Bahnstrecke Saragossa–Canfranc

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Saragossa–Canfranc
Streckenlänge:187,7 km
Spurweite:1668 mm (Iberische Spur)
Stromsystem:Saragossa–Tardienta 3 kV =
Stromsystem:Tardienta–Huesca 25 kV / 50 Hz ~
Maximale Neigung: 20 
Minimaler Radius:200 m
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0,0 Saragossa
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4,96 Miraflores
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nach Reus
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16,33 San Juan de Mozarrifar
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21,53 Villanueva de Gállego
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34,79 Zuera
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Umgehungsstrecke nach Turuñana
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52,62 Almudévar
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62,02 Tardienta
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nach Lleida
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74,56 Vicien
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83,51 Huesca
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Umgehungsstrecke von Zuera
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110,96 Turuñana
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118,47 Ayerbe
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125,21 Riglos Concilio
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128,51 Riglos Apeadero
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137,11 Santa María y la Peña
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142,89 Anzánigo
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156,05 Caldearenas-Aquilué
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167,02 Orna de Gállego
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177,80 Sabiñánigo
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187,40 Navasa
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193,73 Jaca
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199,45 Castiello Pueblo
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202,41 Castiello
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211,14 Villanúa
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218,39 Canfranc 1190m
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Spanien/Frankreich
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nach Pau

Die Bahnstrecke Saragossa–Canfranc ist eine 1928 eröffnete breitspurige Bahnstrecke in Nordspanien von der aragonesischen Hauptstadt Saragossa über Huesca und Jaca nach Canfranc in den Pyrenäen. Ursprünglich bildete sie zusammen mit der französischen Bahnstrecke Pau–Canfranc eine Verbindung über die Pyrenäen, auf der allerdings wegen der unterschiedlichen Spurweiten keine durchgehenden Züge verkehrten. Nach einem Unfall mit einem Güterzug, der auf der französischen Seite eine Brücke zerstörte, ist die internationale Verbindung seit dem Jahr 1970 unterbrochen, so dass nun nur noch Regionalzüge bis Canfranc verkehren. Die Strecke ist zwischen Saragossa und Tardienta mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert. Zwischen Tardienta und Huesca verläuft sie über mehr als 20 km auf einem Dreischienengleis gemeinsam mit der elektrifizierten normalspurigen Schnellfahrstrecke Saragossa–Huesca, wobei Breitspurfahrzeuge dort aber nicht elektrisch verkehren können. Der Streckenabschnitt zwischen Huesca und Canfranc ist nicht elektrifiziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnet wurde die Strecke im Jahre 1928. 1929 folgte die Abkürzungsstrecke zwischen Zuera und Turuñana, welche die Fahrzeit von Zügen, die nicht über Huesca verkehren, erheblich verringern sollte.

Der Spanische Bürgerkrieg und anfangs auch der Zweite Weltkrieg führten zwischenzeitlich zu Einschränkungen im Bahnverkehr auf der Strecke. Im weiteren Kriegsverlauf wurden aber nicht unerhebliche Lieferungen von Spanien an das Deutsche Reich über die Strecke Saragossa–Pau abgewickelt.

Der durch einen entgleisten Güterzug auf der französischen Strecke zwischen Canfranc und Bedous verursachte Einsturz einer Brücke unterbrach 1970 den internationalen Zugverkehr, der zu dieser Zeit ohnehin nur noch gering war. Seitdem verkehren auf spanischer Seite noch Regionalzüge bis Canfranc. Auch die Verbindungslinie Zuera–Turuñana wird seitdem nicht mehr genutzt und ist inzwischen nicht mehr befahrbar.[1]

Spanische Regionalzüge im Bahnhof von Canfranc

Planungen für einer Wiederaufnahme der Bahnverbindung nach Frankreich gab es immer wieder. Auf französischer Seite wird die Strecke zwischen Pau und Oloron-Sainte-Marie mittlerweile wieder befahren, der nächste Abschnitt von Oloron-Sainte-Marie bis Bedous wurde bis 2016 instand gesetzt. Es gibt allerdings derzeit keine konkreten Planungen für eine erneute Inbetriebnahme des dann noch fehlenden, teilweise abgebauten Streckenabschnitts zwischen Bedous und Canfranc.

Im Jahr 2003 wurde die Schnellfahrstrecke Saragossa–Huesca eröffnet. Diese verläuft von Saragossa bis Tardienta auf einem im Wesentlichen parallel zum bestehenden Breitspurgleis verlegten Normalspurgleis. Auf dem anschließenden Abschnitt von Tardienta bis Huesca wurde ein Dreischienengleis verlegt, auf dem sowohl Normalspurfahrzeuge (elektrisch mit 25 kV / 50 Hz Wechselstrom) als auch Breitspurfahrzeuge (nur in Dieseltraktion) verkehren können. Im Bahnhof Huesca gibt es seitdem zwei Normalspurgleise und vier Breitspurgleise. Von letzteren verfügt aber nur eines über einen Bahnsteig. Im Bahnhofsvorfeld wurde eine Spurwechselanlage eingerichtet, auf der entsprechend ausgerüstete Züge von Breitspur auf Normalspur (und umgekehrt) umgespurt werden können.[2]

Bis zum Jahr 2007 mussten Züge, die von Saragossa nach Canfranc fuhren und im Kopfbahnhof von Huesca hielten, nach dem Halt ein Stück zurücksetzen, um danach die Abzweigung in Richtung Canfranc zu befahren. Ein entsprechendes Verfahren war in der Gegenrichtung erforderlich. 2007 wurde eine neue Umgehungsstrecke südlich von Huesca eröffnet. Seitdem wechseln die über Huesca verkehrenden Züge in Huesca die Fahrtrichtung.[2] Züge, die die Umgehungsstrecke ohne den Umweg über Huesca befahren, können ohne Fahrtrichtungswechsel verkehren.

Wichtige Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Viadukt von San Juan

Imposantestes Bauwerk ist der Bahnhof Canfranc, der als Umstiegsbahnhof (Wechsel von Normalspur auf die Iberische Breitspur) und Warenumschlagspunkt äußerst üppig dimensioniert wurde und ein Hauptgebäude von 250 m Länge mit 27 Gleisen aufweist.

Außerdem bedeutend ist das Viadukt von San Juan mit seinen 28 Bögen und etwa 357 m Länge.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diplomarbeit an der Universität Bern zur Reaktivierung der Verbindung Pau–Canfranc
  2. a b Artikel über den Bahnhof Huesca in der spanischen Eisenbahnzeitschrift Vía Libre, Nr. 530 vom 14. Mai 2009 (Memento vom 7. Januar 2012 auf WebCite) (spanisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]