Jänschwalde

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Jänschwalde führt kein Wappen
Jänschwalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jänschwalde hervorgehoben
Koordinaten: 51° 52′ N, 14° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Peitz
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 82,37 km²
Einwohner: 1535 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 03197,
03172 (Grießen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 035607, außer OT Grießen: 035696Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 193
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 6
03185 Peitz
Bürgermeister: Helmut Badtke
Lage der Gemeinde Jänschwalde im Landkreis Spree-Neiße
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Jänschwalde, niedersorbisch Janšojce, ist eine offiziell zweisprachige Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg im Osten Deutschlands. Sie ist amtsangehörige Gemeinde des Amtes Peitz. Bekannt ist Jänschwalde durch den gleichnamigen Braunkohletagebau sowie das nahegelegene Kraftwerk Jänschwalde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zur Niederlausitz. Die nächste Kleinstadt ist Peitz, Cottbus ist 25 Kilometer entfernt. Einen größeren Teil der Gemeindefläche nimmt der Braunkohletagebau Jänschwalde ein, der im Osten bis zur Neiße und damit an die Grenze zu Polen reicht. Die Südgrenze des Ortes bildet die Malxe.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Ortsteilen (mit zugehörigen Wohnplätzen)[3]:

  • Jänschwalde-Dorf / (niedersorbisch) Janšojce-Wjas
    • Kolonie / Pipanojce
    • Friedrichshof / Frisof
  • Jänschwalde-Ost / Janšojce-Jutšo
  • Drewitz / Drjejce
    • Kleinsee / Małe jazorko
  • Grießen / Grěšna

Weiterhin gehört die Gemarkung des devastierten Dorfes Horno / Rogow zum Gemeindegebiet.[4]

Jänschwalde-Dorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist vom Ortsteil Kolonie durch den kleinen Bach Puschanitza getrennt, wobei rechtlich gesehen beide Teile einen zusammenhängenden Ortsteil darstellen.

In unmittelbarer Nähe zur 1806 bis 1807 erbauten Kirche befinden sich eine Gaststätte und die „Jugendbude“ als Angebot für die jungen Leute im Dorf sowie auch einige Geschäfte. Der freistehende, niedrige Glockenturm beherbergt drei Glocken aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im deutsch-wendischen Museum direkt neben der Kirche, das im ehemaligen Schulgebäude und in der Pfarrscheune eingerichtet wurde, kann man sich über die Vergangenheit des Ortes auf unterhaltsame Weise informieren. Das Leben der Kirchengemeinde hat ein weiteres Zentrum im unweit gelegenen Pfarrhaus, das allen Altersgruppen offensteht.

Kolonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der sogenannten Kolonie findet man den Friedhof und die Agrargenossenschaft. Im Zentrum der Kolonie befand sich das Restaurant Brauhaus Zur Linde.

Jänschwalde-Ost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Kilometer weiter durch den Wald befindet sich Jänschwalde-Ost, das ab 1952 als Wohnsiedlung für Berufssoldaten des nahe gelegenen Militärflugplatzes errichtet wurde. Für diesen Flugplatz und die dazugehörige Kaserne endete die militärische Nutzung jedoch bereits am 31. Dezember 1995 mit der Übergabe der Liegenschaften von der Bundeswehr an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.[5]

Hier gibt es vorwiegend Neubauten sowie eine Grundschule und einen Kindergarten. Die Krabat-Grundschule im Ort bietet Witaj an. Des Weiteren dient das Ländliche Sozio-kulturelle Zentrum als Treffpunkt zur Freizeitgestaltung für Jung und Alt mit Bastelnachmittagen, einer Bibliothek und Sportangeboten wie beispielsweise Judo.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jänschwalde soll bereits im 13. Jahrhundert durch wendische Siedler entstanden sein.[6] Der sorbische Name für den Ort – Janšojce – bedeutet auf Deutsch das dem Jan, Jansch oder Jänsch Gehörende, womit vermutlich eine im Malxebruch gelegene Siedlung unter Leitung eines Jänsch bezeichnet war. Im Jahre 1346 wurde Jänschwalde – geschrieben Genschwalde – in der sogenannten Meißener Matrikel als Kirchdorf erwähnt, das an das Bistum drei Groschen Kirchensteuer zu zahlen hatte. Der Ort entstand auf einer flachen Talsandinsel im Sumpfgebiet der Malxeniederung. Die Häuser waren auf großen Findlingen ruhende Blockhäuser mit Schilfdach.

