Bödelibahn

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Bödelibahn
Streckenlänge:8,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:150 m
Därligen–Bönigen
Strecke – geradeaus
Thunerseebahn von ThunSpiez
Bahnhof, Station
22,0 Därligen 562 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Därligen (125 m)
Bahnhof, Station
26,0 Interlaken 564 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Untere Aarebrücke Interlaken (76 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Obere Aarebrücke Interlaken (83 m)
Bahnhof, Station
28,0 Zollhaus heute Interlaken Ost 567 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Anschluss an die Brünigbahn nach MeiringenLuzern
Strecke – geradeaus
und BOB nach Grindelwald und Lauterbrunnen
   
29,1 Werkstätte Bönigen 567 m ü. M.
   
29,6 Lütschinenbrücke
   
Brücke über die Lütschine
   
30,2 Bönigen

Die Bödelibahn (BB) ist eine ehemalige 8.4 Kilometer lange normalspurige Eisenbahn in der Schweiz. Sie verband den Thunersee über Interlaken und dem sogenannten Bödeli mit dem Brienzersee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Thuner- und Brienzersee verkehrten die Dampfschiffe und brachten die Touristen ins Berner Oberland und speziell nach Interlaken, dem Ausgangspunkt für Entdeckungen und Ausflüge im Jungfraugebiet. Da kein schiffbarer Weg zwischen den beiden See bestand und der Seekanal vom Thunersee nach Interlaken noch nicht bestand, suchte man einen Weg, die Gäste und Einheimischen ab den Schiffsstationen Därligen am Thunersee und Bönigen am Brienzersee in den Kurort zu führen.

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war geplant, eine normalspurige Brünigbahn von Bern durchs Gürbetal nach Thun, dann am Südufer des Thunersee entlang nach Interlaken und weiter am Brienzersee entlang nach Brienz und in die Innerschweiz zu bauen.

Am 28. Dezember 1870 erhielt die Bahn als erste Sektion vom Kanton Bern die Konzession für den Betrieb einer Bahn von Därligen nach Bönigen. [1]

Unter der Leitung des bedeutenden russischen Eisenbahnpioniers Leopold Blotnitzki (1817–1879), ehemaliger Oberingenieur der Schweizerischen Centralbahn (SCB), konnte der erste Abschnitt von Därligen nach Interlaken am 12. August 1872 und der zweite Abschnitt von Interlaken nach Bönigen am 1. Juli 1874 eröffnet werden. Um einen konkurrierenden Kanalbau zwischen Thuner- und Brienzersee zu verhindern, plante man die zweimalige Überquerung der Aare in den Bau mit ein.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bödelibahn mit Lok "Föhn" und Doppelstockwagen

Die etwas mehr als 8 Kilometer lange Strecke besass neben den Endstationen zwei Zwischenstationen, die Station Interlaken, heute Interlaken West, und die Station Zollhaus, heute Interlaken Ost. Die Bahn besass zweiachsige Dampflokomotiven, von welchen die Nummer 3 Zephir von 1874 noch überlebt hat. Die Züge verkehrten hauptsächlich im Sommer und beachtenswert waren die zweistöckigen Wagen mit offenem Oberdeck. Um den Übergang von Wagen anderer Bahnen zu ermöglichen, betrieb die Bahn bis zum Jahr 1893 zusätzlich zwei Trajektdampfer auf dem Thunersee. Die von Escher Wyss AG erbaute Schraubendampfer BB I und kurz darauf der BB II konnten auf einem Gleis pro Fahrt vier bis fünf Güterwagen befördern und die 18 Kilometer lange Strecke von Scherzligen bei Thun nach Därligen wurde in einer Stunde und 40 Minuten zurückgelegt.

Die Bahn war bis am 1. September 1876 selbständig und wurde darauf bis am 31. Dezember 1888 durch die Chemins de fer du Jura bernois verwaltet und ging darauf an einen Einzelunternehmer. Zwanzig Jahre lang verkehrte die Bödelibahn abseits jeglicher anderer Eisenbahnstrecken auf dem Lütschinendelta. Auf den 1. Juli 1893, dem Zeitpunkt der Betriebseröffnung der Thunerseebahn wurde der Abschnitt Därligen–Interlaken (Ost) an die Thunerseebahn verpachtet und der Abschnitt Interlaken (Ost)-Bönigen wurde wieder selber und ab 1. März 1895 von der Jura-Simplon-Bahn (JS) verwaltet.

Auf den 1. Januar 1900 verkaufte die BB das gesamte Eigentum der Thunerseebahn. Diese Gesellschaft fusionierte im Jahr 1913 mit der BLS, die die Strecke Därligen–Interlaken Ost als Teil der Verbindung Spiez–Interlaken bis heute betreibt.

Nach der Verlängerung der Brünigbahn bis Interlaken verlor die Strecke Interlaken Ost-Bönigen stark an Bedeutung, so dass schliesslich im Jahr 1969 der Personenverkehr eingestellt wurde. Im gleichen Jahr folgte der Abbau des Streckenabschnitts von der Betriebswerkstätte der BLS in Höhe der Station Lütschinenbrücke bis zum Schiffsanleger in Bönigen. Der Abschnitt von Interlaken Ost zur Betriebswerkstätte besteht als Industriegeleise bis heute.

Rollmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E 2/2 1 Bise, abgebrochen
  • E 2/2 2 Föhn, abgebrochen
  • E 2/2 3 Zephir, betriebsfähig erhalten

Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interlaken Ost–Bönigen. eingestellte-bahnen.ch. Abgerufen am 2. Juni 2012.