parlamentarierin Elisabeth Selbert. An deren diesbezügliche Tätigkeit im Parlamentarischen Rat erinnert der 2014 im Deutschen Fernsehen gezeigte Film Sternstunde ihres Lebens.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatsrecht for you: Artikel 3, abgerufen am 10. Mai 2012.
  2. Planet Schule: Hintergrund: Artikel 3, abgerufen am 10. Mai 2012.
  3. Dossier 60 Jahre BRD. Männer und Frauen sind gleichberechtigt!, Cornelia Filter über Elisabeth Selbert. In: EMMA, Juni/Juli 2009.
  4. BGBl. I 1994, S. 3146; vgl. Änderungen des Grundgesetzes seit 1949 – Inhalt, Datum, Abstimmungsergebnis und Textvergleich (PDF; 1,06 MB), Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags. Abschluss der Arbeit: 18. November 2009 (aktualisierte Fassung von 144/09), S. 6.
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