Die Stadt Peitz erhielt im Jahre 1357 das Straßenprivileg für die Durchquerung des Malxebruches und eine Zollstelle. Mit Amt und Domäne war die Stadt so für 11 Dörfer und auch für Jänschwalde zuständig. 1544 nennt das Peitzer Amtsbuch den gesamten Bruchwald zwischen Jänschwalde, Tauer und Peitz „Jänschwaldischen Wald“. Nach der Entwässerung und Abholzung des Malxebruchs im 17. und 18. Jahrhundert entstand eine große landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Die Wiesen und Äcker ermöglichten gute Erträge. Im 18. Jahrhundert erfolgte hier die Ansiedlung von Kolonisten aus Sachsen nahe dem damals einsprachig sorbischen Jänschwalde. Der neu entstandene Ortsteil in der Nähe der Schäferei wurde als „Kolonie“ bezeichnet. Die hier wohnende Bevölkerung war als Handwerker tätig oder verdiente sich ihren Unterhalt als Waldarbeiter und Tagelöhner.

Die heutige turmlose Kirche entstand 1806, das Pfarrgehöft mit der Pfarrscheune Mitte des 19. Jahrhunderts. Wirtschaftlicher Aufschwung kam mit der verkehrstechnischen Anbindung des Ortes an die Bahnstrecke Cottbus–Guben der Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn-Gesellschaft im Jahre 1871. Der Bau der Bahnlinie sowie die Arbeit als Bahnpersonal brachten für viele Einwohner Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten. Die Urbarmachung der Gebiete, die Wiesen und Ackerflächen versorgten die Menschen, obwohl Hochwasser wie im August 1897, 1926/27, 1930 und 1958 Missernten und hohe Verluste bedeuteten. Mit der weiteren Entwicklung der Landwirtschaft, der zunehmenden Viehhaltung und der fortschreitenden Mechanisierung verbesserten sich auch die Lebensbedingungen der Menschen.

Nach 1945 ist zu den bereits bestehenden Ortsteilen ein dritter hinzugekommen – Jänschwalde-Ost. Hier fanden ca. 2000 Menschen ein neues Zuhause, überwiegend wohnten hier Berufssoldaten und Angestellte der Nationalen Volksarmee, die hier einen Militärflugplatz betrieb, mit ihren Familien.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1998 wurde Horno eingemeindet,[7] das 2004 infolge des angrenzenden Braunkohletagebaus devastiert wurde. Drewitz und Grießen wurden am 26. Oktober 2003 eingegliedert.[8]

Entwicklung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1346: Genschwalde
  • 1484: Gentzwalde
  • 1554: Jenischwalde und Jenßwalde
  • 1775: Genschwalde
  • 1784: Jaenischwalde

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 743
1890 812
1910 853
1925 866
1933 854
1939 853
1946 1 282
1950 1 204
1964 1 904
1971 1 910
Jahr Einwohner
1981 2 137
1985 2 005
1989 2 539
1990 2 400
1991 2 313
1992 2 331
1993 2 355
1994 2 277
1995 2 198
1996 2 113
Jahr Einwohner
1997 1 995
1998 2 202
1999 2 081
2000 2 069
2001 1 957
2002 1 797
2003 2 222
2004 2 109
2005 2 019
2006 1 963
Jahr Einwohner
2007 1 884
2008 1 828
2009 1 776
2010 1 751
2011 1 638
2012 1 585
2013 1 570
2014 1 559

