Asselheim

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Koordinaten: 49° 34′ 43″ N, 8° 9′ 43″ O

Asselheim
Wappen von Asselheim
Höhe: 161 m
Einwohner: 1315 (30. Jun. 2007)
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67269
Vorwahl: 06359
Häuser in Asselheim

Asselheim ist ein Stadtteil von Grünstadt im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asselheim liegt am westlichen Taleinschnitt des Eistales. Mit der Fertigstellung der Auwegsiedlung und der Setz erhöhte sich die Einwohnerzahl von 781 auf 1285 (Stand: 2005).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asselheim wurde am 7. Mai 767 im Lorscher Codex zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde ist die Schenkung eines Weinbergs durch Hildwin und Reginfrid in Azzulunheim an das Kloster Lorsch dokumentiert.[1]

Es kann als gesichert angesehen werden, dass der heutige Ortsteil Asselheim wesentlich älter ist. Funde von nomadisierenden Jägern aus der Alt- und Mittelsteinzeit bezeugen dies. Etwas westlich des heutigen Ortskernes, der in früheren Zeiten deutlicher als heute erkennbar zwischen der St. Elisabethkirche und dem sog. „Hüwwel“ angesiedelt war, wird 1954 eine Großgrabung in der Gemarkung „Kieskaut“ durchgeführt, bei der Pfostenlöcher und Wandzüge von Häusern bzw. Hütten einer mittelsteinzeitlichen Siedlung aus einer Zeit von 2000 bis 1800 v. Chr. freigelegt werden.

Weitere Funde aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. sowie aus der Hallstattzeit und Frankenzeit bis hin zur Römerzeit mit dem Heerweg oder der Römerstraße beweisen, dass Asselheim, mit seiner strategisch wichtigen Lage am westlichen Ausgang zur Rheinebene hin, offensichtlich immer besiedelt war. Wann der Ortsteil jedoch mit Wehrtürmen befestigt wurde, ist heute nicht nachweisbar. Auch wenn Landkarten aus dem 16. und 17. Jahrhundert den Ort immer wieder als von Wehrmauern umgeben darstellen, so ist es dem Verfasser nicht gelungen historisch abgesicherte Nachweise hierüber zu erbringen.

Von der Befestigung sind heute noch zwei Türme erhalten, der viergeschossige Turm mit der protestantischen St. Elisabethkirche sowie der Rote Turm. Für die Zeit etwa von 700 n. Chr. bis 1200 n. Chr. sind geschichtliche Nachweise über das Leben im Orte selten. Es ist anzunehmen, dass dieses in ähnlichen Bahnen verlief wie in den Orten der Umgebung.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine einschneidende Veränderung muss der Dreißigjährige Krieg, mit der nachfolgenden Pest, für Asselheim gebracht haben. Nur acht Familien überlebten diese Zeit. Fünf der Namen sind erhalten. Diese lauten: Hafner, Nehb, Bredel, Thomann und Brauer. Seit dem 11. Jahrhundert war Asselheim Gerichtsort. Durch eine Gültverschreibung von 1488 ist bekannt, dass das hierbei verwendete Gerichtssiegel den heiligen Schutzpatron „St. Stephan“ zeigt. Er trägt aber nicht die üblichen Steine, sondern auf der erhobenen rechten Hand einen Vogel, offenbar eine Elster (pfälzisch Atzel). Diese Darstellung galt fälschlicherweise viele Jahrhunderte hindurch als Erklärung für die Namensgebung des Ortes: Atzelheim = Asselheim.

Um 1200 taucht der Ortsname in Urkunden des Klosters Weißenburg (Weißenburger Lehen) auf. Im Jahr 1555 wird Asselheim protestantisch. Etwa zu dieser Zeit der Reformation fallen Teile des Ortes an Nassau-Weilburg, andere an Leiningen-Westerburg und verbleiben dort bis zur Französischen Revolution.

