August Wilhelm Dressler

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Grab Wilhelm Dressler

August Wilhelm Dressler (* 19. Dezember 1886 in Bettelgrün, Böhmen; † 8. Mai 1970 in Berlin) war ein deutscher Maler.

Als stilprägender Vertreter und Verfechter der Neuen Sachlichkeit hinterlässt August Wilhelm Dressler ein umfassendes Werk der Malerei und Grafik, das durch eine verinnerlichte Darstellungsweise in klassischer Maltradition besticht. Besondere Bedeutung haben seine zahlreichen Frauenporträts und Akte.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dressler absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Lithografen in Chemnitz. Ab 1907 studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei Robert Sterl, Raphael Wehle, Osmar Schindler und Richard Müller. Dressler schloss unter anderem Bekanntschaft mit Otto Dix und stellte in der Galerie Emil Richter aus. Er geriet in Konflikt mit seinem Lehrer Richard Müller und wurde exmatrikuliert. Dressler wechselte an die Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Kontakte zur Dresdner Sezession Gruppe 1919 blieben allerdings weiterhin bestehen.

Nach der Ausbildung in Leipzig zog Dressler als freischaffender Künstler nach Berlin und schloss sich dort der Novembergruppe an. 1924 wurde er Mitglied der Berliner Sezession. Zwischen 1925 und 1936 beteiligte sich Dressler an verschiedenen Ausstellungen bei der Novembergruppe, beim Deutschen Künstlerbund und in der Preußischen Akademie der Künste; unter anderem nahm er 1925 an der ersten Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in der Mannheimer Kunsthalle sowie 1929 im Stedelijk Museum in Amsterdam teil. 1928 veröffentlichte Dressler auch im kommunistischen Eulenspiegel.

In dieser Zeit erhielt Dressler seine ersten Preise für seine Kunstwerke, und zwar 1927 den Rom-Preis der „Preußischen Akademie der Künste“ sowie 1928 den Dürerpreis der Stadt Nürnberg. Zwischen 1930 und 1931 wurde ihm ein Stipendium in der Villa Massimo, Rom verliehen. Ab 1934 schließlich unterrichtete Dressler an der Staatsschule Berlin, aus der er jedoch 1938 als „Entarteter Künstler“ wieder ausgeschlossen wurde. Von 1956 bis 1957 hatte er einen Lehrauftrag an der „Meisterschule für Kunsthandwerk“ in Berlin.

Viele seiner Bilder gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Einen Teil seiner früheren Werke wiederholte Dressler nach 1945 anhand von Fotografien. Er war mit der Malerin Käthe Knorr-Dressler verheiratet.

Bestattet wurde er 1970 auf Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin. Es ist seit 1980 als Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1925 Neue Sachlichkeit, deutsche Malerei seit dem Expressionismus, 14. Juni – 13. September 1925, der Kunsthalle Mannheim
  • 1928 Sächsische Kunst unserer Zeit, Dresden
  • 1929 Neue Sachlichkeit, Stedelijk Museum Amsterdam
  • 1955 Große Retrospektive und Kunstpreis der Stadt Berlin
  • 1963 Sonderausstellung in der „Sudetendeutschen Galerie“, Museum Regensburg
  • 1967 Einzelausstellung in der Galerie Nierendorf, Berlin
  • 2006 Einzelausstellung in der Galerie Lehner, Wien
  • 2007 Einzelausstellung in der Galerie Nierendorf, Berlin
  • 2011/12 Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner, 1. Oktober 2011 – 8. Januar 2012, Kunsthalle im Lipsius-Bau, Dresden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birgit Dalbajewa (Hrsg.): August Wilhelm Dressler. In: Neue Sachlichkeit in Dresden. Sandstein Verlag, Dresden 2011, ISBN 978-3-942422-57-4, S. 201.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]