Basic AG

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Basic Aktiengesellschaft Lebensmittelhandel

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1997
Sitz München, Deutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 873 (Konzern, 2019)[2]
Umsatz 142 Mio. Euro (Konzern, 2019)[2]
Branche Biolebensmittelbranche
Website basicbio.de
Stand: 9. August 2021
Innenansicht einer Basic-Filiale

Die Basic Aktiengesellschaft Lebensmittelhandel (kurz: Basic AG; Eigenschreibweise: basic) ist eine deutsche Handelskette von Bio-Supermärkten mit Sitz in München, die 1997 gegründet wurde und ausschließlich Produkte von Marken verkauft, die nach EU-Recht als Biomarken zertifiziert sind.

Unternehmensprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basic ist eine der großen deutschen Ketten von Bio-Supermärkten, deren Konzept der Verkauf biologischer Produkte auf großen Verkaufsflächen ist. Dadurch sollen diese Produkte zu niedrigeren Kosten als in kleineren Bioläden verkauft werden. Die EG-Öko-Verordnung ist die Grundlage der Produktqualität, zusätzlich ist von Anbauverbänden zertifizierte Ware im Angebot. Gemessen an der Anzahl der Filialen gilt das Unternehmen als fünftgrößte Bio-Supermarkt-Kette in Deutschland hinter Denn’s, Alnatura, Bio Company und ebl-naturkost (Stand 2021).[3][4][5][6]

Im Frühjahr 2021 betrieb der Basic-Konzern 21 Bio-Supermärkte in Deutschland und Österreich. Der Umsatz im Jahr 2019 betrug 131 Millionen Euro mit etwa 900 Mitarbeitern.[7]

Die Basic AG ist Mitglied im Bundesverband Naturkost Naturwaren e. V. (BNN), in dem auch zahlreiche Mitbewerber vertreten sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das am 2. Juni 1997 in das Handelsregister eingetragene Unternehmen wurde gegründet von

Theo Häni, ein ehemaliger Schweizer Investmentbanker, beteiligt sich im Jahr 2005 mit ca. 16 % Aktienanteilen an der Basic AG.[10]

Im Juli 2007 war die Schwarz-Gruppe (Lidl) laut Pressemitteilung vom 20. Juli 2007 eine Minderheitsbeteiligung an der nicht börsennotierten Basic AG eingegangen. Auf der Aktionärsversammlung vom 3. August 2007 wurde ein Übernahmeangebot vorgelegt. Anfang September 2007 gab der Basic-Vorstand bekannt, dass er vorläufig einem Verkauf weiterer Unternehmensanteile an die Schwarz-Gruppe nicht zustimmen werde. Nach Aussage des damaligen Vorstands-Mitglieds Spanrunft hat sich der Vorstand auf Grund des öffentlichen Drucks zu diesem Schritt entschlossen, da durch den Aktienverkauf „sehr viel Unruhe“ in das Unternehmen gekommen sei.[11][12] Am 9. November 2007 gab das Unternehmen bekannt, dass die Schwarz-Gruppe ihre umstrittene Beteiligung wieder abgebe. Gleichzeitig wollen die Beteiligten das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser führen und die Expansionspläne auf 5 bis 10 Filial-Neueröffnungen pro Jahr zurückschrauben.[13] Die Anteile wurden vom Schweizer Investor ASI Nature Holding AG mit Sitz in Luzern übernommen, der dadurch seinen Anteil am Unternehmen auf 40 % steigerte.[14]

Im Juni 2008 wurde bekannt, dass Basic sich in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten befindet. In einem Interview bekannte Vorstand Josef Spanrunft, 2008 werde als „Jahr der Konsolidierung“ betrachtet, es würden in diesem Jahr keine weiteren Filialen eröffnet, ab 2009 sollen dann nur noch jährlich zwei bis fünf neue Filialen entstehen und auch die durchschnittliche Filialgröße solle verringert werden. Außerdem entließ die Gesellschaft eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern, in der Konzernzentrale über ein Drittel („circa 26 in der Zentrale, von insgesamt 66 Mitarbeitern“), im ganzen Unternehmen wurde die Mitarbeiterzahl von 850 auf 780 reduziert. Zugleich bittet das Unternehmen seine Lieferanten um Zahlungsaufschub und zieht externe Sanierungsexperten hinzu.[15] In der Konsolidierungsphase trat im August 2009 Stephan Paulke als neuer Vorstandsvorsitzender in das Unternehmen ein. Er war bereits 2007 im Vertrieb von Basic tätig. Mit dem Geschäftsabschluss 2010 kehrte das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurück.