Ab 1816 gehört die Pfalz zum Königreich Bayern. In der bayerischen Zeit war das evangelische Pfarrdorf Asselheim Teil des Kantons Grünstadt im Rheinkreis. Im Jahr 1840 hatte der Ort 100 Häuser und 750 Einwohner, davon 50 Juden.[2]

Als der Landkreis Frankenthal (Pfalz) im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform am 7. Juni 1969 aufgelöst wurde, kam Asselheim zum neugeschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Zeitgleich erfolgte die Eingemeindung in das benachbarte Grünstadt.[3] Im Dorf wurde in den letzten zwanzig Jahren viele Gebäude erneuert. Die Kappelmühle wurde renoviert, das Kelterhaus ebenso, sowie der neu hergerichtete Dorfangerplatz und ein Kindergarten kam hinzu. Im Stadtteil befindet sich die Theodor-Heuss-Schule, die im Jahr 2007 ihr 50-jähriges Bestehen feierte.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von „Heim (Dorf) der Azila“ ab, ein nach Christmann altgermanischer weiblicher Vorname. In den folgenden Jahrhunderten haben sich Name und Schreibweise des Ortes mehrfach geändert. Bekannt sind Azulenheim, Azzulunheim, Asselnheim aber auch Zazilyheim, Assilnheim und andere mehr. Die Schreibweise Asselheim ist seit dem 17. Jahrhundert üblich.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm der St-Elisabeth-Kirche

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kelterhaus - Im Mittelpunkt des Dorflebens steht das renovierte Kelterhaus, in dem die Ortsbeirats- und Dorfgemeinschaftssitzungen, verschiedene Veranstaltungen der örtlichen Vereine (z. B. des Gesangsvereins) und private Feiern stattfinden.
  • St.-Stephans-Kapelle - Die St.-Stephans-Kapelle war die erste Kirche in Asselheim und befand sich auf dem alten Friedhof, oberhalb des Dorfes nach Norden gelegen. Sie gehörte dem Kloster „St. Maria im Rosendale“, welches sich 1241 als Zisterzienserinnenkloster im Ort Rosenthal (heute ein Ortsteil von Kerzenheim) gründete. Die Kapelle wurde um 1819 abgerissen. Eine weitere Bedeutung der Zugehörigkeit von St. Stephankapelle und Nonnenhof zum Kloster lag für die Menschen der damaligen Zeit darin, dass der Ort viele Jahrhunderte Gerichtsort war.
  • St.-Elisabeth-Kirche - Die St.-Elisabeth-Kapelle wurde wahrscheinlich zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen kurz nach deren Heiligsprechung, um 1300, als Kapelle erbaut. 1496 wird die St.-Elisabeth-Kapelle zur Kirche erhoben, es erfolgt der Umbau des Wart- oder Römerturmes zum Kirchturm. 1841 zerspringt die große Glocke. 1864 geschieht dieses Unglück nochmals. Im Zweiten Weltkrieg wird die Kirche durch Brandbomben getroffen und brennt bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau erfolgt in den Jahren 1949/50. Das 1951 erneuerte Geläut ist bis auf den heutigen Tag zu hören.
  • Lang- und Ostergasse - Die Lang- und Ostergasse gelten als sehenswert
  • Weinwanderhütte - Im Gegensatz zur Kerwe, die nur einmal im Jahr stattfindet, ist die Weinwanderhütte mit Aussicht auf die Rheinebene während der Sommermonate an jedem Wochenende geöffnet. Die zehn Winzer der Weinwerbegemeinschaft bewirten sie abwechselnd mit den ortsansässigen Vereinen. Im Jahr 2006 wurde der Außenbereich der Hütte neu gestaltet, die Bänke mit Rückenlehnen versehen und das Dach der Pergola erneuert.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eistal, Felsformation aus Kapuzinerstein, im Hintergrund Asselheim
  • Westlich des Dorfes befinden sich am Nordhang des Eistales weithin sichtbare Felsformationen aus braunem Sandstein, sogenanntem Kapuzinerstein. Er wurde früher abgebaut und viele historische Gebäude der Region sind daraus errichtet, u.a. der markante Turm der Asselheimer St.-Elisabeth-Kirche.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Asselheimer betreiben ein lebendiges Vereinsleben. Die Initiative Weihnachtsmarkt richtet den Weihnachtsmarkt am neu gestalteten Dorfplatz in der Gerbergasse, jeweils zum 1. Adventwochenende, mit dem Motto: "Asselheimer Lichterglanz"; aus. Auch der Frühlingsmarkt in der österlich geschmückten Turnhalle ist eine feste Einrichtung. Allen voran die Weinwerbe Gemeinschaft mit der bewirteten Weinwanderhütte findet regen Zuspruch. Die Landfrauen führen ein Vereinsleben, ebenso die Bauern - und Winzerschaft. Ein jüngerer Verein sind die Bach- und Baumpaten, welche Verantwortung über den Eisbach übernommen haben. Das Kerwekomitee organisiert das größte Ereignis, die Asselheimer Weinkerwe, am dritten Wochenende im August, mit dem traditionellen Schubkarchrennen. Seit einigen Jahren gibt es wieder eine Rosenmontagssitzung. Alle Vereine und Initiativen finden sich in der Dorfgemeinschaft wieder zusammen, einem Organisationskomitee, in dem jeder sein Anliegen vorbringen kann und in dem seit neuestem auch der Kindergarten mit dem Elternbeirat vertreten ist.

