Teruel

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Gemeinde Teruel
Teruel – Stadtansicht
Teruel – Stadtansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Teruel
Teruel (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: AragonienAragonien Aragonien
Provinz: Teruel
Comarca: Comunidad de Teruel
Koordinaten 40° 21′ N, 1° 6′ WKoordinaten: 40° 21′ N, 1° 6′ W
Höhe: 915 msnm
Fläche: 440,41 km²
Einwohner: 35.484 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 80,57 Einw./km²
Gründung: 1171
Postleitzahl: 44001
Gemeindenummer (INE): 44216 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Teruel

Teruel hat 35.484 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der autonomen Region Aragonien im östlichen Zentrum von Spanien. Das einzigartige Ensemble der Mudéjar-Architektur in Teruel wurde im Jahre 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die Stadt liegt am Camino del Cid.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teruel liegt am Zusammenfluss des Río Guadalaviar und des Río Alfambra; danach heißt der Fluss Turia. Die Stadt liegt in ca. 915 bis 930 m Höhe und ist gut 300 km (Fahrtstrecke) in östlicher Richtung von Madrid entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 415 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 9.509 10.797 18.745 30.491 35.484[3]

Die Mechanisierung der Landwirtschaft sowie die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der daraus resultierende Verlust an Arbeitsplätzen haben seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer Landflucht und zu einem deutlichen Bevölkerungswachstum der Stadt geführt. In den 1970er Jahren wurden überdies mehrere Orte im Umland (Aldehuela, Campillo, Castralvo, Caudé, Tortajada, Valdecebros und Villalba Baja) eingemeindet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teruel war und ist das merkantile, handwerkliche und dienstleistungsmäßige Zentrum einer Vielzahl von vorrangig landwirtschaftlich orientierten Dörfern und Gemeinden im Umland. Früher spielten auch der Abbau von Kohle und Tonerden eine gewisse Rolle; in der Umgebung gibt es mehrere Kraftwerke. Der Tourismus spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Teruel ist seit den Zeiten der Iberer besiedelt und wurde später von den Römern besetzt; aus dieser Zeit sind die Ortsnamen Turba und Turboleta überliefert. Von den Westgoten sind keine Spuren erhalten. Im 8. Jahrhundert drangen die arabisch-maurischen Heere bis weit in den Norden der Iberischen Halbinsel vor. Wahrscheinlich unter König Alfonso II. wurde die Region im Jahr 1171 christlich. Für seine Teilnahme an mehreren Kriegen zwischen den Königreichen Kastilien und Aragón erhielt Teruel im Jahr 1347 die Stadtrechte.[4]

Während des Spanischen Bürgerkrieges, in dem auch Teruel heftig umkämpft war (Schlacht von Teruel), traten u. a. aus Barcelona herangeführte Internationale Brigaden in die Kämpfe ein. Die Stadt wechselte mehrfach den Besitzer, wodurch sie praktisch vollständig zerstört wurde, bis General José Enrique Varela sie vom Río Alfambra aus eroberte. In der Schlacht von Teruel wurde das deutsche Junkers-Ju-87-Sturzkampfflugzeug erstmals eingesetzt. Nach der endgültigen Eroberung am 22. Februar 1938 durch Francos Truppen nutzte die Legion Condor auch kurzfristig den nördlich in Caudé gelegenen Flugplatz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teruel – Mudéjar-Turm der Kirche San Martín

Neben den Mudéjar-Bauwerken, zu denen die Kathedrale Santa Maria und die Türme El Salvador, San Martín und San Pedro zählen, gehört auch das Mausoleum Los amantes de Teruel, das paläontologische Zentrum Dinópolis mit einer vielfältigen Fauna zu den touristischen Attraktionen.

Am 7. Juli wird jährlich Teruels Patronatsfest mit charakteristischer Musik (Charanges), nächtlichen Tänzen und Stieren, die durch das Stadtzentrum getrieben werden, gefeiert. Teruel ist für seinen luftgetrockneten Schinken, seinen jamón serrano, berühmt.

In der Nähe von Teruel befindet sich ein Großkraftwerk, dessen Kamin zu den höchsten Bauwerken in Europa gehört.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teruel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Teruel – Klimatabellen
  3. Teruel – Bevölkerungsentwicklung
  4. Teruel – Geschichte