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Alnatura

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Alnatura Produktions- und Handels GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1984
Sitz Bickenbach, Deutschland
Leitung Götz Rehn[1]
Mitarbeiter 2530 (2015)[2]
Umsatz 760 Mio. EUR (2014/2015)[2]
Branche Biolebensmittelbranche
Website www.alnatura.de
Stand: 12. November 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Ladenansicht Super Natur Markt
Regal mit Eigenmarken; 1987 wurde der erste Alnatura-Supermarkt eröffnet
Götz Rehn, Alnatura-Geschäftsführer und -Gründer

Die Alnatura Produktions- und Handels GmbH ist ein Unternehmen der Biolebensmittelbranche mit Sitz in Bickenbach im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen. Unter dem Markennamen Alnatura vertreibt das 1984 gegründete Unternehmen nach ökologischen Gesichtspunkten produzierte Lebensmittel und Textilien, die sowohl von verschiedenen Drogerie- und Einzelhandelsketten als auch in den unternehmenseigenen Alnatura-Biosupermärkten verkauft werden. Das System von Filialen wird von der Unternehmensführung als „Arbeitsgemeinschaft“ bezeichnet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alnatura Produktions- und Handels GmbH wurde 1984 von dem Wirtschaftswissenschaftler Götz Rehn, der bis heute Geschäftsführer ist, als Beratungsunternehmen unter dem Namen Konzeption und Vertrieb natürlicher Lebensmittel Dr. Rehn in Fulda gegründet. Anfängliche Pläne, das Unternehmen als Filiale für Kinderkleidung aus Baumwolle oder als Kette vegetarischer Selbstbedienungsrestaurants zu konzipieren, wurden verworfen. Ein Jahr später folgte die Eintragung von Alnatura als Wort- und Bildmarke. 1986 begann das Unternehmen mit dem Verkauf von Bio-Produkten in den Lebensmittelmärkten von tegut… und den dm-Drogeriemärkten, zunächst mit einem Shop-in-Shop-Angebot. Am 1. Oktober 1987 wurde der erste Alnatura Super Natur Markt in Mannheim eröffnet. 1989 zog das Unternehmen von Fulda an den jetzigen Standort in Bickenbach um.

Laut Unternehmensangaben waren 2005 mehr als die Hälfte aller Führungspositionen mit Frauen besetzt. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen den ersten Preis Nachhaltiger Mittelstand 2004 von der EthikBank und Rehn wurde von den Wirtschaftsprüfern von Ernst & Young zum Entrepreneur des Jahres gekürt. 2006 wurde in Köln der 25. Alnatura Super-Natur-Markt eröffnet.[1][4]

Das Unternehmen war in den Jahren 2009[5] und 2010[6] unter den Top 3 Deutschlands nachhaltigste Unternehmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der die ökologischsten Unternehmen Deutschlands auszeichnet.[7] 2011 errang Alnatura den 1. Preis und damit den Titel Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen.[8][9]

Im Jahr 2012 wurde der erste Alnatura Bio-Supermarkt in Kooperation mit der Migros in Zürich eröffnet.[10]

Im Juli 2014 wurde bekannt, dass auf dem Konversionsgelände der ehemaligen Kelley Barracks in Darmstadt ein neues Bürogebäude von Alnatura gebaut werden soll. Der Sitz werde demnach Ende 2016 von Bickenbach nach Darmstadt verlegt.[11]

Ebenfalls 2014 entschied die Drogeriemarktkette dm, bis dahin mit Abstand größter Handelspartner von Alnatura, Bio-Lebensmittel künftig unter eigener Handelsmarke anzubieten, daher viele Alnatura-Produkte auszulisten. Alnatura konnte dies durch mehr eigene Läden und neue Handelspartner aus der Edeka-Gruppe ausgleichen.[12]