Asselheimer Weinkerwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An jedem dritten Sonntag im August findet in Asselheim die Weinkerwe statt. Meist schon am Donnerstag vor diesem Wochenende finden in einigen Höfen Schlachtfeste statt. Die offizielle Eröffnung durch das Kerwekomitee und die Kerweburschen erfolgt mit dem Ausgraben der Kerwe am Samstag um 16:00 Uhr in Anwesenheit von Bürgermeister und Weingräfin. Zum festen Bestandteil gehört der Spielmanns- und Hörnerzug TSV Bildung der Stadt Peine, der den traditionellen Umzug zwischen den meist ca. elf bis dreizehn einzelnen Probierständen in den Winzerhöfen begleitet. Am Sonntagmorgen ziehen zwei Kapellen durch das Dorf. Am Sonntag findet ein Kerweumzug statt, an dem bis zu vierzig Zugnummern und Fußgruppen mit Kapellen beteiligt sind. Am Dienstag beginnt das Schubkarchrennen, das mit seiner Strecke die Steigung die Ostergasse hinauf- und die Langgasse herunterführt. Im Jahr 2008 fand das Schubkarchrennen zum ersten Mal am Montag statt, um der seit einigen Jahren schrumpfenden Zuschauerzahl entgegenzuwirken. Die Weinkerwe endet traditionell mit der Beerdigung der Kerwe am Dienstag um Mitternacht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turnverein von 1894 unterhält im Sport- und Freizeitprogramm die Gruppen Handball, Frauengymnastik, Kinderturnen, Wirbelsäulengymnastik, Wandern und Boule. Er ist Eigentümer der Asselheimer Turnhalle und mitverantwortlich für die darin stattfindenden Veranstaltungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrskreisel

Aus einem Bauerndorf mit überwiegend landwirtschaftlichen Betrieben hat sich im späten 20. Jahrhundert ein Vorort von Grünstadt entwickelt, der dabei einen Teil seiner ländlichen Ausprägung verlor. Es gibt keinen landwirtschaftlichen Betrieb, kein Vieh, also keinen echten Bauernhof mehr. Dreizehn selbst vermarktende Weinbaubetriebe gründen ihre Existenz auf ihr Betriebseinkommen, obwohl auch hier die Grenzen fließend sind und Nebenerwerbswinzer eine Rolle spielen. Etwa 70 Gewerbeanmeldungen liegen vor, davon sind neun Handwerksbetriebe, 17 Handelsfirmen und 43 sonstige Betriebe. Zurzeit entstehen gegenüber der Turnhalle fünf Wohnmobilstellplätze mit Ent- und Versorgungsstation.

Langfristig soll im „Battenbühl“ und in „Hönningen“ gebaut werden, dabei hat im Falle „Battenbühl“ der Baubeginn bereits begonnen.

Asselheim liegt an der Eistalbahn (Kursbuchstrecke 666) mit Verbindungen in Richtung Ramsen (Pfalz) bzw. Eiswoog und in die Gegenrichtung über Grünstadt und Freinsheim nach Frankenthal (Pfalz).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Asselheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 3), Urkunde 955, 7. Mai 767? – Reg. 148. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 61, abgerufen am 4. Mai 2016.
  2. Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form, Verlag Georg Franz, München 1840. S. 156 (Google Books)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 178 (PDF; 2,6 MB)