Astrid Klein

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Astrid Klein (* 20. Mai 1951 in Köln) ist eine deutsche Malerin, Grafikerin, und Fotokünstlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1973 bis 1977 studierte sie an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Seit 1993 hat sie eine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig inne.

In den 1980er Jahren erhielt sie mehrere Stipendien, darunter 1980 das Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks, 1982 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst, 1984 den Förderpreis der Stadt Köln und 1985 das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. Im Jahr 2000 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Unter den zahlreichen Preisen sind der Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste (1997).[1] und der KUNSTKÖLN-Preis (heute Cologne-Fine-Art-Preis – 2001) hervorzuheben. Seit 1980 war sie auf zahlreichen Einzelausstellungen in Galerien, Museen und Kunsthallen zu sehen. 1984 war sie bei der Ausstellung Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf mit dem vielfach gewürdigten Riesenformat Endzeitgefühle vertreten. Es war bereits 1982 vom Hamburger Senat für sein Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ angekauft worden.[2]

Nach Ausstellungserfolgen bei der Documenta und einer Tournee durch internationale Museen zwischen 1988 und 1991 unterbrach Klein ihre kreative Arbeit für einige Zeit, um nach eigener Aussage ihre Arbeitsroutine zu durchbrechen. Dies verzögerte die Wiederentdeckung ihrer Arbeiten durch die Kunstwelt.[3] Die Kunsthistorikerin Dorothea Zwirner, die 2008 und 2018 Ausstellungskataloge über Klein herausgab,[4][5] hat sie als "deutlich unterschätzt" bezeichnet. Sie hätte sich schon früh in die Geschlechterdebatte eingebracht.[3]

Klein lebt und arbeitet in Köln.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihre Fotoarbeiten verwendet Astrid Klein überwiegend Motive aus Zeitungen, Zeitschriften und Werbeplakaten.[6] Die ausgewählten verschiedenartigen Elemente fotografiert sie stets und vergrößert oder verkleinert sie.[2] Klein rastert, montiert und collagiert[7] solange, bis die aus Fremdzusammenhängen stammenden Elemente Bezüge zueinander entwickeln.[2] Der große Abzug, das originale Kunstwerk also, entsteht in Zusammenarbeit mit einem kleinen Fachlabor. Auf den fertigen Arbeiten ist der Herstellungsprozess kaum mehr nachvollziehbar, die Reihenfolge der Arbeitsgänge, die Herkunft und der ursprüngliche Kontext der einzelnen Elemente nicht auszumachen.[2] Acht oder neun Quadratmeter ist die gängige Größe ihrer Arbeiten,[2] aber sie kann auch über 30 Quadratmeter betragen.[2][6] Das Format ist wichtig für die Bildaussage, denn je aufgeblähter, desto fotografischer ist die Wirkung, obwohl das Endprodukt dem für Fotografien üblichen klar definierten Objekt- bzw. Realitätsbezug widerspricht: Das Bild ist eine Manipulation und kein Zeugnis und Dokument.[7]

Die „spröden und suggestiven Fotomontagen“[2] sollen „nach Kritikeraussage verschlüsselt ‚Angst, Unsicherheit, Einsamkeit und Gewalt‘ sichtbar machen“.[6]

Der Sammler Harald Falckenberg hat Klein als klassische Existenzialistin beschrieben.[3]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partner- und Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid Klein, Ausstellungskatalog der Ezra and Cecile Zilkha Gallery, Center tor the Arts, Wesleyan University, Middletown, Connecticut, Text von Klaus Ottmann, Middletown, Connecticut (USA) (Katalog), 1991.
  • Astrid Klein, herausgegeben von E.-G. Güse und E. W. Uthemann, Cantz-Verlag, Ostfildern (Katalog), 1994.
  • Astrid Klein, mit Texten von Christine Hopfengart, Detlef B. Linke, E.W. Uthemann, Saarland Museum, Saarbrücken; Kunsthalle, Nürnberg (Katalog), 1994.
  • Astrid Klein – Käthe-Kollwitz-Preis 1997, Texte von C. Hopfengart und D. Zwirner, Akademie der Künste, Berlin (Katalog), 1997.
  • Dorothea Zwirner: Astrid Klein – Schriftbilder 1977–2007. Anlässlich der Ausstellung Astrid Klein, Neonskulpturen in der Galerie Haas AG, Zürich, Texte von D. Zwirner, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln (Katalog), 2008, ISBN 978-3-86560-377-7.
  • Dorothea Zwirner: Astrid Klein - transcendental homeless centralnervous. Ausstellungskatalog / Deichtorhallen Hamburg, 24.03.2018-02.09.2018. König, Köln 2018, ISBN 978-3-96098-335-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Käthe-Kollwitz-Preis, Preisträger
  2. a b c d e f g Marie Hüllenkremer: Signale vom Ende der Welt. In: Wolf Uecker (Hrsg.): Art. Das Kunstmagazin. Nr. 3/1985. Gruner + Jahr, März 1985, ISSN 0173-2781, S. 74–81.
  3. a b c Tim Ackermann: Astrid Klein: Die Leitwölfin. In: Weltkunst. Nr. 144, 2018 (zeit.de [abgerufen am 12. Juni 2018]).
  4. Dorothea Zwirner: Astrid Klein : Schriftbilder 1977-2007. König, Köln 2008, ISBN 978-3-86560-377-7.
  5. Dorothea Zwirner: Astrid Klein - transcendental homeless centralnervous. König, Köln 2018, ISBN 978-3-96098-335-4.
  6. a b c Astrid Klein. In: Wolf Uecker (Hrsg.): Art. Das Kunstmagazin. Nr. 7/1986. Gruner + Jahr, Juli 1986, ISSN 0173-2781, ART-Lexikon zeitgenössischer Künstler.
  7. a b Die Welt als Entwurf – Der Entwurf als Welt. In: Volker Bechtloff (Hrsg.): Kunstforum International. Die aktuelle Zeitschrift für alle Bereiche der Bildenden Kunst. Band 84, Nr. Juni, Juli, August 86 (18. Juni – 15. September), 18. Juni 1986, ISSN 0177-3674, Kapitel 3b. Der Entwurf als Welt. Astrid Klein, S. 138 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]