Im Oktober 2015 gab es 98 Alnatura Super Natur Märkte in 45 Städten sowie 5400 Filialen der Handelspartner in 14 Ländern.[10] Am 17. März 2016 wurde in der Berliner Friedrichstraße der insgesamt 100. Alnatura Super Natur Markt eröffnet.[13]

Alnatura bietet verstärkt Fleischersatzprodukte an und will damit verstärkt Flexitarier als Kunden gewinnen.[14]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umsatz
(Mio. EUR)
Mitarbeiter Filialen Quelle
2006 184,9 794 25 eBAnz[15]
2007 246,1 1057 31 eBAnz[15]
2008 305,8 1062 40 Handelsblatt,[16] eBAnz[15]
2009 360,5 1258 50 Handelsblatt,[16] FAZ,[17] eBAnz[15]
2010 399,9 1326 53 FAZ,[18][19] eBAnz[15]
2011 465,1 1566 65 eBAnz[15]
2012 517,6 1763 71 eBAnz[15]
2013 594,4 2039 80 eBAnz[15]
2014 689 2426 96 Darmstädter Echo[20]
2015 760 2530 98 Alnatura Jahrespressekonferenz 2015[2]

Mitgliedschaften und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alnatura gehört der International Federation of Organic Agricultural Movements (IFOAM) an.[21]

Seit Juni 2012 nehmen die Alnatura Super Natur Märkte am Payback-Punkte-Programm teil.[22]

Alnatura fördert die Organisation der Wir haben es satt! Demonstrationen, welche unter anderem jeden Januar in Berlin stattfinden.[23]

Wie sein Gründer Götz Rehn steht das Unternehmen den Konzepten der Anthroposophie nahe. So ist dem monatlich erscheinenden firmeneigenen Alnatura Magazin im Jahrgang 2011 je eine Sonderbeilage Anthroposophische Perspektiven beigeheftet, und es werden regelmäßig anthroposophische Themen aufgegriffen, beispielsweise im Jahrgang 2010 eine Serie über Anthroposophische Medizin.[24]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Reaktion auf die kritische Berichterstattung in den Medien zu den untertariflichen Löhnen[25] verkündete Unternehmenssprecherin Manon Haccius im April 2010, dass in Zukunft bei Alnatura Löhne mindestens in Höhe der Tariflöhne gezahlt werden sollen.[26] Ein genauer Zeitpunkt für die Umsetzung wurde nicht genannt. Vorausgegangen war eine Stellungnahme von Firmenchef Götz Rehn, in der Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen, Beitrag zur Altersvorsorge und Wertschöpfungsbeteiligung als freiwillige Leistungen aufgezählt wurden, weswegen seiner Meinung nach das Tariflohnmodell und das Alnatura-Bezahlungsmodell nur schwer vergleichbar seien.[27] Im Juli 2010 verkündete Unternehmenssprecherin Stefanie Neumann, dass ab Oktober 2010 alle Beschäftigten mindestens mit Tariflohn bezahlt werden sollten.[28] Das Unternehmen ist nicht tarifgebunden.

Mitbestimmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von über 100 Alnatura-Filialen besteht lediglich in einer Filiale, in Freiburg im Breisgau, ein Betriebsrat. Hubert Thiermeyer, Verdi-Landesleiter, kritisierte im November 2015: „Die hohe Kompetenz bei der Qualität der Ware im Biohandel geht nicht automatisch mit einer Kompetenz in sozialen Standards einher.“[29] Der Betriebsrat in einer Bremer Filiale kam 2015 nicht zustande,[30] worauf die Mitarbeiter vor das Arbeitsgericht zogen.[31] Kai Wargalla, eine Mitarbeiterin, erklärte gegenüber Radio Bremen: „Die Wahl wurde durch taktische Spielchen verhindert.“[32] Sollte in Bremen ein Betriebsrat gegründet werden, bestünde im Gesamtunternehmen Alnatura der Anspruch auf einen Gesamtbetriebsrat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alnatura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Impressum. Abgerufen am 13. Mai 2015.
  2. a b c Alnatura Jahrespressekonferenz 2015. In: alnatura.de. 12. November 2015, abgerufen am 7. März 2016.
  3. alnatura.de
  4. Alnatura Geschichte
  5. Preistraeger 2009. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 6. November 2009, archiviert vom Original am 13. Mai 2011, abgerufen am 18. November 2012.
  6. Preistraeger 2010. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 26. November 2010, archiviert vom Original am 12. Mai 2011, abgerufen am 18. November 2012.
  7. Jury kürt Deutschlands nachhaltigste Unternehmen. In: Finanznachrichten, 9. Juli 2010.
  8. Kristian Frigelj: Die Deutschen vernachlässigen fairen Konsum. In: Die Welt. 6. November 2011, abgerufen am 19. November 2012.
  9. Preistraeger 2011. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 4. November 2011, archiviert vom Original am 11. Februar 2012, abgerufen am 19. November 2012.
  10. a b Über uns – Daten und Fakten. alnatura.de.
  11. Alnatura zieht von Bickenbach nach Darmstadt. In: Echo Online, 8. Juli 2014.
  12. Wie Edeka das dm-Desaster bei Alnatura ausgleicht. In: Die Welt.
  13. Alnatura und dm. Die Anatomie einer Bio-Krise. In: Wirtschaftswoche, 17. März 2016.
  14. Der Streit um die Tofu-Wurst. In: Handelsblatt.
  15. a b c d e f g h Veröffentlichte Jahresabschlüsse. In: Bundesanzeiger. Abgerufen am 24. Dezember 2012 (Suchbegriff: Alnatura Jahresabschluss).
  16. a b Alnatura wächst trotz Krise. In: Handelsblatt. 11. November 2009, abgerufen am 19. November 2012.
  17. Tim Kanning: Alnatura-Chef erwartet Abflachen des Bio-Booms. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. November 2009, abgerufen am 19. November 2012.
  18. Alnatura bleibt auf Wachstumskurs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. November 2010, abgerufen am 19. November 2012.
  19. Jan Grossarth: Alnatura wächst gegen den Branchentrend. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Mai 2011, abgerufen am 17. November 2012.
  20. Alnatura mit Umsatzrekord. In: echo-online.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  21. Alnatura als Mitglied und Vertragspartner – alnatura.de (Memento vom 4. Oktober 2006 im Internet Archive)
  22. Alnatura mit deutlichem Umsatzzuwachs. In: Der Handel. 29. Mai 2012, abgerufen am 28. September 2013.
  23. Webseite der Veranstalter
  24. Anthroposophische Medizin. Alnatura, archiviert vom Original am 1. Mai 2010, abgerufen am 28. September 2013.
  25. Arbeitsbedingungen in der Biobranche: Ein Ökokapitalist sahnt ab. In: Die Tageszeitung, 29. März 2010.
  26. Jost Maurin: Ökokapitalist gibt nach: Alnatura will Tarif zahlen. In: taz. 1. April 2010, abgerufen am 2. November 2015.
  27. Informationen zur Einkommensgestaltung bei Alnatura 31. März 2010 (Memento vom 3. April 2010 im Internet Archive)
  28. Jost Maurin: Gehälter bei Öko-Supermarkt: Alnatura zahlt ab Oktober Tariflohn. In: taz. 30. Juli 2010, abgerufen am 2. November 2015.
  29. Jean-Philipp Baeck: Betriebsrat-Zoff beim Bioladen. In: taz. 26. Oktober 2015, abgerufen am 2. November 2015 (auch: taz nord, 28. Oktober 2015, S. 21).
  30. Jean-Philipp Baeck: Fair sind hier nur die Produkte. In: Die Tageszeitung. 1. November 2015, abgerufen am 2. November 2015.
  31. Simone Schnase: Mitbestimmung bei Alnatura: Von wegen fair. In: taz.de. 17. Februar 2016, abgerufen am 7. März 2016.
  32. radiobremen.de
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