Bahnstrecke Cottbus–Guben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cottbus–Guben
Strecke der Bahnstrecke Cottbus–Guben
Streckennummer (DB): 6345
6220 (Neutrassierung)
Kursbuchstrecke (DB): 211
Streckenlänge: 37,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: Cottbus–Peitz Ost: 140 km/h
Peitz Ost–Guben: 120 km/h
Zweigleisigkeit: Cottbus–Guben
BSicon STR.svgBSicon .svg
von Halle (Saale) Hbf
BSicon ABZg+l.svgBSicon .svg
von Berlin Görlitzer Bf
BSicon ABZg+r.svgBSicon .svg
von Großenhain Cottb Bf
BSicon BHF.svgBSicon .svg
174,000 Cottbus
BSicon ABZgr.svgBSicon .svg
nach Żary und nach Görlitz
BSicon WBRÜCKE1.svgBSicon .svg
Spree
BSicon HST.svgBSicon .svg
176,047 Cottbus-Sandow
BSicon KMW.svgBSicon .svg
176,700
0,000
(Beginn Strecke 6220)
BSicon xABZgl.svgBSicon STR+r.svg
(Neutrassierung 2002)
BSicon exSBRÜCKE.svgBSicon SBRÜCKE.svg
Bundesstraße 168
BSicon exSTR.svgBSicon HST.svg
1,191 Cottbus-Merzdorf
BSicon exSTR.svgBSicon DST.svg
1,310 Sandow
BSicon exBHF.svgBSicon STR.svg
179,000 Merzdorf (b Cottbus)
BSicon exSTR.svgBSicon eABZgl.svg
nach Frankfurt (Oder)
BSicon exHST.svgBSicon STR.svg
183,900 Neuendorf (Niederlausitz)
BSicon exSTR.svgBSicon HST.svg
6,685 Cottbus-Willmersdorf Nord
BSicon exSTR.svgBSicon HST.svg
9,411 Teichland
BSicon xABZg+l.svgBSicon STRr.svg
BSicon KMW.svgBSicon .svg
11,371
186,680
(Ende Strecke 6220)
BSicon BHF.svgBSicon .svg
188,144 Peitz Ost
BSicon WBRÜCKE2.svgBSicon .svg
Hammergraben
BSicon WBRÜCKE2.svgBSicon .svg
Malxe
BSicon eABZg+l.svgBSicon .svg
von Abzw Preilack
BSicon BHF.svgBSicon .svg
192,644 Jänschwalde
BSicon HST.svgBSicon .svg
195,715 Jänschwalde Ost
BSicon eDST.svgBSicon .svg
197,800 Grabko
BSicon BHF.svgBSicon .svg
202,621 Kerkwitz
BSicon SBRÜCKE.svgBSicon .svg
Bundesstraße 112
BSicon eABZg+r.svgBSicon .svg
von Forst
BSicon DST.svgBSicon .svg
208,980 Guben Süd
BSicon eKRZo.svgBSicon .svg
Wrocław–Berlin
BSicon eABZg+l.svgBSicon .svg
von Wrocław
BSicon BHF.svgBSicon .svg
211,047 Guben (Inselbahnhof)
BSicon ABZgr.svgBSicon .svg
nach Zbąszynek
BSicon STR.svgBSicon .svg
nach Berlin

Die Bahnstrecke Cottbus–Guben ist eine zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn im Südosten des Landes Brandenburg. Sie verbindet die kreisfreie Stadt Cottbus mit der deutsch-polnischen Grenzstadt Guben an der Lausitzer Neiße. Die Verbindung wird im Personenverkehr stündlich von der Regional-Express-Linie RE 11, die Cottbus und Guben darüber hinaus mit Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) verbindet. Teile der Strecke mussten ab 2002 im Raum Cottbus zugunsten des Braunkohletagebaus Cottbus-Nord verlegt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahn wurde als erster Streckenabschnitt der Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn-Gesellschaft (HSGE) am 1. September 1871 dem Verkehr übergeben. Mit der bereits ein Jahr zuvor fertiggestellten Strecke Guben–Bentschen gab es so eine Direktverbindung zwischen Posen und Cottbus. Mit dem Ausbau des Netzes der HSGE in Richtung Westen entstand auch ein direkter Schienenweg bis nach Halle (Saale) und Leipzig. Da die Bahn zusammen mit den angrenzenden Strecken eine erste südliche Umgehung des Eisenbahnknotens Berlin darstellte, erfolgte noch vor Ende des 19. Jahrhunderts ihr zweigleisiger Ausbau. Neben der Nahverkehrsverbindung zwischen Cottbus, Guben und Bentschen verkehrten zusätzlich auch Schnellzüge zwischen Frankfurt (Main) und Eydtkuhnen an der deutsch-russischen Grenze. Später verkehrten im Fernverkehr je ein Schnellzugpaar zwischen Leipzig und Königsberg sowie zwischen Halle und Allenstein.

Nach 1945 wurde die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze festgeschrieben und der durchgehende Verkehr in Guben unterbrochen. Neue Bedeutung sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr bekam die Strecke jedoch mit dem Aufbau von Guben und vor allem Eisenhüttenstadt als neue Industriezentren. Das zweite Gleis, das nach dem Krieg als sowjetische Reparationsleistung abgebaut worden war, wurde zwischen 1948 und 1957 wiedererrichtet.

Im Personenverkehr wurden die meisten Züge zwischen Cottbus und Guben weiter nach Frankfurt (Oder) durchgebunden. In den 1980er Jahren verkehrten beispielsweise mehrere Eilzüge zwischen Frankfurt (Oder) beziehungsweise Angermünde und Dresden sowie ein Interzonenzug von Frankfurt (Oder) nach Frankfurt (Main). Im Sommer kam auch ein Schnellzug nach Stralsund hinzu.

Die gesamte Strecke wurde am 15. Dezember 1990 für den elektrischen Betrieb freigegeben.

Am 18. September 2002 wurde der Abschnitt zwischen Cottbus und Peitz Ost stillgelegt, da die Strecke hier dem Tagebau Cottbus-Nord weichen musste. Die Strecke erhielt daher eine neue Trasse, die nordwestlich des Tagebaus vorbeiführt und dabei Teile der im Jahr 2000 stillgelegten Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder) mitnutzt. Die Umleitungsstrecke wurde am 18. August 2002 dem Verkehr übergeben. Da zunächst nur ein Gleis fertiggestellt wurde, nahmen einige Züge noch bis zum 7. Oktober 2002 den Weg über die alte Trasse.[1]

Die mittlerweile abgesagte Erweiterung des Tagebaus Jänschwalde hätte die Bahnstrecke zwischen den Betriebsstellen Jänschwalde Ost und Güben Süd durchschnitten und daher eine weitere Streckenteilverlegung erfordert.

Die Haltepunkte Cottbus-Merzdorf, Cottbus-Wilmersdorf Nord. Jänschwalde Ost und Teichland sind gemäß einem Zeitungsbericht von 2014 von der Stilllegung bedroht.[2] Dies sind die Hälfte der momentan noch betriebenen Zwischenhalte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bahn weicht der Kohle aus. In: punkt 3, 2002/15. 8. August 2002, S. 4, abgerufen am 10. Januar 2015.
  2. Bericht der Märkischen Allgemeinen vom 2. Juli 2014, abgerufen am 29. November 2015