Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

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Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
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Rechtsform: Stiftung des bürgerlichen Rechts
Zweck: Verwaltung des Krupp-Vermögens, Förderung gemeinnütziger Ziele in Wissenschaft und Forschung, Erziehungs- und Bildungswesen, Gesundheitswesen, Sport, Literatur, Musik und bildende Kunst
Vorsitz: Ursula Gather
Bestehen:
Stifter: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach
Sitz: Essen, Deutschland
Website: www.krupp-stiftung.de

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts und verwaltet das vormalige Familienvermögen und Erbe der Familie Krupp. Sie wurde von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach gegründet. Mit seinem Tod am 30. Juli 1967 ging sein gesamtes Vermögen auf die von ihm errichtete Stiftung über, die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1968 aufnahm. Berthold Beitz war Vorsitzender und geschäftsführendes Mitglied des Kuratoriums bis zu seinem Tode am 30. Juli 2013. Seit dem 1. Oktober 2013 ist es Ursula Gather.

Aktienanteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung ist der größte Einzeleigentümer eines Aktienpaketes der ThyssenKrupp AG und seit 2013 mit einem Anteil von 23,03 % am Grundkapital beteiligt. Da sie seit der Kapitalerhöhung 2013 keine Sperrminorität mehr besitzt, entsendet sie seitdem nur noch zwei statt zuvor drei Mandate in den Aufsichtsrat.[1]

Der Wert des Aktienpaketes beträgt etwa 1,1 Mrd. € (Dezember 2016), wobei der Aktienkurs der ThyssenKrupp AG in den letzten Jahren deutlich gefallen ist. Trotzdem ist der Wert insofern bedeutsam, als zur Fusion mit rund zwei Dritteln Thyssen und einem Drittel Krupp beigetragen hatte. Allein aus Dividendeneinnahmen der ThyssenKrupp-Aktien erhielt die Stiftung im Januar 2012 Zuflüsse von etwa 59 Mio. €. Im Jahr 2016 konnte sie Förderungen im Wert von rund 17 Mio. € bewilligen.[2]

Förderprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung konnte infolge Erbverzichts des letzten direkten Krupp-Angehörigen Arndt von Bohlen und Halbach gegründet werden. Sie hat gemeinnützige Ziele auf den Gebieten Kultur, Sport und Völkerverständigung wie:

  • die Aussöhnung und Verständigung mit dem europäischen Osten, insbesondere mit Russland
  • die Sportförderung und insbesondere Olympische Spiele (Olympisches Komitee)
  • Kunstausstellungen und überragende Musikveranstaltungen mit klassischer Musik in der Villa Hügel, welche sich im Eigentum der Stiftung befindet.
  • Stipendium Museumskuratoren für Fotografie seit 1999. Dotation: 30.000 €.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzende des Kuratoriums ist seit dem 1. Oktober 2013 Ursula Gather, Professorin für mathematische Statistik und industrielle Anwendungen an der Technischen Universität Dortmund und seit 2008 Rektorin der Technischen Universität Dortmund.[3] Ihr Vorgänger war Berthold Beitz, der die Stiftung 44 Jahre geleitet hatte: seit der Errichtung der Stiftung am 1. Januar 1968 bis zu seinem Tode am 30. Juli 2013. Die Nachfolge durch Ursula Gather wurde am 28. August 2013 durch die Stiftung bekanntgegeben.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftungsprofessuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975 finanziert die Stiftung sogenannte Stiftungsprofessuren an verschiedenen deutschen Universitäten. In der Regel beträgt die Dauer der finanziellen Übernahme von Sach- und Personalkosten fünf Jahre. So fördert die Stiftung zurzeit beispielsweise seit 2018 die Professuren für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart (19.–21. Jh.) mit Schwerpunkt Provenienzforschung/Geschichte des Sammelns sowie die Professur für Bürgerliches Recht, Kunst- und Kulturgutschutzrecht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.[4]

Wissenschaftspreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum Folkwang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. August 2006 gab die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung bekannt, dass sie den Neubau des Museum Folkwang mit 55 Mio. € unterstützen werde. Das Gebäude ist nach zwei Jahren Bauarbeiten zur Veranstaltung RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas fertiggestellt und am 28. Januar 2010 offiziell eröffnet worden.

Beiträge zur Völkerverständigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsch-amerikanische Beziehungen
  • Deutsch-polnische Verständigung
  • Deutsch-jüdische Verständigung
  • Studienprogramme in Ostasien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.wiwo.de/unternehmen/thyssen-krupp-cevian-manager-soll-in-aufsichtsrat-einziehen/11004942.html
  2. Zahlen - Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. In: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. (krupp-stiftung.de [abgerufen am 25. Juli 2017]).
  3. SPIEGEL Online - Beitz-Nachfolge: Rektorin der TU Dortmund wird Chefin der Krupp-Stiftung. Artikel vom 28. August 2013, abgerufen am 28. August 2013
  4. Tätigkeit: Wissenschaft. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, abgerufen am 1. April 2021.
  5. Homepage des Alfried Krupp-Schulmedienzentrums