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[9][10], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Jänschwalde besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 ergab sich bei einer Wahlbeteiligung von 61,5 % folgendes Ergebnis für die Zusammensetzung der Gemeindevertretung:[11]

Partei /Wahlbewerber Stimmenanteil Sitze
Listenvereinigung Wir für die Gemeinde 21,7 % 3
Wählergruppe Zukunft Gemeinde Jänschwalde 21,7 % 3
Die Linke 12,5 % 2
Bürgerbündnis der Grundbesitzer der Gemeinde Grießen 12,0 % 1
Domowina 11,3 % 1
Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt 09,0 % 1
Einzelbewerber Helmut Badtke 07,9 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Badtke wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 67,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]

Ortspartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Iłowa (bis 1945 Halbau) im polnischen Teil der Oberlausitz besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkraftwerk Grießen

In der Liste der Baudenkmale in Jänschwalde und in der Liste der Bodendenkmale in Jänschwalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Kulturleben des Ortes spielen die Jänschwalder Blasmusikanten eine wichtige Rolle. Die 2001 aus der 1972 gegründeten Feuerwehrkapelle Jänschwalde hervorgegange Musikformation ist inzwischen auch überregional bekannt. Der Verein WIR für Jänschwalde e.V. veranstaltet seit 2000 regelmäßig das Jänschwalder Blasmusikfest, welches hunderte Besucher alle 2 Jahre (ungerade Jahreszahl) nach Jänschwalde lockt.

Sorbisches Traditionsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ortsverein der Domowina und die Dorfjugend, welche sich als Jugendinitiative organisiert hat, führt jedes Jahr sorbische Brauchtumsveranstaltungen durch. Dazu gehören die sorbische Fastnacht (Zapust), das Osterfeuer und das sorbische Hahnrupfen (Kokot). Diese Festivitäten sind eng an die wendische Geschichte des Dorfes gebunden. Des Weiteren wird jährlich zum 1. Mai ein Maibaum aufgestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortslage Kolonie befand sich die im Jahr 2000 gebaute Privatbrauerei Brauhaus Zur Linde. Sie produzierte 12.000 Liter Bier im Jahr und das wurde größtenteils in der dazugehörigen Gaststube ausgeschenkt, aber auch in Fässern verkauft.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jänschwalde liegt an der Landesstraße L 502 zwischen Tauer und der Bundesstraße 97.

Jänschwalde-Dorf und Jänschwalde Ost sind Haltepunkte der Regionalbahnlinie RB 11 an der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Cottbus.

Im Ortsteil Drewitz befindet sich der Flugplatz Cottbus-Drewitz.

Kraftwerk Jänschwalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Teichland befindet sich mit dem Kraftwerk Jänschwalde das drittgrößte Braunkohlekraftwerk Deutschlands.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amt Jänschwalde – für die deutsch-sorbischen Gemeinden Drewitz, Grießen, Horno und Jänschwalde im Landkreis Spree-Neiße. 1997, Herausgeber: Amt Jänschwalde
  • Ortschronik von Jänschwalde
  • Rudolf Lehmann: Geschichte des Wendentums in der Niederlausitz. Beltz, Langensalza/Berlin/Leipzig 1930.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jänschwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Bundesamt für Naturschutz: Lage von Jänschwalde gem. Geodienste. Schutzgebiete in Deutschland. Abgerufen am 5. Mai 2013.
  3. Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg; abgerufen am 29.Dezember 2015
  4. Brandenburg-Viewer; abgerufen am 29.Dezember 2015
  5. Interessantes aus der Geschichte des Ortsteils Jänschwalde-Ost / Janšojce-Juitso. In: www.peitz.de. Amt Peitz, abgerufen am 21. Juni 2013.
  6. R. Lehmann: Geschichte des Wendentums in der Niederlausitz
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 18–21
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  12. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Daniel Preikschat: Bier braucht Heimat. In: lr-online.de. Lausitzer Rundschau, 8. Juni 2006, abgerufen am 22. Mai 2013.