Baybach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baybach
Im Baybachtal

Im Baybachtal

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2698
Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle Im Hunsrück bei Hausbay
50° 6′ 26″ N, 7° 33′ 34″ O
Quellhöhe ca. 480 m ü. NHN
Mündung In Burgen in die MoselKoordinaten: 50° 12′ 45″ N, 7° 23′ 13″ O
50° 12′ 45″ N, 7° 23′ 13″ O
Mündungshöhe ca. 75 m ü. NHN
Höhenunterschied ca. 405 m
Länge 30 km
Einzugsgebiet 106,843 km²
Gemeinden Hausbay, Thörlingen, Bickenbach, Beltheim, Gondershausen, Dommershausen, Burgen
Blick auf das Baybachtal

Blick auf das Baybachtal

Der Baybach ist ein knapp 30 km langer rechter Nebenfluss der Mosel in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quellbäche des Baybachs, der Lingerhahner Bach und der Kelsitbach entspringen in etwa 500 m Höhe im Hunsrück südwestlich beziehungsweise südöstlich der Gemeinde Hausbay und vereinigen sich in der Ortsmitte zum Baybach. Im Oberlauf fließt der Bach durch eine Talsenke und quert bei Schloß Reifenthal die Hunsrückhöhenstraße. Der weitere Verlauf führt in zahlreichen Windungen durch ein schluchtartiges Tal. Im Mittellauf nahe der Burg Waldeck verengt sich das Tal zu einer Klamm. In Burgen mündet der Baybach in die Mosel.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober- und Unterlauf fließen durch extensiv genutzte Talwiesen. Am Ufer stehen vor allem Weiden und Erlen, die heute kaum noch wirtschaftlich genutzt werden. Im mittleren Bereich grenzen mit Eichen und Hainbuchen bewaldete Hänge direkt an den Bach. Zur reichhaltigen Pflanzenvielfalt gehören hier Mittlerer Lerchensporn, Hohler Lerchensporn, Hirschzunge, die Stinkende Nieswurz und der Dornige Schildfarn. Graureiher und Stockenten sind die häufigsten Wasservögel im Bachtal.

Wasserkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserkraft des Baybaches wurde genutzt um Wassermühlen zu betreiben. Von den ursprünglich 26 Getreide-, Öl-, Säge- und Wollmühlen sind einige bereits verfallen, manche noch bewohnt bzw. bewirtschaftet, andere werden privat als Wochenenddomizil genutzt.

  • Ostersmühle (zu Mühlpfad)
  • Kehlenmühle (zu Mühlpfad)
  • Schlossmühle in Reifenthal
  • Niedertermühle (zu Leiningen, Ortsteil Schloss Reifenthal)
  • Layenmühle (zu Schwall)
  • Schwaller Mühle
  • Niederter Bauernmühle
  • Strieders Mühle, früher auch Thörlinger Bauernmühle
  • Sohns Mühle, früher auch Basselscheider Bauernmühle
  • Peterchesmühle, früher auch Linkmühle
  • Schultheiser Mühle
  • Sonntagsmühle oder auch Strödersmühle
  • Weinsmühle
  • Heyweilerer Bauernmühle (zu Heyweiler)
  • Schmausemühle (zu Gondershausen)
  • Waldeckermühle (zu Burg Waldeck)
  • Neumühle
  • Gastemühle
  • Franzenmühle
  • Mohrenmühle

Bergbau und Kriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Stollen wurde Bleierz und Schiefer gewonnen.[1] In den Höhlen und alten Stollen suchten die Bewohner während der Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs Schutz. Auch versteckte sich hier zeitweise der aus der Gestapohaft ausgebrochene Peter Zeutzheim, dem es gelang, sich in den umliegenden Wäldern mit Unterstützung der Bevölkerung bis Kriegsende verborgen zu halten.[2]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Saar-Hunsrück-Steig und seine Traumschleife Murscher Eselsche[3] verlaufen westlich von Morshausen einige Kilometer im Bachtal.[4] Ein nicht für Fahrräder geeigneter Wanderweg führt über die Bachhänge durch das Tal und die Klamm; die Schmausemühle bietet Einkehrmöglichkeit. Die Jugendburg Waldeck und die daneben liegende Jugendbildungsstätte der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck ABW bei Dorweiler sind z.B. ein Einfallstor zum Baybachtal oder auch der Parkplatz in Schloss Reifenthal bei Thörlingen an der B327 (Hunsrückhöhenstraße). Seit 1920 bis heute ist das Baybachgebiet für den Nerother Wandervogel und andere bündische Gruppen ein beliebtes Fahrtenziel. Der Schriftsteller Werner Helwig schildert in seinem biographischen Buch Auf der Knabenfährte seine hier verbrachten Jugendjahre und schrieb und vertonte auch das Baybach-Lied.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Helwig: Geheimnisse des Baybachtales. Voggenreiter, Bad Godesberg 1955.
  • Heinrich Merten, Werner Stoffel: Von Mühle zu Mühle. Eine Wanderung durch das Baybachtal. Emmelshausen 2001.
  • Georg Giesing: Fluchtweg Baybachtal, 1943 - 1945. Rhein-Mosel-Verlag, Briechel 1995. CD: Radioropa Technisat. 2007, ISBN 9783866677487.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baybach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Achim Bruder: Theresia, Petrus und Camilla. Ehemaliger Erzabbau im Bereich des Baybachs. In: Mitgliederzeitschrift "Köpfchen" 4/07. Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck, Februar 2008, S. 21–24, abgerufen am 1. Januar 2015 (PDF; 1,8 MB).
  2. Georg Giesing: Fluchtweg Baybachtal. Rhein-Mosel-Verlag. Briedel 1995.
  3. Traumschleife
  4. Saar-Hunsrücksteig mit Traumschleifen
  5. Werner Helwig: Auf der Knabenfährte. Ein Erinnerungsbuch. Konstanz/Stuttgart 1951 und Carmina Nerothana. Heidenheim 1983. ISBN 3-88258-048-8.