Asif Kapadia

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Asif Kapadia (geboren 1972 in London) ist ein britischer Filmregisseur, der vielfach ausgezeichnet wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asif Kapadia wurde in Hackney als Sohn einer indisch-muslimischen Familie geboren. Ursprünglich hatte er keinen Bezug zur Filmszene und lernte stattdessen Grafikdesign an der Newport Film School der University of Wales, Newport. Danach wollte er eigentlich Architektur studieren. Doch während des Studiums wurde er von einem Freund zu einem Filmset mitgenommen, wo er als Assistent arbeiten sollte. Die Arbeit faszinierte ihn so, dass er seine Pläne änderte und Filmkurse belegte. Er studierte anschließend an der University of Westminster und dem Royal College of Art.[1][2][3]

2001, ein Jahr nach seinem Abschluss an der Royal College of Art, erschien sein erster Spielfilm The Warrior. Der in Rajasthan gedrehte Film wurde komplett in Hindi gedreht. Hauptdarsteller war Bollywood-Star Irrfan Khan. Mit dem Film erhielt er 2003 einen BAFTA-Award und wurde für einen Oscar vorgeschlagen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences lehnte den Film jedoch ab, da Hindi keine britische Sprache sei, der Film daher nicht als britischer Beitrag zählen könne.[1]

Es folgte 2006 der Horrorfilm The Return mit Sarah Michelle Gellar, sein erster Hollywood-Film und zugleich sein erster Flop, der weit hinter den Erwartungen zurückblieb.[1] Mit dem 2007er Film Far North kehrte er wieder zum Independent-Film zurück. Der Film, beruhend auf einer Kurzgeschichte von Sara Maitland, hatte seine Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig.

2010 erschien der Dokumentarfilm Senna, der das Leben der Formel 1-Legende Ayrton Senna nachzeichnet. Dabei handelt es sich um die erfolgreichste britische Dokumentation bis dato. Der einzige internationale Dokumentarfilm, der im Vereinigten Königreich noch erfolgreicher war, war Michael Moores Fahrenheit 9/11.[1] Mit Senna gewann er sowohl den BAFTA Award als auch den World Cinema Audience Award Documentary des Sundance Film Festivals 2011.[3]

2012 drehte er den Dokumentar-Kurzfilm The Odyssey, seinen Beitrag zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London und zeichnet ein Bild der Stadt aus der Vogelperspektive. Dazu wird Archivmaterial der Olympischen Spiele sowie diverse Interviews eingespielt. Er verzichtet darauf, ein ausschließlich positives Bild der Stadt zu zeichnen. Der Film wurde auf Channel 4 und BBC ausgestrahlt.[2]

2015 veröffentlichte er den Dokumentarfilm Amy über das Leben und Sterben der Popsängerin Amy Winehouse. Der hochgelobte Film erhielt den Europäischen Filmpreis, den Boston Society of Film Critics Award und einen Preis des National Board of Review. Außerdem wurde der Film für einen BAFTA, einen Grammy und einen Oscar nominiert.[4]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Indian Tales (Kurzfilm)
  • 1996: Wild West (Kurzfilm)
  • 1996: The Waiting Room (Kurzfilm)
  • 1997: The Sheep Thief (Kurzfilm)
  • 2001: The Warrior
  • 2006: The Return
  • 2007: Far North
  • 2010: Senna
  • 2012: The Odyssey (Kurz-Dokumentarfilm)
  • 2015: Amy (Amy – The Girl behind the Name)
  • 2017: Ali & Nino
  • 2019: Diego Maradona

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d The Saturday interview: Asif Kapadia. The Guardian, 9. Juli 2011, abgerufen am 8. Februar 2016.
  2. a b Sarfraz Manzoor: Asif Kapadia's 2012 Odyssey: the film that captures London's dark side. The Guardian, 24. Juni 2012, abgerufen am 8. Februar 2016.
  3. a b Asif Kapadia: ‘Without studying I would never have had a chance to make movies’ An interview with Asif Kapadia. University of Westminster, 31. Mai 2011, abgerufen am 8. Februar 2016.
  4. Amy in der Internet Movie Database (englisch)