Beaulieu-sur-Dordogne (Beaulieu-sur-Dordogne)

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Beaulieu-sur-Dordogne
Wappen von Beaulieu-sur-Dordogne
Beaulieu-sur-Dordogne (Frankreich)
Beaulieu-sur-Dordogne
Gemeinde Beaulieu-sur-Dordogne
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Corrèze
Arrondissement Brive-la-Gaillarde
Koordinaten 44° 59′ N, 1° 50′ OKoordinaten: 44° 59′ N, 1° 50′ O
Postleitzahl 19129
Ehemaliger INSEE-Code 19019
Eingemeindung 1. Januar 2019
Status Commune déléguée

Die Mairie von Beaulieu-sur-Dordogne

Beaulieu-sur-Dordogne ist eine Ortschaft und eine ehemalige französische Gemeinde mit 1.158 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Corrèze in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Brive-la-Gaillarde und zum Kanton Midi Corrézien.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 wurden die ehemaligen Gemeinden Beaulieu-sur-Dordogne und Brivezac zur namensgleichen Commune nouvelle Beaulieu-sur-Dordogne zusammengeschlossen und haben in der neuen Gemeinde der Status einer Commune déléguée. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ort Beaulieu-sur-Dordogne.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beaulieu liegt am westlichen Ufer des Flusses Dordogne am Westrand der Xaintrie Blanche. Beaulieu heißt auf Deutsch: Schöner Ort. Durch seine idyllische, klimatisch begünstigte Lage im Tal, zwischen Wald und Wiesen am Ufer des Flusses, trägt der Ort diesen Namen.

Die nächstgelegenen etwas größeren Städte sind Brive-la-Gaillarde im Nordwesten, in rund 30 km Entfernung, und Aurillac, rund 40 km im Osten entfernt. 21 km flussaufwärts liegt im Norden das malerische ehemalige Fischerstädtchen Argentat, sieben Kilometer flussabwärts, nahe der Einmündung der Cère in die Dordogne, der Ort Biars-sur-Cère.

Nachbarorte sind Nonards im Norden, Brivezac im Nordosten, Altillac im Osten, Astaillac im Süden und Sioniac im Westen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2015
Einwohner 1.673 1.592 1.560 1.508 1.265 1.286 1.296 1.174

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

855 besuchte der Erzbischof von Bourges den Ort. Er war von dessen Lage so begeistert, dass er ihn bellus locus (schöner Ort) nannte und an dieser Stelle eine Benediktinerabtei gründete. Die Grafen von Turenne und Castelnau lieferten sich in den folgenden Jahrhunderten blutige Kämpfe um die Herrschaft über das Kloster. In diesem Spannungsfeld gelang es dem Kloster und den Bürgern der sich langsam entwickelnden Ansiedlung dennoch, zu Reichtum und fast vollständiger Unabhängigkeit zu gelangen und sich ein Privileg nach dem anderen zu sichern. Im 12. Jahrhundert wurde das Kloster der Oberhoheit des Klosters Cluny unterstellt. Kurz vor dieser Zeit begann auch der Bau der bis heute erhaltenen Klosterkirche St-Pierre.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot und Blau geteilt. Oben eine silberne Mauer an der Teilungslinie mit drei ebenso gefärbten gleich hohen Türmen, unten aus dem linken Schildrand hervorbrechender silberner Arm einen silbernen Schlüssel, der Doppelbart zur Teilungslinie zeigend, haltend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abteikirche St. Pierre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Ortsmitte stehende ehemalige Abteikirche St-Pierre gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Baukunst im Südwesten Frankreichs (Monument historique).

Büßerkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büßerkapelle

Die Büßerkapelle (Chapelle des Pénitents Noirs) mit ihrem markanten Glockengiebel aus dem 12. Jahrhundert liegt malerisch am Ufer der Dordogne und dient heute als Heimatmuseum (Monument historique).

Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den malerischen Gassen der Altstadt sind eine ganze Reihe von alten Gebäuden bis zurück in die Renaissancezeit erhalten geblieben, darunter das sogenannte Maison d’Adam et Eve, in dessen Außenwand mehrere Skulpturen eingelassen sind.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus ist der Hauptwirtschaftszweig am Ort. Abgesehen von Kulturtouristen zieht der Ort auch Naturliebhaber, Kanusportler und Kanuwanderer an. Neben vielen Restaurants, Hotels und Pensionen bietet der Ort auch eine Jugendherberge, direkt am Fluss gegenüber der Chapelle des Pénitents gelegen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beaulieu-sur-Dordogne (commune déléguée) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erlass der Präfektur Arrêté 19-2018-06-28-001 über die Bildung der Commune nouvelle Beaulieu-sur-Dordogne vom 28. Juni 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auvergne – Périgord. (= Der grüne Reiseführer). Michelin, Karlsruhe 2001, ISBN 2-06-000107-2, S. 92–93.
  • Thorsten Droste: Périgord. Dordognetal und Quercy – Die Landschaften im Herzen Südwestfrankreichs. DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4003-6, S. 81ff.