Auensee (Leipzig)

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Auensee (Leipzig)
Auensee von Südosten
Auensee von Südosten
Geographische Lage Sachsen, Deutschland
Städte am Ufer Leipzig
Daten
Koordinaten 51° 22′ 8″ N, 12° 19′ 10″ OKoordinaten: 51° 22′ 8″ N, 12° 19′ 10″ O
Auensee (Leipzig) (Sachsen)
Auensee (Leipzig)
Fläche 12 haf5

Der Auensee ist ein ca. 12 Hektar großer See im Nordwesten der Stadt Leipzig, im Stadtteil Wahren. Der See ist Teil des Auenwaldes, welcher sich ringsum und durch Leipzig erstreckt.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auensee, Ostufer

1908 plante die Bank für Grundbesitz Leipzig südlich der Elster eine „große Wasseranlage“ mit einem Park für Vergnügungszwecke. Bei der Kies-Ausbaggerung für den Bau des Leipziger Hauptbahnhofs durch die Firma Willybald Hoffmann war eine geeignete Grube entstanden.

1913[1] wurde diese durch Einleitung des Hundewassers geflutet, wobei sie stark verschlammte. Anschließend erhielt sie den Namen „Auensee“.[2]

Der Auensee liegt zwischen der Weißen Elster und der Neuen Luppe, hat aber keine Zu- und Abflüsse mehr, sondern wird durch Grundwasser gespeist. Bis zu seiner Unterbrechung durch den Bau der Neuen Luppe speiste das Hundewasser den Auensee und verließ diesen auch wieder am nördlichen Ufer.[3]

Die mittlere Tiefe des Sees liegt bei 3 Metern, die tiefste Stelle beträgt 8 Meter. Der See besitzt vorwiegend Steilufer mit verschiedenen Laubbäumen (Weiden-, Birken- und Buchengewächse). Lediglich das Ost- und Nordostufer sind flach und ohne Baumbestand.

Der Pflanzenbewuchs umfasst verschiedene Sumpf- und Wasserpflanzen, vor allem Rohr- und Igelkolben, Laichkrautgewächse sowie Süß- und Sauergräser.

Die Wasserqualität des Auensees war ab Ende der 1970er Jahre bedenklich, so dass 1979 sogar ein Badeverbot wegen Salmonellengefahr verhängt werden musste[2], welches bis heute besteht. Sie hat sich in den letzten Jahren zwar wieder verbessert, der See ist aber als hypertroph einzuschätzen, sein Zustand instabil und die Sichttiefe liegt unter einem Meter.

Der See beherbergt Karpfen, Hechte, Zander, Aale und verschiedene Weißfische. Der See ist vom Deutschen Anglerverband gepachtet und wird vom Angelverein Leipzig-Gohlis e. V. gepflegt.

Anfang August 2008 gab es erneut ein großes Fischsterben. Der Grund dafür war ein Sauerstoffmangel, der durch die ständige Sonneneinstrahlung, fehlenden Regen und den niedrigen Luftdruck entstanden war. Außerdem kamen durch starken Wind sauerstoffarme Wasserschichten an die Wasseroberfläche. Vom Sterben waren zuerst die empfindlichen Zander, danach auch Hechte, Brachsen und bis zu 15 kg schwere Graskarpfen betroffen. Insgesamt wurden mehrere Tonnen Fischkadaver aus dem Wasser geholt. Nachdem das Fischsterben bekannt geworden war, wurden sofort Pumpen zur Verbesserung des Sauerstoffanteils installiert. Lebende Fische wurden abgefischt und in die Weiße Elster umgesiedelt, da man ein Totalaussterben befürchtete.[4]

Um die Qualität des Wassers langfristig zu verbessern, kommen ab Frühjahr 2012 für die nächsten zehn Jahre drei Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TIBEAN) zum Einsatz, mit deren Hilfe dem See Sauerstoff zugeführt werden soll.[5]

Attraktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunapark (1914)
Motorschiff „Weltfrieden“ auf dem Auensee (1965)
Parkeisenbahn

Im Jahre 1914 entstand hier ein Vergnügungspark, der Luna-Park. Dieser wurde 1931 zwangsversteigert. Von ihm blieb lediglich das Hauptrestaurant erhalten, welches 1936 in Haus Auensee umbenannt wurde. Es wird heute vor allem für Konzerte genutzt.

Rund um den Auensee führt eine Liliputbahn, die Leipziger Parkeisenbahn. Bereits 1914 wurde im Luna-Park eine Minibahn als Luna-Express eröffnet. 1951 erfolgte der Bau der Pioniereisenbahn, welche von 1990[2] bis heute noch als Parkeisenbahn besteht. Am See befindet sich ein Boots- und Fahrradverleih.

Nahe dem Auensee, von ihm nur durch die Gustav-Esche-Straße getrennt, befindet sich seit 1969 der Campingplatz Camping & Motel Auensee.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gewässerbeschreibung des Anglerverband Leipzig e.V. Auf: anglerverband-leipzig.de
  2. a b c Wahren - Eine historische und städtebauliche Studie - Pro Leipzig 1999
  3. Topographische Karte Sachsen 1:25000 (Messtischblätter), bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes, Leipzig: Giesecke & Devrient, Blatt 25 (1914 & 1940), Auf: deutschefotothek.de
  4. mephisto 97.6 (lokaler Radiosender der Universität Leipzig) am 8. August 2008: Fischsterben im Auensee 2008
  5. Annett Böhm, Günther Gießler, Mathias Orbeck: Neue Gewässertherapie für Leipzigs Auensee: Tiefenbelüfter kämpfen gegen Fischsterben an, 10. August 2011 auf LVZ-Online (abgerufen am 12. August 2011)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Puttkammer; Sacha Szabo: Gruß aus dem Luna-Park. Eine Archäologie des Vergnügens. Freizeit- und Vergnügungsparks Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. wvb Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86573-248-4
  • Uwe Langner: Phytoplanktonzusammensetzung und Bestimmung der Primärproduktion in einem flachen, eutrophen See. Auensee – Leipzig. Diplomarbeit Universität Leipzig, Leipzig 2003 (PDF-Version, 2,04 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]