2018 wurde der 2009 eröffnete Onlineshop wegen mangelnder Rentabilität geschlossen.[16]

Im Frühjahr 2021 gab das Unternehmen bekannt, sich verstärkt auf Süddeutschland und Österreich zu konzentrieren. Dazu zieht man sich aus dem Norden und Westen Deutschlands zurück. 10 Märkte gehen an SuperBioMarkt und an Bio Company.[17]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahre 2005 wurde bekannt, dass sich der ehemalige Investmentbanker Theo Häni mit ca. 16 % Aktienanteilen beteiligt hat. Kritisiert wurde die Intransparenz von Hänis Geldgebern und der potentielle Einfluss von internationalen Großinvestoren auf die Geschäftsleitung der basic AG. Trotz der relativ geringen Beteiligung könne eine Abhängigkeit über Kreditvergaben entstehen.[10]
  • Die Basic AG wurde im Juni 2007 für ihre Entmietungsmethoden eines Wohnhauses im Münchner Glockenbachviertel kritisiert, das vom Unternehmen aufgekauft und gegen den Willen der Bewohner in Eigentumswohnungen umgewandelt werden soll.[18]
  • Basic-Mitgründer Richard Müller hat nach Bekanntwerden der Beteiligung durch die Lidl-Eignergruppe seinen Beraterposten aus Protest niedergelegt.
  • Der Betriebsrat warf 2008/2009 deren Vorstand Joachim Kreuzburg vor, Mitglieder ihres Gremiums und Mitarbeiter einzuschüchtern.[19][20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum. Abgerufen am 29. September 2021.
  2. a b Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019 der Basic Aktiengesellschaft Lebensmittelhandel. In: Bundesanzeiger, 26. Oktober 2020, abgerufen am 03. März 2021. (Konzernabschluss enthalten)
  3. Stephan Happel: Denn's, Alnatura, Bio Company: Die fünf Kämpfe um die Zukunft des Biohandels. In: Wirtschaftswoche. 11. Februar 2015, abgerufen am 23. Mai 2020.
  4. Henryk Hielscher: Kampf der Biosupermärkte: Wie Handelsketten das Biogeschäft umpflügen. In: Wirtschaftswoche, 17. Januar 2017, abgerufen am 23. Mai 2020.
  5. Philipp Henrich: Anzahl der Filialen der führenden Bio-Supermarktketten in Deutschland im Jahr 2018. Statista.de, 27. März 2020, abgerufen am 23. Mai 2020.
  6. Unsere Märkte. Ebl-Naturkost, abgerufen am 2. April 2021.
  7. https://basicbio.de/-/media/BasicBio/Files/Presse/Fact_Sheet_basic%20AG_Stand_2021_02.ashx
  8. Richard Müller – Über mich. Website von † Richard J. Müller, abgerufen am 23. Mai 2020.
  9. Steckbrief Richard Müller, Mitbegründer. In: basicbio.de, abgerufen am 23. Mai 2020.
  10. a b Banker strebt Kontrolle des Biomarktes an. In: welt.de, 10. Juli 2005, abgerufen am 23. Mai 2020.
  11. In: Greenpeace-Magazin, 3. September 2007.
  12. Basic geht auf Abstand zu Lidl. In: Focus, 4. September 2007.
  13. Oliver Haustein-Teßmer: Aktienverkauf: Lidl steigt bei Biomarktkette Basic wieder aus. In: Die Welt. 9. November 2007 (online [abgerufen am 13. Januar 2018]).
  14. Ärgernisse bei Basic – Pannenshow im Biomarkt. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2008.
  15. Interview mit Basic-Vorstand „Wir treten jetzt auf die Bremse“. In: sueddeutsche.de, 11. Mai 2010, abgerufen am 23. Mai 2020.
  16. basic stellt seinen Online-Shop ein. In: basicbio.de, 14. September 2018, abgerufen am 23. Mai 2020.
  17. https://www.rundschau.de/artikel/basic-verkauft-maerkte-in-west-und-norddeutschland
  18. „Neuer Basic-Supermarkt. ‚Die ist ja nicht leer, die Hütte' “, Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2007
  19. Süddeutsche Zeitung vom 16. Juni 2009: Betriebsrat kritisiert Basic
  20. Süddeutsche Zeitung vom 25. Oktober 2008: Basic „Die haben einfach zugesperrt“